Olympischer Stolz Privat
Die Kolumne von Laura Frenzel

Olympischer Stolz

  • Laura Frenzel
Die letzten Tage waren bei uns in Flossenbürg sehr hektisch. Nachdem Eric erfahren hatte, dass er bei der olympischen Eröffnungsfeier die deutsche Mannschaft als Fahnenträger anführen darf, mussten sämtliche Reiseplanungen umgeworfen werden. Er musste vor allem an der Pressekonferenz in PyeongChang teilnehmen, auf der er der Öffentlichkeit als deutscher Fahnenträger vorgestellt wurde.
Packen im Akkord, Shuttles organisieren, letzte Abstimmungen mit den Trainern. Die Kinder waren etwas überrascht, dass Papa jetzt zwei Tage vor der geplanten Abreise die Koffer packen musste.

Als Eric im Flieger war nach Südkorea war, kehrte Ruhe ins Haus ein und damit auch ein Gefühl, dass ich gerne zugebe: Stolz.

Ich empfinde es als große Ehre, dass mein Mann die deutsche Fahne tragen darf. Der Fußballnationalspieler Bernd Schneider hat einmal im Interview geäußert, dass für ihn der größte Moment seiner Karriere die Kapitänsrolle im Eröffnungspiel der Heim-WM 2006 gewesen sei, als er seine Mannschaft auf das Feld führte.

Ich weiß, dass Eric das auch so fühlt. Nach seinen fünf Gesamtweltcupsiegen in Folge, seinem Olympiasieg in Sotschi und seinen Weltmeistertiteln ist für ihn der Umstand, dass er bei diesen olympischen Spielen die deutsche Mannschaft in das Stadion führen darf, ein bewegender Moment und die Krönung seiner beispiellosen Karriere. Neben seinen sportlichen Erfolgen sind es vor allem seine Fairness und sein Respekt vor den Leistungen der anderen Athleten, die ihn zum Fahnenträger berufen haben. Die Entscheidung, Eric zum Fahnenträger zu machen, würdigt ihn als Sportler und als Menschen. Darüber freue ich mich wahnsinnig und darauf bin ich auch unheimlich stolz.
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Unser Sohn Philipp und ich werden jetzt am Montag Eric nachreisen, um ihn dann im ersten Wettkampf von der Normalschanze anzufeuern. Er hat sich bei seiner Abreise gut gefühlt, im Gegensatz zum Saisonverlauf, konnte er in dem Vorbereitungslehrgang der deutschen Mannschaft in Oberstdorf wieder gute Weiten beim Springen erzielen. Der Umstieg auf die alte Bindung und die therapeutischen Interventionen hinsichtlich seiner Muskulatur rund um die Knie haben sich ausgezahlt.

Nach Südkorea ist er in dem Bewusstsein abgereist, dass er nun doch mit den Norwegern und mit seinem Freund Akito Watabe auf Augenhöhe um die Medaillen kämpfen kann.

Ich freue mich auf die Spiele und bin sehr gespannt.

Liebe Grüße
Laura Frenzel

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