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Übergewicht – Gibt es schwere Knochen?

  • Christian Riedel
Wenn die Waage ein paar Kilos zu viel anzeigt, hört man oft die Ausrede, dass das an den schweren Knochen liegt. Aber gibt es so etwas wir schwere Knochen überhaupt oder ist das nur eine faule Entschuldigung?

Dass schwere Knochen am Übergewicht Schuld sein sollen, hat bestimmt schon jeder einmal gehört. Natürlich kann man darüber zunächst streiten, wann man überhaupt übergewichtig ist. Aber diese Diskussion kann man an anderer Stelle weiterführen. Die Frage, die sich wahrscheinlich viele schon gestellt haben, ist, ob es wirklich so etwas wie schwere Knochen gibt. Schließlich kann es durchaus einmal vorkommen, dass vermeintlich schlanke Menschen mehr Kilos auf die Waage bringen, als man eigentlich meinen könnte.

Die Ausrede, schwere Knochen zu haben, gilt leider nicht, auch wenn die Knochendichte und damit auch das Gewicht des Gesamtskeletts durchaus variieren kann. Bei einem erwachsenen Mann machen Knochen rund 15 Prozent des gesamten Körpergewichts aus. Bei einer Frau sind es rund 12 Prozent. Ein ausgewachsener Mann mit einem Körpergewicht von 80kg hat also rund 12kg Knochenmasse. Die Knochen einer 60kg schwere Frau wiegen rund 7,2kg. Durch Training, Verletzungen oder Veranlagung kann die Knochendichte auch variieren. Allerdings nur in gewissen Grenzen. Die Knochenmasse schwankt maximal um 10 Prozent. Das wären bei dem Beispielmann also rund 1,2kg, bei der Beispielfrau nur 720 Gramm. Insofern kann man den Knochen nicht die Schuld geben, wenn die Waage zu hohe Zahlen anzeigt.

Variation bei den Knochen


Eine Hauptaufgabe der Knochen ist es, den Körper zu stützen. Daher ist es wichtig, dass sich die Knochenmasse auch dem Körpergewicht anpasst. Je schwerer ein Mensch ist, desto dicker und stabiler müssen in der Folge auch die Knochen sein. Das hat aber natürlich auch seine Grenzen. Zudem können Krankheiten oder eine falsche Ernährung der Knochendichte schaden. Aber das macht die Knochen nur leichter und brüchiger.

Knochen bestehen vereinfacht gesagt zu 23 Prozent aus Mineralien, zu 12 Prozent aus Knorpel, zu 15 Prozent aus Fett und zu 50 Prozent aus Wasser. Um die Knochendichte zu erhöhen, kann man vermehrt Kalzium zu sich nehmen. Dazu benötigt man auch Vitamin D, damit der Körper das Kalzium einlagern kann. Auch regelmäßige Bewegung kann die Knochendichte erhöhen, da durch Muskelbewegungen der Knochenwachstum angeregt wird. Das kann man auch im Röntgenbild sehen, wenn man sich beispielsweise die Aufnahme der Arme eines Tennisspielers anschaut. Aber wie gesagt klappt das alles nur bis zu einem bestimmten Grad.

Fazit:

Wenn sich jemand gesund und kalziumreich ernährt und dazu viel Sport treibt, kann man also davon ausgehen, dass bei ihm die Knochen im Verhältnis zum Gesamtkörpergewicht schwerer sind als bei einem übergewichtigen Sportmuffel. Den Knochen die Schuld am Übergewicht zu geben, ist aber eine Ausrede, die man so nicht gelten lassen kann.

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