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Die Kolumne von Eric Frenzel

Zentimeter um Zentimeter

  • Eric Frenzel
Um es vorneweg zu nehmen: Ich bin mit meiner Laufleistung mehr als zufrieden. In den Einzelwettbewerben und auch beim Teamsprint von Val di Fiemme lag ich in der Spitze und ich fühle, dass ich diese Saison auf hohem läuferischem Niveau weiterbestreiten kann. Der Fokus liegt – wie in der letzten Saison – wieder auf dem Springen. Ich kämpfe hier tatsächlich gegenwärtig Zentimeter um Zentimeter.
Die Grundkomponenten der einzelnen Sprünge am Wochenende fühlten sich gut an, es sieht von außen nicht fehlerhaft aus und trotzdem fehlen am Ende die entscheidenden Zentimeter, die einen besseren Startplatz verhindern. In der heutigen Weltspitze entscheiden in der Nordischen Kombination tatsächlich nur Zentimeter auf der Sprungschanze, ob man Erster oder Zehnter wird.

Die Arbeit rund um das Springen geht also in die nächste Runde. Motiviert von meinem Sonntagslauf, in dem ich von Platz 15 auf Platz 5 vorlaufen konnte und wieder mal eine Bestätigung meiner guten Laufform bekam, werde ich mein Sprungsystem weiter erforschen und hoffentlich erkennen, an welchen Stellen die Optimierung notwendig ist. Identifizieren wir die entscheidenden Punkte, können wir umgehend daran arbeiten, was sofortigen Weitenzuwachs bedeuten sollte, der mich sogleich in der Loipe in eine andere Position bringen wird. Das ist meine Motivation, ich will und ich werde den Knoten zum Platzen bringen, zumal ich darin ja schon etwas Erfahrung habe, nachdem ich in der letzten Saison auch eine mäßige Sprung-Performance aufwies und ich pünktlich zu den Olympischen Spielen die Probleme in den Griff bekommen hatte.

Das ist offensichtlich wieder die Blaupause für die Gegenwart. Ich lasse mich nicht aus der Ruhe bringen, weil ich weiß, dass es nur um Kleinigkeiten geht, die besser aufeinander abgestimmt werden müssen, um große Effekte zu erzielen. In Gedanken liege ich auf der Lauer, während wir es im stillen Kämmerlein natürlich anders betreiben, es herrscht maximale Aktivität um das Thema der Sprungform, wir analysieren akribisch, schauen uns jede Phase des Fluges an, um Bewertungen und Ableitungen vorzunehmen.

Auch meinen Körper werde ich nochmal, wie damals vor den Olympischen Spielen, auf den Prüfstand stellen. Insbesondere, was die Muskulatur anbelangt, die für das Springen relevant ist – vor allem die rund um die Knie. Sind alle Muskeln ansteuerbar? Gibt es Dysbalancen oder gar Verklebungen, die zu Muskelabschaltungen führen können oder geführt haben? Überall können Quellen für kleine Fehler liegen, der Grund für ein paar Zentimeter zu wenig, die später über Gold oder Holz entscheiden.

Ich arbeite mit Geduld und Zuversicht an dieser Aufgabe.

Euer
Eric Frenzel

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