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Die Kolumne von Laura Frenzel

Goldene Jungs

  • Laura Frenzel
Zwar gestärkt durch die zahlreichen Medaillengewinne, doch mit Respekt vor Norwegen, Österreich und Japan, startete die Operation Gold im Team-Wettbewerb. Man hatte sozusagen seit Sotschi vor allem mit den Norwegern eine Rechnung offen, nachdem diese der deutschen Mannschaft vor vier Jahren in Russland den Platz an der Sonne streitig gemacht hatten.
Alle Sprünge von der Schanze gelangen gut und der erwartete Rückstand zu den Norwegern blieb aus, man ging als Zweiter in die Loipe: die Österreicher schoben sich in den Fokus, gewannen sie doch das Springen im Team. Vinzenz Geiger zeigte als Olympianeuling wenig Nerven und setzte die Vorgaben von Cheftrainer Weinbuch exakt um. Er schloss schnell zum Führenden auf und riss dann couragiert noch eine Lücke auf die Verfolger. So hatte schon Fabian Riessle einen gewissen Vorsprung mit auf den Weg bekommen. Fabian ging auf den ersten Metern unglaublich aggressiv an. Man konnte sehen, dass er sich Gold nicht nehmen lassen wollte. Der Vorsprung konnte ausgebaut werden und die Verfolger machten auf mich recht früh den Eindruck, dass es für sie nur noch um Silber und Bronze gehen sollte. Eric bekam als dritter Läufer schon einen sehr komfortablen Vorsprung mit auf die Reise. Trotzdem lief er ein konstant hohes Tempo. Johannes Rydzek ging als letzter deutscher Läufer in die Loipe und ließ bis zum Ende keinen Zweifel daran, wie der Olympiasieger im Teamwettbewerb der Kombinierer heißen würde.

Weit vor dem Ziel schnappte sich Johannes die deutsche Fahne und trug sie über die Ziellinie zu seinen Mannschaftskameraden. Ich habe den Eindruck, dass die Teamarbeit beim Wettbewerb von der Großschanze und der Triumph im Teamwettbewerb die Mannschaft maximal verzahnt hat. Jeder einzelne Athlet der vierköpfigen Mannschaft ist nun mit einer Medaille geschmückt, hat für sich viel erreicht und als Krönung stehen nun alle zusammen oben auf dem Podest. Es war ein großer Wunsch von Eric, dass die Mannschaft Gold gewinnen möge; der ist nun in Erfüllung gegangen und krönt die einmalige Erfolgsgeschichte der Kombinierer in PyeongChang.
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Einziger Wermutstropfen ist aus meiner Sicht, dass Björn Kircheisen keinen Einsatz bekam, verfügte er doch wie die anderen über diese Möglichkeiten. Nochmals olympisches Edelmetall für Björn wäre ein schöner Abschluss seiner olympischen Karriere gewesen.

Die Medaillen sind gewonnen, die Gedanken richten sich nun für Philipp und mich auf die Rückreise nach Deutschland.

Eure
Laura Frenzel

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