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Nase frei - das bringen Nasenpflaster

  • Dr. med. Markus Klingenberg
Ende der 90er Jahre kam in der Fußball-Bundesliga ein Trend auf, sich ein großes Pflaster über die Nase zu kleben. Angeblich sollen die Atemwege vergrößert und so die Sauerstoffzufuhr verbessert werden. Andere Sportler kopierten die Idee. Aber haben Nasenpflaster wirklich den gewünschten Effekt?

Der Trend sprang vom Fußball auf andere Sportarten über. Besonders Ausdauersportler sind auf eine gute Sauerstoffzufuhr angewiesen. Es stellt sich aber die Frage, wie sinnvoll es ist, sich ein großes Pflaster auf die Nase zu kleben und ob dadurch wirklich mehr Sauerstoff in die Lunge gelangen kann?

„Ob Nasenpflaster etwas bringen oder nicht, kann man pauschal nicht beantworten“, sagt Dr. Markus Klingenberg, Sportmediziner aus Bonn. „Denn ob die Atmung und dadurch die Sauerstoffzufuhr verbessert wird, hängt von den Ursachen der Atembeschwerden ab.“

Nasenpflaster gegen Allergien


Durch die Spannung, die das Pflaster verursacht, werden die Nasenwände etwas nach außen gezogen. Das hilft, wenn beispielsweise die Nasenscheidewand gekrümmt ist. Auch bei angeschwollenen Nasenschleimhäuten, wie bei einer allergischen Reaktion, kann ein Nasenpflaster eventuell helfen.

„Durch das Nasenpflaster werden zwar die Atemwege der Nase geöffnet. Die Lungenatmung oder die Lungenkapazität wird aber nicht verbessert“, erklärt Dr. Klingenberg. Der Sportmediziner empfiehlt, bei gefühlten Atemwegsproblemen die Pflaster einfach einmal auszuprobieren. „Schaden können Nasenpflaster auf keinen Fall. Ob sie etwas bringen, muss jeder für sich entscheiden.“

Nasenpflaster oder Nasenklammer

 

Wenn die Nase so weit zu ist, dass die Atmung erschwert ist, helfen nicht nur Nasenpflaster. „Mechanisch sinnvoller sind so genannte Nasenklammern, die die Nasenflügel von innen nach außen drücken“, sagt Hobbyläufer Markus Klingenberg. Da die Pflaster fast an der gleichen Stelle sitzen, die sie mechanisch beeinflussen sollen, ist der Effekt weniger gut, als bei den weichen Plastikeinsätze der Nasenklammer.

Ob Nasenklammer, Nasenpflaster oder altbewährte Hausmittel wie beispielsweise vor dem Wettkampf eine Kochsalzlösung durch die Nase hochziehen, spielt weniger eine Rolle. Hauptsache, die Atemwege sind frei. Letztlich kann man aber nur ausprobieren, welche Methode bei einem besser hilft.

Übrigens: Ein Nasenpflaster ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn man auch durch die Nase atmet. Gerade bei größeren Anstrengungen im anaeroben Bereich kann man den vergrößerten Sauerstoffbedarf nur durch die Mundatmung decken. Da kann man sich 100 Pflaster auf die Nase kleben, mehr Sauerstoff bekommt man dadurch nicht. Vielleicht haben sich deswegen die Nasenpflaster in den Bundesliga auch nicht durchgesetzt.

Christian Riedel

Details

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  • Star Vita: Dr. med. Markus Klingenberg arbeitet und als Arzt mit den Schwerpunkten Sport- und Ernährungsmedizin und Personal Trainer in Bonn und in der Sportorthopädie der Klinik-am-Ring in Köln. Mehrmals pro Jahr arbeitet er zudem als Tauchmediziner im indischen Ozean. Seine Schwerpunkte umfassen ein Personal Training, Ernährungs-Coaching, und die Leistungsdiagnostik. Als ehemaliger Leistungssportler kombiniert Dr. med. Markus Klingenberg sein Wissen als Sportmediziner und Personal Trainer, um für seine Kunden nachhaltig erfolgreiche individuelle Konzepte zu entwickeln und umzusetzen.
  • Star Erfolge: Arzt, Sportmediziner, Notarzt

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