Hallo, ich bin männlich, 38 Jahre alt und betreibe seit Jahren Triathlon. Zurzeit trainiere ich im Moment ca. 10h/Woche und habe in der letzten Zeit des Nachts im Schlaf „unruhige Beine“ d.h. Muskelzuckungen und das Gefühl mich unbedingt bewegen zu müssen.
Ich ernähre mich ausgewogen und trinke eigentlich auch genug (2-3l am Tag). Woran kann das liegen und was kann ich dagegen tun?
Vielen herzlichen Dank schon einmal
Jens H.
Hallo Jens,
Muskelzuckungen können viele Gründe haben. Eine häufige Ursache nach intensiven Trainingsbelastungen sind Elektrolytstörungen. Gut dass Du viel trinkst, wichtig ist, dass die Mineralzusammensetzung stimmt. Du solltest auch auf eine ausreichende Versorgung mit Aminosäuren (Eiweiß) nach dem Training achten.
Insbesondere Magnesium spielt für die Muskelfunktion eine wichtige Rolle und dieses Mineral ist häufig bei Sportlern vermindert. Wenn die Substitution mit Magnesium keine Besserung erzielt, solltest Du unbedingt einen Arzt zur weiteren Klärung aufsuchen, da die Ursachen für Muskelbeschwerden in Zusammenhang mit einem Bewegungsdrang der Beine sehr unterschiedlich sein können und mitunter einer weiteren Abklärung bedürfen.
Sind besondere Kriterien erfüllt, spricht man von einem „Restless legs Syndrom“. Nervenschäden, Bandscheibenschäden, Veränderungen des Nervenkanals, aber auch Durchblutungsstörungen, Krampfadern, Nierenerkrankungen, Blutbildveränderungen und Rheuma können dafür verantwortlich sein. Häufig ist Eisenmangel der Grund, weshalb Du zumindest ein Blutbild durchführen lassen solltest.
Koffein, Energydrinks und Alkohol solltest Du besser momentan vermeiden. Eine Wechseldusche am Abend, Entspannungsübungen (zum Beispiel Autogenes Training), eine geregelter Tag- und Nachtrhythmus sowie eine gesunde Schlafhygiene (keine schweren Mahlzeiten am Abend, kein Alkohol am Abend, kein Fernsehen/Computer 30 Minuten vor dem Schlafengehen) können die Symptomatik verbessern. Bei schweren Fällen eines Restless legs können Parkinsonmedikamente helfen. Ob dies erforderlich ist, muss der Arzt/Neurologe entscheiden.
Dr. Klaus Rawe