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GPS-Navigation bei Radtouren – Himmlische Wegweisung

Ob auf dem Reiserad, dem Rennrad oder dem Mountain Bike, die Orientierung auf Touren muss jeder Biker beherrschen. War man früher auf Karte und Kompass angewiesen, heißt heute der große Trend GPS-Navigation. Welche Möglichkeiten einem hiermit offen stehen findet ihr hier.

Viele Menschen assoziieren GPS (Global Positioning System) mit abenteuerlichen Expeditionen und der Orientierung weit außerhalb der Zivilisation. Früher war das auch richtig. Heute hat sich das GPS nicht nur als „Navi“ im Auto durchgesetzt, auch als Instrument bei Mountain Bike- und Radtouren auf der Straße wird es immer beliebter.

Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, wie man den kleinen, „himmlischen“ Wegweiser nutzen kann:

1. Streckenaufzeichnung: Man verwendet ihn nur, um die zurückgelegte Strecke – inklusive Wegverlauf – aufzuzeichnen.

2. Trackback-Funktion: Man nimmt das GPS mit, um im Falle des Verirrens den Weg zurück zum Ausgangspunkt zu finden (wie Hänsel und Gretel).

3. Track-Navigation: Sie bietet einen tollen Kompromiss aus einfacher Handhabung und hohem Nutzen. Daher steigt auch die Beliebtheit dieser Anwendung rasant an.

4. Einsatz von digitalen Landkarten: Man erarbeitet seine Touren zu Hause am Computer und überträgt anschließend alles auf das GPS.

5. Routing: Die neuesten Geräte ermöglichen zusammen mit geeigneten Karten das so genannte „Routing“. Das heißt, man gibt nur Start und Zielpunkt ein, und das Gerät erarbeitet dann selbständig einen Vorschlag für die Strecke.

Doch was verbirgt sich genau hinter all diesen Möglichkeiten und welche Geräte bieten was?

 

1. Streckenaufzeichnung

Die einfachsten GPS-Geräte (zum Beispiel Garmin eTrex H) kosten heute unter 100 Euro. Mit einer Halterung für den Fahrradlenker ersetzen sie nicht nur einen einfachen Fahrradtacho (Zeit, Kilometer, Geschwindigkeit), sie zeigen auch die aktuelle Fahrtrichtung an und können Wegpunkte (z.B. eine Kreuzung oder ein Gasthof) sowie die eigentliche Fahrstrecke speichern – man erzeugt einen Track. Ein Track ist eine Art „digitales Logbuch“, das im GPS-Gerät während einer Tour aufgezeichnet wird. Diese Aufzeichnung kann man abspeichern und später zur Navigation vor Ort wieder aufrufen. Tracks können selbst aufgezeichnete Daten sein, aber auch von anderen Radlern stammen.

 

2. Trackback-Funktion

Der Track wird so zusagen „umgekehrt“ und führt einen zum Ausgangpunkt zurück – wie Hänsel und Gretel mit den Brotkrumen. Bereits die einfachsten Geräte bieten schon diese Funktion.


Da man auf dem GPS-Gerät seine Tracks speichern und von dort auf den Computer übertragen kann (und umgekehrt), haben sich großartige Möglichkeiten entwickelt: Im Internet gibt es mittlerweile ein riesiges Angebot an Tracks und es wird täglich größer! Viele Fremdenverkehrsinstitutionen, Hotels und vor allem spezielle Tourenportale bieten sie kostenlos an (einige auch kostenpflichtig). Es gibt sogar bei einigen Portalen Planungs-Tools, mit deren Hilfe man aus einzelnen Streckenabschnitten seine Wunschtour basteln kann.

Sagt einem eine Tour zu, sind es nur wenige Schritte bis man ihr auf dem eigenen GPS-Gerät folgen kann – ohne aufwändige Planung am Kartentisch zu Hause und ohne nervige Navigationsstopps unterwegs.

 

Was braucht man?

• PC / Mac mit Internetzugang (am besten DSL)
• USB-Kabel
• GPS-Gerät mit USB-Schnittstelle, besser noch ein kartentaugliches GPS-Gerät, vorzugsweise mit Farbdisplay (gibt es ab 199,– Euro, z.B. Garmin eTrex Venture HC)
• Programm Garmin „Communicator“ (gibt es kostenlos bei Garmin zum Download)
• Optional: Digitale Landkarte (z.B. Garmin Topo Deutschland oder TransAlpin)

 

Wie geht’s? Die einzelnen Schritte

• Das GPS-Gerät einschalten. Im Hauptmenü den Punkt "TRACKS" auswählen. Bei einfachen Geräten sollten idealer Weise zuerst alle alten Daten gelöscht werden, also Arbeitsspeicher (bzw. Active Log oder Speicherbelegung) und die bereits gespeicherten Tracks im Gerät. Dies dient dazu, dass alte Tracks nicht mit neuen verbunden werden. Bei neueren Geräten gibt es reichlich Speicherplatz.

• PC / Mac und GPS-Gerät mit USB-Kabel verbinden, das Programm Garmin Communicator sowie den Webbrowser starten.

• Track auf einem Internet-Tourenportal suchen (oder eigenen, gespeicherten Track verwenden) und im passenden Format übertragen. Am weitaus gebräuchlichsten ist das „GPX“-Format, in Notfall gibt es aber auch „Übersetzungsprogramme“

• Am Ausgangspunkt der Tour das GPS-Gerät einschalten. Jetzt werden die Satelliten gesucht und es müssen mindestens drei gefunden werden, um die Position zu bestimmen. Man darf sich nicht in einem Gebäude befinden und sollte möglichst freie Sicht zum Himmel haben.

• Gewünschten Track im Trackmenü auswählen und die Navigation bestätigen (erscheint, nachdem man den Track mittels OK bestätigt).

• "Zum Anfang" oder "Zum Ende" auswählen – und schon geht’s los.

• Bei nicht kartentauglichen Geräten wird der Track einfach nur als Linie dargestellt, der man unterwegs folgt. Das ist noch kein Navigationsknüller, aber es funktioniert auch.
Besser wird es kartentauglichen GPS-Geräten. Serienmäßig ist auf ihnen meist eine einfache Basiskarte vorinstalliert. Sie verrät einem zwar, wo auf dem Globus man sich befindet, für eine Radtour reicht es aber meist noch nicht aus. Man braucht noch zusätzliches Kartenmaterial (man machte früher ja auch keine Radtour mit dem Weltatlas am Lenker, sondern besorgt sich die passenden Karten).


Eine Landkarte im GPS eröffnet das volle Leistungsspektrum der GPS-Navigation und macht die Bike-Tour zum Genuss. Grundsätzlich unterscheidet man Raster- und Vektorkarten.

Rasterkarten sind nichts anderes als die digitale Version einer gedruckten Karte. Vorteil: Sie sehen auch aus wie „normale Karten“, man kennt das Bild. Nachteile: Wenn man weit herauszoomt, verschwimmt die Information. Man sieht eigentlich gar nichts mehr. Zoomt man hingegen näher heran, erscheint auch nicht mehr Info, die Karte wird nur irgendwann pixelig. Außerdem sind Rasterkarten nicht oder nur sehr begrenzt „routing-fähig“ (siehe unten).

Vektorkarten sind der fortschrittlichere und praktischere Kartentyp. Man muss sich zunächst mal an ein anderes Erscheinungsbild gewöhnen, wobei die neuesten Karten aber auch über eine Schummerung verfügen (= der „Schatten“ an einem Berg, der ihn plastisch erscheinen lässt). Dafür bieten sie – egal bei welchem Maßstab – immer ein gut ablesbares Kartenbild. Man bekommt bei Hineinzoomen mehr Infos, beim herauszoomen verschwinden diese zugunsten der Übersichtlichkeit. Zusätzlich kann man auch bestimmte Punkte mit Informationen verknüpfen (bei der Garmin TransAlpin sind dies zum Beispiel Infos über Berghütten, Fahrrad- und Outdoor-Läden etc.).

• Programm (z.B. Garmin „Basecamp“ oder Garmin „MapSource“ gibt es kostenlos bei Garmin zum Download oder wird mit den digitalen Landkarten geliefert)

• Programm und digitale Landkarte auf dem PC installieren und freischalten.

• Digitale Landkarte mit dem Programm öffnen.

• Track auf einem Internet-Tourenportal suchen und im passenden Format herunterladen (oder eigenen, gespeicherten Track verwenden).

• Track-Datei mit der Software öffnen.

• Computer und GPS-Gerät mittels Kabel verbinden.

• Das GPS-Gerät einschalten. Im Hauptmenü den Punkt "TRACKS" auswählen. Hier sollten idealer Weise zuerst alle alten Daten gelöscht werden: Arbeitsspeicher (bzw. Active Log oder Speicherbelegung) und die bereits gespeicherten Tracks im Gerät. Dies dient dazu, dass alte Tracks nicht mit neuen verbunden werden.

• Kartendaten und Tracks, die man vom PC auf das GPS laden möchte, mit dem Programm auswählen und übertragen.

• Zum Ausgangspunkt der Tour fahren und GPS-Gerät einschalten. Satelliten werden gesucht; es müssen min. 3 gefunden werden, um die Position zu bestimmen. Man darf sich nicht in einem Gebäude befinden und man sollte möglichst freie Sicht zum Himmel haben.

• Gewünschten Track im Trackmenü auswählen und die Navigation bestätigen (erscheint, nachdem man den Track mittels OK-Taste bestätigt.)

• "Zum Anfang" oder "Zum Ende" auswählen – und schon kann’s losgehen.

• Die gewünschte Ansicht wählen, Kartenansicht oder Kompass und der Route bzw. dem Pfeil folgen.

• Die Tour genießen.


Alternativ lassen sich – sowohl am PC, inzwischen aber auch mit dem GPS-Gerät – eigene Tracks und Routen erstellen. Abhängig ist das von Karte und Gerät. Die neuesten Generationen von Garmins Vektorkarten sind voll routingfähig, schlagen also – nicht ganz identisch, aber ähnlich zum Auto-Navi – eine bestimmte Strecke auf dem abgebildeten Wegenetz der Karte vor, sobald man einen Start- und einen Zielpunkt definiert. Die teils mühsame Kleinarbeit, die Strecke stückchenweise auf einem angezeigten Weg anzulegen, entfällt somit. Gefällt einem der Routenvorschlag nicht, so lässt sich dieser durch das setzen von Zwischenpunkten ganz einfach korrigieren. Aktiviert man die Route anschließend auf dem Gerät, gibt einem dieses visuelle Abbiegehinweise. Auf eine Sprachansage muss man bei den Sport- und Outdoor-Geräten derzeit (noch?) verzichten, die meisten Geräte fordern auf Wunsch aber auch durch einen Piepton akustisch zum Abbiegen auf.

Mann kann auch ohne digitale Landkarten navigieren. Das ist zwar mit weniger Kosten verbunden (es sind keine digitalen Landkarten erforderlich und ein einfacheres GPS-Gerät reicht aus), aber dann wird im Display des GPS-Gerätes keine Karte gezeigt, sondern nur der eigene Standort und eine Linie, der man folgen soll. Wenn man keinem eingespeicherten Track oder einer Route folgt, so wird man „auf Luftlinie“ gelotst, andernfalls werden Track oder Route schematisch dargestellt. Das klappt zwar auch, ist aber etwas abstrakter als die Arbeit mit digitalen Landkarten.

Viele Wanderer, die zunächst vorsichtig an dem Thema schnuppern, steigen bald richtig ein. Und immer mehr Wanderer nutzen auch weiterreichende Möglichkeiten wie die Tourenplanung mit Routen und Wegpunkten, sie erstellen Höhenprofile, betrachten ihre Touren auf Google Earth oder ähnlichen Programmen, oder sie kombinieren ihre GPS-Tracks mit anderen Trainingsdaten (Puls, Geschwindigkeit, Höhe etc.). Die Möglichkeiten sind riesig!

Wer das Navi vom Auto kennt, wundert sich vielleicht über zwei Dinge: Warum muss man digitale Landkarten für die Navigation beim Wandern und Trekken extra kaufen? Beim Straßennavi gehören sie doch auch dazu… Dazu Manfred Thaler, beruflich Product Manager beim GPS-Spezialisten Garmin und privat begeisterter Bergsteiger, Biker und Skitourengeher:

„Das ist eigentlich wie mit Papierkarten. Wer mit dem Auto durch die Alpen fährt braucht andere Karten als ein Wanderer. Für digitale Straßenkarten ist der Raum zwischen den Karten „leer“. Topografische Karten zeigen viel mehr Details an und brauchen daher viel mehr Speicherplatz. Deshalb muss man sich Topokarten für GPS extra kaufen – je nachdem, wo man hinfährt. Außerdem enthalten Topokarten viele Informationen, die wir in Form von Lizenzen bei Landesvermessungsämtern zukaufen müssen – wenn wir nicht alles selbst erfassen wollen. Die Lizenzkosten sind teilweise sehr hoch, zum Beispiel in der Schweiz. Das ist auch der Grund warum in der grenzübergreifenden Karte ‚TransAlpin’ die Kartendetails unterschiedlich stark ausgeprägt sind – die Karte wäre sonst sehr viel teurer und damit für den Nutzer unerschwinglich geworden. Das wollten wir nicht!“

Die andere Frage heißt: Warum kann man nicht einfach sein Ziel eingeben und das Gerät zeigt dann den schönsten Weg dorthin an? Auch das erklärt Manfred Thaler anschaulich: „Bei der Straßennavigation sind neben der eigentlichen Straßen auch noch Zusatzinformationen hinterlegt: Ist es eine Einbahnstraße? Wie viele Spuren hat die Straße? Die Abbiegespuren usw. Ähnliche Informationen müsste auch für jeden noch so kleinen Pfad hinterlegt sein: Wie schwierig ist er, wie breit oder schmal, welche Steigung hat er, wie schön ist die Aussicht, wie ist er markiert usw. usw. usw. Noch ist diese Info nicht verfügbar – und damit auch kein Routing nach bestimmten Kriterien möglich. Langfristig ist das aber durchaus denkbar. Momentan muss man sich daher mit einem Kompromiss zufrieden geben. Das Routing der neuesten Karten klappt aber schon richtig gut und die gewünschte Strecke ist innerhalb von kürzester Zeit erstellt!“

Mehr Informationen gibt es unter www.garmin.de.