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Typisch Läufer – Die Knochenhautentzündung

  • Christian Riedel
Eine Knochenhautentzündung zählt zu den typischen Beschwerden von Läufern. Aber auch in anderen Sportarten oder durch Arbeit am Rechner kann sich die Knochenhaut entzünden. Aber warum passiert das, wie kann man sich davor schützen und wie sieht die Behandlung aus?

Gerade im Frühling, wenn das Wetter schön wird und die Lust aufs Laufen steigt, müssen viele wegen anhaltender Schmerzen im Schienbein das Lauftraining abbrechen. Oft sogar für mehrere Wochen. Die Diagnose lautet in der Regel immer gleich: Knochenhautentzündung. Gerade Läufer sind prädestiniert für dieses Problem.

So entsteht die Knochenhautentzündung


Die Knochenhaut überzieht wie der Name ja bereits sagt den Knochen. Insgesamt sind es zwei Schichten, wobei in der äußeren Schicht die Ansätze von Bändern und Sehnen verwachsen sind. Bei einer intensiven Belastung, wie eben beim Laufen, können sich Knochen und Knochenhaut ein wenig gegeneinander verschieben. Beim Laufen passiert das häufig am Schienbein, wo die Stoß-Dehn, Reize besonders stark sind. Über einen längeren Zeitraum können diese Reize eine Entzündung verursachen. Da die innere Schicht der Knochenhaut viele Gefäße und Nerven enthält, ist eine Knochenhautentzündung extrem schmerzhaft.

Besonders gefährdet sind dabei die Stellen, an denen der Knochen relativ weich ist, wie etwas die Innenseite der unteren Hälfte des Schienbeins. Dies ist gerade bei Läufern eine häufige Stelle für eine Knochenhautentzündung. Beschwerden hier haben sogar einen eigenen Namen bekommen. Man spricht hier vom Schienbeinkantensyndrom. Aber auch der Unterarm ist eine beliebte Stelle für eine Knochenhautentzündung, da der Knochen hier durch das Auflegen auf die Tischkante oder häufiges Stoßen dagegen ebenfalls gereizt wird.

Das hilft


Wenn bei Dir entsprechende Schmerzen auftreten, beispielsweise beim Laufen, solltest Du einen Orthopäden aufsuchen, um zunächst eine ordentliche Diagnose zu bekommen. Schließlich könnten die Schmerzen beispielsweise auch von einem Ermüdungsbruch her rühren. Anschließend muss das betroffene Körperteil ruhig gestellt werden. Gegen die Schmerzen werden von Fall zu Fall unterschiedliche Schmerzmittel verschrieben, um eine chronische Schmerzkrankheit zu vermeiden.

Ruhigstellen, beispielsweise durch einen Tape-Verband, ist eine Säule der Therapie. So soll vor allem der Belastungsschmerz gelindert werden. Die zweite Säule ist, die Entzündung in den Griff zu bekommen. Hier können kalte Kompressen und entsprechende entzündungshemmende Medikamente helfen. Wichtig ist zu warten, bis die Schmerzen abgeklungen sind, bevor man wieder mit dem Laufen beginnt. Ansonsten läuft man Gefahr, dass die Schmerzen schlimmer werden und die Entzündung chronisch werden kann. Ist die Entzündung verheilt, sollte man es mit dem Training langsam angehen lassen, damit sich der Körper erst wieder an die Belastung gewöhnt.

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