Auf dem Weg zu einer 10 km-Zeit unter 45 Minuten innerhalb von 10 Wochen stellt netzathleten-Redakteur Marco Heibel in der dritten Trainingswoche endlich Fortschritte fest. Und gibt aus gegebenem Anlass sein persönliches „Ranking der natürlichen Feinde des Läufers“ bekannt.
Endlich! Es geht aufwärts. Nach drei Wochen hab ich zwar gerade mal ein halbes Kilo verloren, aber dafür einen ordentlichen Formzuwachs zu verzeichnen. Die Laktatmessung in Kombination mit einem guten Trainingsplan scheinen mich wirklich nach vorne gebracht zu haben. Gleich beim ersten Lauf der Woche (3×2 km im Schwellenbereich mit Trabpausen) bin ich auf meiner Hausrunde von 8 Kilometern ne Zeit von unter 40 Minuten gelaufen, obwohl ich die Trabpausen wirklich gemächlich hab angehen lassen und mich bei meiner Herzfrequenz wirklich strikt an die Empfehlungen aus der Laktatmessung gehalten habe.
Als „Belohnung“ – na ja, um genau zu sein hat es mein Terminplan nicht anders zugelassen – habe ich mir den 15km-Regenerationslauf dann einfach mal geschenkt. Im forcierten Spaziergangtempo können 15 Kilometer zudem ziemlich lang(weilig) werden. Nicht, dass Ihr denkt, dass bei mir nach den ersten Erfolgserlebnissen bereits der Schlendrian eingekehrt ist. Das kann ich mir gar nicht leisten. Wie sähe das denn aus, wenn ich nach 10 Wochen nur einen Leistungszuwachs von einer oder zwei Minuten auf 10 Kilometern hätte?
Form bestätigt
Einheit Nummer drei in dieser Woche war erneut ein Intervalllauf über 3×2 km im Schwellenbereich. Meine Endzeit lag minimal über der vom letzten Mal, ich fühle ich also bestätigt in meinem guten Gefühl. Mittlerweile würde mich sogar schon interessieren, wie schnell ich wäre, wenn ich die 10 Kilometer jetzt voll durchlaufen würde. Aber alles zu seiner Zeit…
Bei Einheit vier gab es dann wieder mal keinen Schönheitspreis, sondern allenfalls ein Fleißkärtchen zu gewinnen: ein GA 2-Lauf (HF 156-161) über 10 Kilometer. Aber letzten Endes gehören auch diese Läufe zum Trainingsaufbau dazu, auch wenn sie für mich nicht gerade der Höhepunkt der Trainingswoche sind.
Die natürlichen Feinde des Läufers
Allerdings kam es bei diesem GA 2-Lauf zu einem Ereignis, das meinen Puls nochmal gewaltig über den empfohlenen Bereich getrieben haben sollte: Ich soll wohl ein entgegen kommendes Pferd (samt Reiterin, versteht sich) so nervös gemacht haben, das dieses das dahinter reitende Pferd scheu gemacht hat. Es ist schon ein mulmiges Gefühl, wenn zwei solche Tiere 3 oder 4 Meter neben einem plötzlich „außer Kontrolle“ geraten. Naja, nachdem die Pferde wieder beruhigt waren, durfte ich mir von einer der Reiterinnen stellvertretend für alle Läufer dieser Welt noch einige Verwünschungen anhören. Ich wünschte den Damen dagegen herzlichst einen „Schönen Abend noch“ und lief weiter meiner Wege.
Wer jetzt denkt, dass ich auf bevorzugt auf Pferdekoppeln laufe, irrt. Das würde allerdings erklären, warum Reiter angesäuert reagieren, wenn sie mich sehen. Stattdessen laufe ich bevorzugt in einem Waldstück, in dem es direkt neben dem Waldweg über weite Strecken noch parallel einen Reitweg gibt. Ich habe auch keine außergewöhnlichen Dinge gemacht, allenfalls Arme und Beine gleichzeitig bewegt…
Jedenfalls hat mich dieser kleine Zwischenfall dazu veranlasst, auf den letzten Kilometern mal darüber nachzudenken, wer wohl die größten natürlichen Feinde des Läufers – neben der eigenen Psyche und dem eigenen Körper – sind. Dieses Ranking ist natürlich rein subjektiv, und zwar gleich doppelt: einmal aus meiner eigenen Sicht, zum zweiten aus der Sicht eines Läufers. Reiter, Spaziergänger, Hundebesitzer etc. mögen mir verzeihen. Aber alles ist eben eine Frage der Perspektive.