Christian Riedel
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Trainingsplan im Test – Teil 13: Stunde der Wahrheit

Die Relativität der Zeit

Natürlich stellt ein solcher Tempolauf enorme Anforderungen an die Willenskraft. Dir ist im Vorfeld schon bewusst, dass es anstrengend wird, und dass Du auf jeden Fall beißen musst. Aber wenn es dann tatsächlich so weit ist, ist das immer wieder auf Neue eine Überwindung. Wenn Du Grundlagenläufe über 10, 15 Kilometer machst, denkst Du am Ende „Das war’s schon?“.

Bei Tempoläufen, und gerade bei solchen auf Zeit, sieht das schon anders aus: Die Uhr tickt unerbittlich gegen Dich. Du merkst, dass Du eigentlich schneller laufen möchtest, aber vernünftigerweise den „Turbo“ noch nicht zünden darfst. Denn wer zu früh in die Sauerstoffschuld geht, bricht hinten heraus womöglich ein und quält sich mit deutlicher zeitlicher Verzögerung ins Ziel.

Ist jedoch der Zeitpunkt gekommen, in den höchsten Gang zu schalten, weißt Du, dass es bis zum Ziel nur noch dieses eine Tempo geben darf. Ab diesem Moment vergeht die Zeit bizarrerweise einmal langsam (Motto: Wie lange muss ich dieses Tempo noch durchhalten) und zugleich schnell (Motto: Stoppuhr, bleib bitte stehen).

Genickbrecher Ungeduld

Genau diese Schwierigkeit, nämlich den richtigen Zeitpunkt zu finden, hat mir wahrscheinlich das Genick gebrochen. Mit dem Wendepunkt habe ich nämlich – im Nachhinein – etwas zu früh etwas zu viel Gas gegeben. Mit der Folge, dass ich ab Kilometer 7 hart zu kämpfen hatte und nach Kilometer 8 (Zwischenzeit knapp unter 36 Minuten) meinem zu hohen Tempo Tribut zollen musste.

Die letzten beiden Kilometer konnte ich dann „nur“ noch in einer Zeit von jeweils knapp über 5 Minuten absolvieren, auch für einen richtigen Schlussspurt hatte ich keinen Saft mehr. So stand am Ende die etwas ernüchternde Zeit von 46:33 Minuten über 10 Kilometer, sowie die Erkenntnis, mich nochmal richtig schön selber „zerlegt“ zu haben.

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