Wir sind drei und wir wollen das Triple! Peplies Consult

Wir sind drei und wir wollen das Triple!

  • Cindy Haasch, Maria Gerboth und Jenny Nowak
Wir sind auf der Anreise nach Seefeld zum bevorstehenden Weltcup und nach zehn Minuten Fahrt wieder einmal mehr bei dem bei uns derzeit dominierenden Thema, der Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann im Sport. Um es gleich klar zu benennen: wir fragen uns, wann in Seefeld das Triple für die Nordischen Kombiniererinnen kommt.
Während das Triple der Männer seit Jahren dort beheimatet ist und mit schöner Regelmäßigkeit, so auch am bevorstehenden Wochenende, dieses attraktive Wettkampfformat, bestehend aus Prolog und zwei weiteren aufeinanderfolgenden Einzelwettkämpfen, bei dem die Zeitvorsprünge von Wettkampf zu Wettkampf mitgenommen werden, durchgeführt wird, machen wir Frauen zur gleichen Zeit zwei normale Wettkämpfe.

Warum dürfen wir nicht auch „tripeln“ und schaffen dadurch ein spannendes und zuschauerfesselndes Wettkampformat auch für uns Frauen?

Im Grunde ist es ja die gleiche Diskussion, die die Spezialspringerinnen hinsichtlich der Vierschanzentournee führen. Wenn man in die Statuten der Verbände richtigerweise die Gleichberechtigung verankert, müssen diesen Bekenntnissen Taten folgen. Man kann sicherlich nicht erwarten, dass sich die Dinge von „Jetzt auf Gleich“ ändern, aber es sollte an der Gleichberechtigung stringent und ohne Zögerlichkeiten gearbeitet werden.

Einen Prolog neben den Prolog der Männer zu setzen, ist wohl keine Last und bedarf keiner großen Organisation. Die zwei weiteren Wettkämpfe bestehen für uns, nur die Verzahnung als Etappenwettkampf muss hergestellt werden – eigentlich keine große Sache!

Wenn die Kombinierinnen jetzt nicht Dampf machen, werden wir wohl auf dem Altar des IOC geopfert werden. Auffällig ist, dass wir vor allem keine mediale Gleichberechtigung haben. Die Wettkämpfe unserer Kombinierer werden durch die öffentlich-rechtlichen Sender gut abgebildet, die Frauen werden unverhältnismäßig wenig gezeigt. Warum ist das so? Die Medien müssen uns eigentlich helfen, präsenter zu werden, die Funktionäre ebenso , wenn es um spannende Formate geht und um Gleichberechtigung bei großen Events, die einen Zuschauersog generieren.

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Vor dem Hintergrund, dass die Kombination der Frauen Überlebensdiskussionen hinsichtlich der Olympischen Winterspiele zu führen hatte, konnten wir größtenteils nur Kopfsponsoring-Werbeverträge abschließen, die eine Vergütung nach Sichtbarkeiten der Werbeflächen und Einschaltquoten ausweisen. Die Männer kennen solche Vergütungsmechanismen kaum. Wenn eine gleichberechtigte Fernsehzeit fehlt und wir so wenig gezeigt werden, wie gegenwärtig geschieht, dann haben wir keine nennenswerten Erlöse aus den Verträgen. Wenn Erlöse fehlen, können sie nicht in Trainingslager und Equipment investiert werden; darunter leidet die Ausübung des Sports und die korrespondierenden Erfolgsaussichten; es entwickelt sich eine „negative“ Dynamik!

Wir wollen Taten sehen, wir wollen das Triple und wir wollen mehr Sendezeit!

Herzliche Grüße
Cindy, Maria und Jenny

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