Andrea Mentasti kennt Sardinien wie kaum ein anderer – und doch sieht er die Insel mit dem Blick eines Entdeckers. Seit über zwei Jahrzehnten prägt er die Entwicklung des renommierten Forte Village Resorts und hat dabei eine ganz eigene Handschrift hinterlassen: weg vom klassischen Urlaub, hin zu echten Erlebnissen. Mit seiner Leidenschaft für Sport, Natur und Bewegung hat er ein Angebot geschaffen, das Gäste nicht nur fordert, sondern nachhaltig begeistert.
Im Gespräch erzählt Andrea Menasti, warum Radfahren für ihn mehr ist als Training, weshalb Kinder unbedingt neue Sportarten ausprobieren sollten – und was Sardinien abseits der Strände so besonders macht. Ein Highlight seines Engagements ist der internationale Triathlon im Forte Village, der jedes Jahr Athleten aus aller Welt anzieht. Mit spektakulären Strecken entlang der Küste und einem bewusst anderen Ansatz – weniger Wettkampf, mehr Erlebnis – hat sich das Event zu einem festen Bestandteil der europäischen Triathlon-Szene entwickelt.

netzathleten: Sie sind fast täglich draußen aktiv – was treibt Sie an?
Andrea Mentasti: Ja, eigentlich bin ich jeden Tag draußen. Wenn ich nicht auf dem Fahrrad sitze, gehe ich wandern oder rudern. Für mich ist das keine Arbeit, sondern eine Leidenschaft. Genau das möchten wir auch unseren Gästen vermitteln: Bewegung soll Spaß machen und neue Perspektiven eröffnen.

Wie hat Ihr beruflicher Weg hier im Forte Village begonnen?
Ich bin seit dem Jahr 2000 hier. Angefangen habe ich im Marketing, später war ich einige Jahre Hotelmanager. Von 2004 bis 2013 habe ich den Bereich „Leisure & Services“ geleitet – also alles, was über Zimmer und Restaurants hinausgeht. In dieser Zeit haben wir angefangen, das Freizeitangebot massiv auszubauen, vor allem im Sportbereich. Das war auch die Geburtsstunde der Sportakademien.
2013 haben Sie dann bewusst einen Schritt zurück gemacht – warum?
Ich wollte einfach etwas anderes sehen. Dieser Ort ist fantastisch, aber ich wollte die Welt außerhalb kennenlernen. Gleichzeitig wollte ich dem Unternehmen verbunden bleiben. Also habe ich als Berater gearbeitet – und parallel ein Herzensprojekt gestartet: den Triathlon „Challenge Forte Village Sardinien“.
Der Triathlon ist heute eines der Aushängeschilder des Forte Village Resorts. Wie hat sich das Event entwickelt?
Wir haben 2013 damit angefangen und das Format über die Jahre immer weiterentwickelt. Heute ist das Rennen Teil der Challenge Family, einer der wichtigsten internationalen Serien im Triathlon. Was uns besonders macht, ist die Kombination aus professioneller Organisation und unserem eigenen Ansatz: Wir sehen das Event nicht nur als Wettkampf, sondern als Erlebnis.

Was macht die Strecke so besonders?
Die Kulisse ist einzigartig. Du schwimmst im offenen Meer, fährst auf gesperrten Küstenstraßen und läufst entlang der Strände. Viele Athleten sagen, dass es eine der schönsten Strecken ist, die sie je gemacht haben. Gerade die Radstrecke gehört für mich zu den Highlights – sie führt durch Landschaften, die viele so auf Sardinien gar nicht erwarten.
Der Triathlon findet regelmäßig im Herbst statt – hat das einen besonderen Grund?
Ja, absolut. Der Termin liegt meist im Oktober und ist damit für viele Athleten das Saisonfinale. Gleichzeitig ist das Klima perfekt: nicht zu heiß, wenig Verkehr, ideale Bedingungen für Ausdauersport. Und genau das ist auch Teil unserer Philosophie – Sardinien als Ganzjahresdestination zu zeigen, nicht nur im Hochsommer.



Ihr Ansatz unterscheidet sich bewusst von klassischen Wettkämpfen. Inwiefern?
Wir kommen aus der Hotellerie, nicht aus dem Eventmanagement. Das merkt man. Uns ist wichtig, dass sich die Teilnehmer wohlfühlen. Es gibt gemeinsame Abende, eine Pasta Party, ein BBQ – die Menschen sollen sich austauschen. Natürlich geht es um Leistung, aber genauso um Gemeinschaft. Viele kommen jedes Jahr wieder, weil sie genau diese Atmosphäre schätzen.
Ist der Triathlon nur etwas für Profis?
Nein, ganz im Gegenteil. Wir bieten verschiedene Distanzen an – von Sprint bis Mitteldistanz. Das bedeutet: Auch Einsteiger können teilnehmen. Unser Ansatz ist: Jeder kann es schaffen. Es geht nicht darum, ein Held zu sein, sondern darum, sich selbst herauszufordern.
2019 haben Sie dann Ihr eigenes Unternehmen gegründet – wie kam es dazu?
Eigentlich war das gar nicht geplant. Wir haben externe Anbieter für Sportprogramme geholt, aber ich war oft nicht zufrieden mit dem, was sie unseren Gästen geboten haben. Also wurde ich gefragt: „Warum machst du es nicht selbst?“ So hat sich das entwickelt.
Was unterscheidet Ihr Angebot von klassischen Sportprogrammen?
Es geht nicht nur um Training. Es geht um Erlebnisse. Natürlich helfen wir ambitionierten Sportlern, sich weiterzuentwickeln. Aber genauso wichtig ist es, Einsteiger für etwas Neues zu begeistern. Wer noch nie Rad gefahren ist, soll bei uns die Faszination entdecken.
Neben Radfahren bieten Sie auch Rudern und Wandern an – warum gerade diese Kombination?
Viele Angebote finden indoor statt – klimatisiert, komfortabel. Das ist auch gut. Aber ich wollte den Fokus stärker aufs Meer und die Natur legen. Rudern war für mich selbst neu, aber ich habe mich sofort dafür begeistert. Es ist ein intensives Erlebnis, besonders hier auf dem Meer. Wandern kam später dazu – vor allem nach der Pandemie. Viele Gäste wollten die Umgebung zu Fuß entdecken. Und die Landschaft hier ist spektakulär.

Was macht Sardinien abseits der Strände so besonders?
Viele kennen nur das Meer – aber das Hinterland ist unglaublich. Es gibt Berge mit Blick aufs Meer, unberührte Wälder und Orte mit einer ganz besonderen Energie. Ich bin nicht hier geboren, deshalb sehe ich die Schönheit vielleicht objektiver. Und genau diese Perspektive gebe ich an unsere Gäste weiter.
Sie arbeiten viel mit Familien. Was ist Ihnen dabei besonders wichtig?
Kinder sollten neue Dinge ausprobieren. Wenn sie das ganze Jahr Fußball spielen, sollten sie hier etwas völlig anderes machen – vielleicht Rudern oder Mountainbiken. Unterschiedliche Sportarten fördern unterschiedliche Fähigkeiten: Teamgeist, Selbstvertrauen, Koordination. Das prägt fürs Leben.
Welche Rolle spielt Sport generell in der persönlichen Entwicklung?
Eine riesige. Es geht nicht nur um Leistung oder Wettbewerb. Sport lehrt Disziplin, Respekt, Körpergefühl. Man lernt, sich selbst besser zu verstehen. Diese Fähigkeiten helfen in allen Lebensbereichen.

Sie organisieren auch größere Events und Touren – was steckt dahinter?
Wir bieten alles an – von kurzen Ausfahrten bis hin zu mehrtägigen Touren über mehrere hundert Kilometer. Ein Beispiel ist eine Charity-Radtour entlang der Küste. Dabei geht es nicht nur ums Radfahren, sondern um Gemeinschaft, Motivation und das gemeinsame Ziel.
Auch Unternehmen kommen für Teambuilding zu Ihnen. Warum funktioniert Sport hier so gut?
Weil er verbindet. Nach intensiven Meetings gehen die Teilnehmer raus, bewegen sich gemeinsam und erleben etwas. Das hilft, Inhalte zu verankern und stärkt das Teamgefühl. Wichtig ist, die richtige Aktivität zu wählen – nicht jede Sportart eignet sich für jede Gruppe.
Ihre Philosophie scheint stark von Ihrer eigenen sportlichen Vielseitigkeit geprägt zu sein.
Absolut. Ich habe nie nur eine Sportart gemacht – Basketball, Windsurfen, Skifahren. Ich wollte immer alles ausprobieren. Genau das gebe ich weiter: Offen sein, Neues testen, den eigenen Körper kennenlernen.

Ihr Unternehmen heißt „Ajoha“ – was bedeutet das?
„Ajoha“ heißt auf Sardisch so viel wie „Komm, los geht’s!“. Es ist eine Einladung, aktiv zu werden. Inspiriert ist es auch von „Aloha“ aus Hawaii – ein Lebensgefühl. Für mich steht es dafür, rauszugehen, etwas zu erleben und das Leben zu genießen.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Aktivtourismus auf Sardinien?
Dass die Insel nicht nur für ihre Strände bekannt ist, sondern auch für ihre Natur, ihre Wege, ihre Möglichkeiten. Vor allem in der Nebensaison ist es hier ideal – perfekte Temperaturen, wenig Verkehr, unglaubliche Landschaften.
Zum Abschluss: Was macht diesen Ort für Sie persönlich so besonders?
Ich bin einfach unglaublich glücklich, hier zu leben – Rad fahren, schwimmen, die Natur genießen. Dieses Gefühl von Freiheit möchte ich mit unseren Gästen teilen.
Vielen Dank für das Gespräch, Andrea!
Alle weiteren Informationen unter: www.fortevillageresort.com






















