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Leider wird über das Thema "Fettverbrennung" eher fabuliert, als informiert. Nun, grundsätzlich wird Fett garnicht „verbrannt“; der menschliche Körper ist keine Müllverbrennungsanlage oder Hochofen. Die sog. Fettverbrennung sind biochemische Prozesse des Energiestoffwechsels, die durch verschiedene Faktoren und Mechanismen reguliert und gesteuert werden.
Doch zunächst möchte ich mich mit der eigentlichen Frage "ab wann verbrennt der Körper Fett" selbst auseinander setzen. Vermutlich soll die Frage "ab wann verbrennt der Körper Fett" wohl eher lauten "wie bekomme ich MEIN Fett weg“? Denn ich denke, Du meinst nicht das direkt aus der Nahrung aufgenommene Fett. Und was heißt „ab wann“? Welcher Zeitraum soll denn betrachtet werden? Eine konkrete Antwort auf die Frage „wie lange muß ich diesen oder jenen Sport treiben“, damit die sog. Fettverbrennung beginnt, hat KEINEN praktischen Wert! Was kannst Du mit einer Aussage, daß nach 25 Minuten die Fettverbrennung beginnt anfangen? NICHTS! denn abgerechnet wird am Schluß! Wenn am Ende eines Tages, einer Woche, eines Monats, eines Jahres, die Zufuhr von Energie höher ist als der Verbrauch, werden die Fettdepots größer, egal wieviel Fett Du zwischendurch verstoffwechselt oder "verbrannt" hast! Und bei einer ausgeglichenen Bilanz am Ende eines Tages oder Jahres ... an der Menge Deines körpereigenen Fetts ändert sich nichts!
Nun zurück zu Deiner Frage. Bei Ausdauerleistungen sind in der ersten Phase Kohlenhydrate die wichtigste Energiequelle. So wird bei einem Dauerlauf von ca. einer halben Stunde* ein erheblicher Teil der Glykogenspeicher abgebaut, die körpereigenen gespeicherten „Fette“ aber werden nur in sehr geringem Umfang mobilisiert. Mit zunehmender Zeit steigt dann der Abbau von „Fett“ (Lipolyse).
Wann wird noch vermehrt „Fett“ verstoffwechselt?
1. Bei Nahrungskarenz, d. h. dann, wenn die Glykogenspeicher weitestgehend aufgebraucht sind. Dies geschieht bereits nach mehreren Stunden ohne Nahrungsaufnahme, also z. B. über Nacht, wenn man schläft. Wer also morgens mit nüchternem Magen läuft, steigert die Verstoffwechslung körpereigenen Fetts, ist aber in der Leistungsfähigkeit deutlich eingeschränkt.
2. Die körpereigenen Fettreserven werden auch dann „angegriffen“, wenn nicht genügend Kohlenhydrate mit der Nahrung aufgenommen werden – siehe Atkins-Diät, Low-carb-Diät oder Insulin-Trennkost-Diät.
Allerdings sei noch angemerkt, das der Körper erst Energie aufwenden muß, um „Fett“ aufspalten zu können und um dann daraus Energie zu gewinnen. Das macht er natürlich nicht gerne und greift deshalb lieber auf die leichter verfügbaren Proteine zurück. Stehen die nicht in ausreichender Menge mit der Nahrung zur Verfügung, geht der Körper an die Skelettmuskulatur, wenn man die Muskeln nicht ausreichend beansprucht werden; ein nicht „benötigter“ Muskel wird als entbehrlich behandelt und „verspeißt“.
Fazit: wenn Du Dich am Tag ausreichend bewegst und alle Muskeln benutzt und weniger Energie oder Kohlenhydrate zu Dir nimmst, als Du (ver)brauchst, "verbrennst" Du körpereigenes Fett.
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* Alle Menschen sind unterschiedlich und deshalb gibt es keinen allgemeingültigen Richtwert in exakten Minuten, ab wann die sog. Fettverbrennung im eigentlichen Sinne beginnt.
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