Schnäuzen oder Schniefen, was ist gesünder? istockphoto.com/joruba

Schnäuzen oder Schniefen, was ist gesünder?

  • Christian Riedel
Neben dem Husten gehört eine verstopfte Nase zu einer richtigen Erkältung dazu. Ob man den entstehenden Schleim besser in ein Taschentuch schnäuzt oder geräuschvoll hochzieht, ist keine Frage der Erziehung, sondern eine Frage der Gesundheit. Aber was ist denn nun gesünder – rein oder raus?

Die Geräuschkulisse ist unüberhörbar. Egal ob in der Bahn, in der Schlange im Supermarkt oder in der Kneipe, überall gibt es leicht erkältete Menschen, die permanent ihre laufende Nase hochziehen. Wirklich angenehm ist das Geräusch nicht, so dass man sich ab und an wünscht, die Betroffenen würden doch bitte endlich ein Taschentuch benutzen. Damit die ständige Schnieferei aufhört. Abgesehen vom Lärmpegel, gibt es aber gute Gründe, warum schniefen besser ist als schnäuzen.

Ob nun schnäuzen oder schniefen besser ist, beschäftigt auch die Wissenschaft. Aktuelle Studien an der University of Virginia (USA) und der Universität Århus (Dänemark) haben nun Antworten auf die Frage gefunden.

Virus, Virus, du kannst wandern


Wer seine Nase kraftvoll schnäuzt, riskiert, die Erkältung noch zu verlängern. Laut der University of Virginia ist der Innendruck der Nase beim Schnäuzen zehnmal höher als bei einem normalen Nießer. Durch den hohen Druck wird nicht nur der Schleim aus der Nase gedrückt, sondern auch die Bakterien aus dem Nasenschleim in die Nebenhöhlen gepresst. Laut den US-Forschern kann so bei jedem Schnäuzer rund 1 Milliliter Schleim in die Nebenhöhlen gelangen. Bei rund 45 Schnäuzern am Tag kommt da einiges zusammen. Als Folge können sich die Nebenhöhlen leichter entzünden. Häufige Begleiterscheinungen sind Kopfschmerzen und Fieber. Wenn man die Nase hochzieht, können diese Probleme nicht entstehen.

Auch für die Mitmenschen ist Schnäuzen die ungesündere Variante, die Nase zu reinigen. Denn die Bakterien gelangen nicht alle ins Taschentuch, sondern bleiben auch auf den Händen des Putzers haften. Wenn man nun anderen die Hand gibt oder mit der bakterienbehafteten Hand beispielsweise eine Türklinke anfasst, überträgt man die Bakterien und steckt so leichter seine Mitmenschen an. Gebrauchte Taschentücher gehören aus denselben Gründen daher auch sofort in die nächste Mülltonne.

Hochziehen – eine Not-Alternative


Hochziehen ist etwas gesünder. Denn wenn man den Schleim nach oben zieht, erzeugt man einen leichten Sog, der auch die Nebenhöhlen vom Schleim befreit und so vor einer eitrigen Nebenhöhlenentzündung schützt. Höflich klingt es zwar nicht, aber es ist besser, um den Schnupfen in den Griff zu bekommen. Den hochgezogenen Schleim zu schlucken, ist übrigens kein Problem. Denn die scharfe Magensäure neutralisiert die infektiösen Bakterien.

Die gesunde Lösung


Die beste Möglichkeit gegen die verstopfte Nase ist immer noch, die Nase mit einer lauwarmen Kochsalzlösung zu spülen. Das löst auf sanfte Art den Schleim, ohne dass Schleimhäute oder Nebenhöhlen belastet werden.

Richtig Schnäuzen


Wenn die Nase zu sehr läuft und man seinen Mitmenschen nicht zu viel Schniefen zumuten möchte, kann man natürlich die Nase auch schnäuzen. Um die Belastung für die Nebenhöhlen gering zu halten, ist es besser, nicht mit voller Kraft ins Taschentuch zu schnaufen. Besser ist es, ein Nasenloch nach dem anderen zu reinigen. Zudem sollte man locker schnäuzen, damit der Druck nicht allzu groß wird.

Christian Riedel

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