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Die Kolumne von Eric Frenzel

Der Kopf wird wichtiger als die Beine

  • Eric Frenzel
Die ruhigen Tage im Schnee mit den Kindern sind vorbei. Über Weihnachten hatten wir uns als Familie in den österreichischen Bergen zurückgezogen, um Ruhe zu haben und Kraft zu tanken, was auch geglückt ist.
Unsere Jungens sind schon in einem Alter, in dem sie Weihnachten schön zelebrieren und natürlich eine Routine haben im Empfangen von Geschenken, die sie sich vorher gewünscht hatten. Bei unserer kleinen Emma überwiegt dagegen natürlich das pure Staunen über Tannenbaum und Lichterglanz.

Nach einem für mich sehr kuriosen Weltcupbeginn mit einer so noch nicht dagewesenen zweiwöchigen Wettkampfpause vor Weihnachten, kommen jetzt die entscheidenden Weltcup-Wochen. Nach dem ich mit meinen Wettkämpfen im Großen und Ganzen zufrieden sein konnte, geht es im Hinblick auf den Gesamtweltcup darum, in den anstehenden Wettkämpfen bis zur Weltmeisterschaft gleichmäßig zu punkten, um bei der Vergabe der großen Weltcup-Kugel ein paar Worte mitsprechen zu können.

14 Wettkämpfe an sechs Standorten gilt es zu bestreiten, bevor dann in Seefeld die Weltmeisterschaften beginnen. Mit Val di Fiemme und Chaux-Neuve haben wir dabei zwei Orte mit jeweils drei Wettkämpfen, so dass sich der Reisestress in Grenzen hält. Meiner Meinung nach wird der Gesamtweltcup entschieden sein, wenn sich der Tross nach Seefeld begeben wird. In Otepää, Val die Fiemme und Chaux-Neuve wird nach weiteren acht Wettkämpfen dann aber tatsächlich klar sein, wer die Hand an der Kugel hat.

Wird Magnus Jarl Riiber seine Führungsposition dann ausgebaut haben? Werde ich den Norweger nochmal abfangen können? Welche Rolle spielen meine Mannschaftskameraden? Was ist mit anderen einzelnen Athleten, die vor Saisonbeginn auf meinem Zettel waren, wie zum Beispiel Akito Watabe?

Die bevorstehende Wettkampfsequenz fordert von jedem einzelnen Athleten maximale Konzentration und Professionalität. Da gilt es, mit verschiedensten Methoden die sogenannte Wettkampfspannung hochzuhalten, man muss sich gut ernähren und darf nicht krank werden. Es beginnt die Phase, in der am deutschen Frühstückstisch nicht viel gesprochen wird, jeder ist mit sich selbst beschäftigt. Rückschläge in einzelnen Wettkämpfen müssen sofort ad acta gelegt werden. Man muss jetzt so gute es geht durch alle 14 Wettkämpfe durchkommen. Eine kleine Herkulesaufgabe, die mit Reisen und Klimazonenwechsel einhergehen. Der Kopf wird wichtiger als die Beine.

Ich liebe diese Kernphase des Weltcups, in der die Athleten förmlich miteinander ringen und in den Infight gehen. Ich habe gut trainiert, fühle mich ausgeruht und ich habe Erfahrungen mit diesen Dingen. Ich traue mir selbst! Jetzt gilt es!

Herzlichst, Euer
Eric Frenzel

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