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Markenpiraterie – Fälschungen erkennen

Nepper, Schlepper, Bauernfänger: Betrüger lauern überall. Auch mit gefälschten Basketballschuhen wollen viele das schnelle Geld machen. Doch man kann sich davor schützen.

Egal ob Vereinsspieler oder Streetballer – auf ein ordentliches paar Schuhe können die wenigsten von uns verzichten. Bei Schuhpreisen von 120 bis 200 Euro für Markenschuhe überlegt sich der Normalverdiener, Schüler oder Azubi aber zwei Mal, ob es unbedingt das neueste Modell sein muss, ob man auf ein älteres zurückgreift oder gar bei Ebay nach irgendwelchen Schnäppchen sucht.
Doch die Suche nach günstigen Angeboten kann in den heutigen Zeiten schnell nach hinten losgehen. Dank eines fast unüberschaubaren Imports von Waren aus Fernost wird der Markt geradezu von gefälschten „Markenschuhen“ überschwemmt.

Waren diese Plagiate früher oft noch leicht zu erkennen, hat es der Laie heute meistens sehr schwer, die zum Teil äußerst detailgetreuen Billiglatschen vom echten Markenschuh zu unterscheiden.

Meistens bemerkt man den Betrug erst, wenn man das vermeintliche Schnäppchen dann in der Hand hält. Die Verarbeitung ist in den meisten Fällen schlampig und die verwendeten Materialien minderwertig. Vor allem bei den Sohlen und den verarbeiteten Dämpfungsmaterialien wird nur auf die Optik geachtet. Die Eigenschaften des Originalschuhs werden bei den gefälschten Produkten in keinem Fall erreicht. Dies ist nicht nur ärgerlich, wenn der Schuh sich nach kurzer Zeit in seine Bestandteile auflöst, sondern kann auch auf dem Court äußerst gefährlich sein und unter Umständen zu ernsthaften Verletzungen führen.

Leider ist man nie davor gefeit, in diesem lukrativen Geschäft Betrügern in die Falle zu tappen, es gibt aber durchaus Tipps und Tricks, wie man den Kauf eines gefälschten Schuhs vermeiden kann und sich somit jede Menge Geld und Ärger spart.

Einkauf im Laden

In Ladengeschäften und Kaufhäusern, vor allem den bekannteren könnt Ihr Euch grundsätzlich sicher sein, das es sich um Originalware handelt. Diese Unternehmen werden in der Regel direkt von den Herstellern beliefert. Ebenso sicher sind natürlich die Shops der Hersteller selbst. Egal ob Niketown, Adidas Store oder die entsprechenden konzerneigenen Shops in diversen Outlets. Hier bekommt der Käufer definitiv keine Fälschungen angedreht.


Einkauf in Onlineshops

Beim Einkauf in Onlineshops gilt eigentlich dasselbe wie bei Ladengeschäften. Je bekannter der Onlineshop, desto wahrscheinlicher handelt es sich bei den angebotenen Waren um Originalprodukte der Hersteller.

Misstrauisch sollte man werden, sobald die Shops im Ausland sitzen, alle Schuhe denselben Preis haben, oder trotz aktueller Kollektion, weit unter den deutschen Preisen liegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dort Plagiate vertrieben werden liegt bei 99,9 Prozent.

Weitere Hinweise auf gefälschte Waren findet man oft auch in den AGBs der jeweiligen Shops. Manche weisen sogar ausdrücklich darauf hin, dass sie nicht für die Authentizität der angebotenen Produkte garantieren und nicht direkt von den Originalherstellern beliefert werden.
Beispiel:

Authenticity Description
We DO NOT GUARANTEE THE AUTHENTICITY of any products purchased through XXX online. XXX is in no way affiliated with Nike Inc., Reebok Ltd., Bape, Evisu, Red Monkey, BBC, Gucci Group NV, LVMH Group, Burberry Ltd., Tiffany & Co., and/or the National Basketball Association. All merchandise are FACTORY VARIANTS and are custom altered. These are merchandise made in unique and unreleased colours that is not normally offered elsewhere.

 

Einkauf bei Auktionsplattformen

Hier ist die Wahrscheinlichkeit, ein echtes Schnäppchen zu machen, eindeutig am größten, ebenso wie das Risiko, gefälschte „Markenprodukte“ zu erwerben. So lag der Anteil gefälschter Markenartikel 2007 bei Online Auktionen laut Spiegel bei ca. 37 Prozent.

Zwar arbeiten die meisten Plattformen mit den Herstellern zusammen, um Fälschern das Handwerk zu legen. Bei der Menge der angebotenen Produkte ist es aber fast unmöglich, alle schwarzen Schafe zu erwischen.

Ein wichtiges Merkmal sind in jedem Fall die positiven Bewertungen. Hat der Verkäufer eine große Anzahl davon und betreibt er seinen Onlineshop im großen Stil, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, das man dort Originalware bekommen kann. Doch selbst wenn die Bewertungen bei nahezu 100 Prozent liegen, empfiehlt es sich die negativen Bewertungen zu suchen und kritisch zu begutachten. Sollte dort das Wort „Fälschung“ auftauchen, ist zumindest zweimaliges Hinschauen unerlässlich.
Ihr solltet immer darauf achten, dass Privatverkäufer Euch Originalbilder zur Verfügung stellen. Am besten sollten sie auch „getagt“ sein. Das bedeutet, dass der Verkäufer neben die Schuhe ein Stück Papier mit seiner Online-Identität legt.
Dies sollte dann so aussehen:

Will man ganz sicher gehen, sollte man beim Verkäufer noch den Original-Kassenbeleg anfordern.


Authentizitätsmerkmale

Die meisten Fälschungen erkennt man oftmals schon daran, dass sie auf den Fotos billig aussehen oder in den exotischsten Farbvarianten daherkommen.
Oftmals hilft ein bisschen Onlinerecherche bei der Suche nach Originalbildern, und man sieht die ersten Unterschiede schon auf Anhieb.

Gerade bei Schuhen der Marke Jordan ist die Masse an Farbkombinationen, Retro-Modellen und limitierten Sondereditionen aber besonders groß. Daher ist eine Unterscheidung von Original und Fälschung nicht immer ganz einfach.
Auf zahlreichen Internetseiten findet man daher Hilfe in Form von Erscheinungsdaten, Farbkombinationen und Produkt-Codes, die die Identifizierung einfacher machen sollen.
Zu empfehlen sind darunter:
www.jumpman23.com
www.jordanextreme.com
www.air-jordans.com
Entdeckt Ihr also eine Variante der Schuhe, die bei keiner dieser Seiten auftaucht, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass es sich um eine Fälschung handelt.
Ein weiteres Merkmal können Stickereien und Inschriften im Schuh sein. Gerade bei den Schuhen von LeBron James verwendet Nike immer wieder Zitate, Worte und Bilder, die an bestimmten Stellen des Schuhs eingestickt werden. Daran kann man erkennen, wie es um die Echtheit des Schuhs bestellt ist.
Stimmen diese nicht mit der Farbkombination des Schuhs überein, ist der Schuh eine Fälschung.
Beispiele:
1) LeBron IV (schwarz/weiß/rot)

2) LeBron V (schwarz/rot)

© Bilder : Nikelebron.net

Deutliches Fälschungsmerkmal sind aber in jedem Fall die sogenannten „Insidetags“ der Schuhe. Das ist der weiße Anhänger, der auf der Innenseite jedes Schuhs angebracht ist und die entsprechenden Produktdaten des Schuhs enthält.
Hier ein Beispiel, welche Daten das Insidetag alle enthält und wie es in der Regel bei Nike aussehen sollte (es gibt allerdings auch hier Abweichungen):

© Bild : Nike

"Style Number" und "Color Code" müssen in jedem Fall mit dem Code auf der Schuhschachtel übereinstimmen.

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist das Datum links unter dem Strichcode. Bei Originalwaren berührt dieses Datum den Strichcode. Es gibt keinen Abstand dazwischen, wie es bei vielen Fälschungen der Fall ist.
Bei Adidas ist es mitunter etwas schwerer, Fälschungen am Insidetag zu erkennen. Bei Fälschungen ist oftmals das Wasserzeichen falsch positioniert. Bei Originalware befindet es sich links auf dem Schild.


Wenn Ihr einmal trotz dieser Hilfestellungen nicht weiter wisst, gibt es im Internet zahlreiche Communitys, in denen sogenannte Sneakerheads (Schuhsammler) sich austauschen und auch anderen mit gutem Rat zur Seite stehen.
Diese Leute haben meist jede Menge Ahnung von den entsprechenden Schuhen, weil sie diese entweder selbst besitzen oder sich ausführlich und täglich mit der Materie beschäftigen. Wie in jedem Forum empfiehlt es sich, wenn man Fragen hinsichtlich der Authentizität hat, sich erstmal die richtige Rubrik zu suchen.

Bei www.niketalk.com, dem wohl bekanntesten Forum für Nike und Jordan Produkte, gibt es die Kategorien "Price/Fake Check". Dort könnt Ihr Bilder, Links zu Auktionen, Onlineshops und Preisanfragen für bestimmte Schuhe posten. Zusätzlich gibt es eine Liste der „legit websites“, die von den Usern erstellt wurde und angibt, welche Onlinehändler Originalware vertreiben.

Solltet ihr bereits einen Schuh gekauft haben, bei dem Ihr unsicher seid, ob er echt oder gefälscht ist, habt Ihr noch die Möglichkeit, den Schuh selbst oder Fotos davon an die Rechtsabteilungen der jeweiligen Hersteller zu schicken.

Christian Gerne

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