Projekt 2. Liga – Stefan Blöcher im Interview gettyimages.de

Projekt 2. Liga – Stefan Blöcher im Interview

Mit dem gebürtigen Wiesbadener Stefan Blöcher engagiert sich ein weiterer Hockey-Sportler im deutschen Fußball. Als Geschäftsführer der BRITA-Arena möchte er dazu beitragen, den SV Wehen Wiesbaden zurück in die 2. Bundesliga zu bringen und dort zu etablieren.
etzathleten: Stefan, beim SV Wehen Wiesbaden herrscht derzeit Aufbruchsstimmung. Platz vier in der 3. Liga und im DFB-Pokal das große Spiel vor ausverkauftem Haus gegen Schalke 04 vor der Brust. Sie haben Großes vor, oder?

Stefan Blöcher: Unser Ziel ist die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Das hat absoluten Vorrang. In meiner Aufgabe als Geschäftsführer der BRITA-Arena möchte ich aber auch das Stadion insgesamt besser auslasten, über den Fußball hinaus.

netzathleten: Was genau ist in und um das Stadion geplant?

Stefan Blöcher: Das Stadion liegt sehr zentral in Wiesbaden, in fünf Geh-Minuten ist man im Zentrum und das wollen wir zukünftig besser nutzen. Wir stellen uns hier insgesamt viel breiter auf, auch wenn der Fußball natürlich das Kerngeschäft bleibt. So sind wir Gastgeber für das WM-Qualifikationsspiel der Frauen-Nationalelf gegen Island im Oktober, richten das Rugby-Länderspiel Deutschland gegen die USA aus. Darüber hinaus wird es aber auch Konzerte geben und andere Sportveranstaltungen.

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Die beiden BRITA-Arena Geschäftsführer Stefan Blöcher und Dr. Thomas Pröckl (©svww.de)

netzathleten: Inwieweit sind Sie als Geschäftsführer des Stadions auch in die Arbeit des Vereins involviert?

Stefan Blöcher: Ich helfe und unterstütze bei der Sponsorensuche und stehe darüber hinaus gerne mit sportlichem Rat jederzeit zur Seite.

netzathleten: Sie kennen beide Sportarten. Wie groß ist denn der Unterschied zwischen dem Fußball und dem Hockeysport?

Stefan Blöcher: Als ehemaliger Mannschaftssportler erkenne ich natürlich, ob ein Spieler in die Mannschaft passt, ob er seine Leistung abruft. Einige ehemalige Hockeyspieler sind deshalb schon länger im Fußball unterwegs, als Scouts beispielsweise. Oder nehmen wir Bernhard Peters, den ehemaligen Hockey-Bundestrainer, der lange Jahre in Hoffenheim war und nun beim HSV arbeitet. Was den finanziellen Aspekt angeht, klafft zwischen dem Fußball und den meisten anderen Sportarten natürlich eine riesige Lücke, die angesichts der aktuellen Entwicklungen der Ablösesummen auch noch gefährlich für den Fußball werden kann. Auch, weil man sich durch solch astronomische Summen immer weiter von den Fans entfernt.

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SV Wehen Wiesbaden: Ambitioniertes Team aus der hessischen Landeshauptsstadt (©gettyimages)

netzathleten: Ist man bei Wehen Wiesbaden denn aufgrund der ambitionierten Ziele auch in finanzielle Vorlage gegangen, ist der Aufstieg gewissermaßen Pflicht?

Stefan Blöcher: Wir wehren uns nicht, würde der Aufstieg bereits in dieser Saison gelingen, aber die Konkurrenz ist groß. Wir planen langfristiger, wollen den SVWW in der 2. Bundesliga etablieren. Finanziell sind wir durch neue Sponsoren gut aufgestellt und die Mannschaft ist eine sehr homogene Truppe, der ich den Aufstieg durchaus zutraue.

netzathleten: In gut einem Monat steht ein Highlight an, die zweite Runde im DFB-Pokal. Was erwarten Sie abschließend vom Pokalspiel gegen Schalke 04?

Stefan Blöcher: Wir freuen uns über eine ausverkaufte BRITA-Arena und sehen uns als Außenseiter mit einer kleinen Siegchance. Im Sport ist vieles möglich. Es wird auf jeden Fall ein Fußball-Fest in Wiesbaden.

Hintergrund
Wir trafen Stefan Blöcher bei einem Event der Laureus Sport for Good-Stiftung in München. Der ehemalige Weltklasse-Hockey-Spieler engagiert sich seit 2008 als Laureus-Botschafter zu Gunsten benachteiligter Kinder und Jugendlicher. Seit 2016 zeichnet er für die BRITA-Arena in Wiesbaden verantwortlich.

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Stefan Blöcher bei einem früheren Projekt-Besuch der Laureus Stiftung (©GES-Mercedes-Benz)

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