Hier ist jedenfalls meine Top Five der natürlichen Feinde des Läufers:
Platz 5: Mücken. Gerade wenn es Richtung Sommer geht, ein echtes Ärgernis. Wenn Du dann mal kurz stehen bleiben musst, um Dir Deine Schuhe zu binden o.Ä., hast Du noch Tage später ein paar rote, juckende Andenken.
Platz 4: Walker in Gruppen. Walker sind die Hobby-Radrennfahrer der Parks und Wälder. Wenn Ihr im Frühling oder Sommer häufiger mit dem Auto auf Landstraßen unterwegs seid, werdet Ihr wissen, dass Radrennfahrer im Training sich gern breit machen, was das Überholen deutlich erschwert. Dabei weiß doch jeder, dass Windschattenfahren und Kreiseln deutlich schneller ist… Bei Walkern in Gruppen ist es nicht viel anders. Man nutzt gern die ganze Breite des Weges und ist dann überrascht bis erschrocken („Huch!“), wenn jemand zum Überholen ansetzt.
Platz 3: Unangeleinte Hunde. Eins vorab: Ich mag Hunde. Während ich diesen Artikel schreibe, liegt sogar unser allseits beliebter Redaktionshund unter meinem Schreibtisch. Aber bekanntlich reagiert der eine oder andere Hund verunsichert auf Menschen, die sich mit ungewöhnlicher Geschwindigkeit nähern. Hierbei gilt: Je kleiner, desto lauter. Dabei können die Hunde eigentlich gar nichts dafür. Aber dazu später mehr.
Platz 2: Pferde und Reiter, sofern überempfindlich, siehe oben.
Platz 1: Unaufmerksame Herrchen oder Frauchen mit unangeleinten kleinen Hunden. Zugegeben, auf mein persönliches Feindbild beim Laufen treffe ich nur alle Jubeljahre mal. Aber es ist schon vorgekommen. Dann nähert sich der Wauwau nämlich schon im Vollsprint und mit maximalem Gekläffe, wenn man selber noch hundert Meter entfernt ist. Der Besitzer, der eigentlich wissen sollte, dass sein Liebling Läufer nicht unbedingt mag, lässt die Sache aber gerne einfach mal laufen.
Aber auch wir Läufer machen uns nicht immer beliebt. Gerade wenn der Ehrgeiz groß und die Ziele hoch sind, neigen Läufer auch im Training schon mal zum Drängeln. Und auch wir können die Straße schon mal breit machen. Der eine oder andere Radfahrer oder Skater wird es bestätigen können. Und wenn fünf und mehr Läufer auf einen Hund zukommen, kann ich sogar verstehen, wenn gekläfft wird.
Marco Heibel