Triathlon: Gleichgewichtstraining sorgt für bessere Fahrtechnik Jörg Birkel

Triathlon: Gleichgewichtstraining sorgt für bessere Fahrtechnik

  • Jörg Birkel
Radfahren ist mehr, als einfach nur in die Pedale zu treten. Balance auf dem Rad, ökonomische Tretbewegungen und sicheres Kurvenverhalten kann und sollte man trainieren. netzathleten.de stellt deshalb Übungen für eine besser Fahrtechnik vor.

Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit Profi-Rennfahrer ihre Rennräder beherrschen. Egal, ob es rasante Abfahrten inklusive Kurvenfahrten sind, steile Anstiege, schnelles Fahrtempo in einem riesigen Fahrerfeld oder das Fahren auf engen, kleinen Straßen. Sie nehmen scheinbar akrobatische Sitzpositionen ein, um während der Fahrt das Rad von einen Mechaniker reparieren zu lassen oder von Helfern, die am Straßenrand stehen, die Verpflegung aufzunehmen.

Für diese erstaunlichen Fähigkeiten ist eine ausgezeichnete Fahrtechnik notwendig. Und den meisten technischen Fähigkeiten liegt ein gut ausgebildetes Gleichgewichtsgefühl zugrunde. Einzelne Technikübungen sollten Teil des regelmäßigen Radtrainings sein.

Um das Gleichgewicht auf dem Rad zu schulen, gibt es viele verschiedene Übungen, die durch das regelmäßige Training stufenweise erschwert werden können. Denn nur durch ständig neue Reize kann sich ein Sportler stetig weiterentwickeln oder ein Grundniveau halten.

Hilfreiche Übungen für das Gleichgewichtstraining auf dem Rad

Wer wenigstens einmal in der Woche Zeit in Technikübungen investiert, wird davon bei längeren Radrennen oder Triathlonwettkämpfen profitieren. Ihr erhaltet dadurch die Möglichkeit, schneller zu fahren und bekommt mehr Sicherheit in schwierigen Situationen.

Geradeausfahren schult das Gleichgewichtsgefühl

Versucht mal, auf einem schmalen Weg oder auf einer dünnen Linie geradeaus zu fahren. Das ist überhaupt nicht so einfach wie es klingt, und es gehört schon etwas Übung dazu. Konzentriert Euch beim Fahren, aber verkrampft nicht, denn dann wird es immer schwieriger, die Linie zu halten. Wenn Ihr die Übung mit der Zeit beherrscht, erschwert Ihr das Ganze, indem Ihr mal über Eure Schulter zurückschaut; meist gelingt es dann nämlich nicht mehr, die Linie zu halten. Damit es leichter geht, beim Umschauen die Linie zu halten, nehmt am Anfang die linke Hand leicht vom Lenker beim Rückwärtsschauen. Damit verhindert Ihr, dass der linke Arm und die Schulter bewegt werden und das Fahrrad seine Linie verlässt.

Gleichgewicht halten beim langsamen Fahren

Beim Radtraining geht es ja meist um das lange und schnelle Fahren, vor allem im Wettkampf. Aber wie sieht es mit dem langsamen Fahren aus? Langsames Radfahren ist in der Tat eine effektive Form des Gleichgewichtstrainings. Sucht Euch dazu einen Streckenabschnitt aus, den Ihr so langsam wie nur möglich zu bewältigen versucht. Ausgezeichnete Radfahrer schaffen auf einem kurzen Abschnitt mehrere Minuten, weil sie mit dem Rad teilweise stehen bleiben, ohne dabei den Boden mit den Füßen zu berühren. Für die sogenannten Stehversuche ist es besser, wenn die Bauchmuskulatur angespannt wird, dadurch kann das Gleichgewicht während des Stehens besser gehalten werden.

Während des langsamen Fahrens solltet Ihr immer vorsichtig in die Pedale treten, vor allem dann, wenn Ihr das Gefühl habt, das Gleichgewicht zu verlieren. Um hier nicht schneller auf dem Boden zu landen als gedacht, muss die Kette immer auf Spannung gehalten werden. Auch ist es ganz hilfreich, das langsame Fahren in verschiedenen Sitzpositionen zu üben. Und zu Beginn ist es am besten, wenn Ihr mit den Händen den Unterlenker greift, weil das die Kontrolle verbessert.

Hindernisse auf der Radstrecke

Rennfahrer sind manchmal wahre Künstler. In letzter Sekunde wird ein Gegenstand auf der Straße gesehen und gekonnt ausgewichen. Oder durch das kurze Anheben des Vorderrades werden kleinere Schlaglöcher gut bewältigt. Um dies alles im Radtraining zu üben, lohnt es sich, einen kleinen Radparcours abzustecken. Eine Slalomstrecke und weitere kleinere Hindernisse fördern die unterschiedlichen Fertigkeiten und trainieren das Gleichgewicht. Verschiedene Varianten sind für diese Form des Techniktrainings möglich. Ihr könnt zusammen mit anderen Radfahrern testen, wer den Kurs am schnellsten schafft, ohne dabei einen Fehler zu machen, oder wer so langsam wie möglich den Kurs packt, ohne mit den Füßen die Straße zu berühren. Gerade in der Gruppe kann die Leistung jedes einzelnen dadurch angekurbelt werden, das nennt man Gruppendynamik.

Weitere hilfreiche Technikübungen bieten die Bücher „Radtraining im Triathlon“ (ISBN 978-3-941297-11-1, 16,95 €) von Lynda Wallenfels und „Grundlagentraining für Radsportler“ (ISBN 978-3-941297-14-2, 18,95 €) von Thomas Chapple aus dem Sportwelt Verlag. Dort findest Du außerdem wertvolle Tipps zur Trainingsgestaltung für das Radfahren im Triathlon, um eine solide Grundlage für das spezifische Training in der Aufbau- und Wettkampfphase zu legen. Dabei stehen die Leistungsmessung sowie eine gezielte Trainingsplanung und -kontrolle im Vordergrund und werden leicht verständlich erklärt.

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