Aromastoffe bremsen Hungergefühl und machen schön www.istockphoto.com/GrenouilleFilms

Aromastoffe bremsen Hungergefühl und machen schön

  • geschrieben von  Anja Rau
Geruchs- und Geschmacksstoffe beeinflussen das Essverhalten des Menschen. Wenn man sie richtig nutzt können sie anscheinend schlank machen, denn einige von ihnen wirken sättigend. Pfefferminz, Zitrusfrüchte, Lavendel, Vanille und viele weitere Aromen entscheiden über Hunger oder Sättigung.

Wer Aromastoffe richtig einsetzt, der kann mit ihrer Hilfe vielleicht entscheidende Abnehm-Erfolge feiern. Denn laut der Laborleiterin des Wiener Christian-Doppler-Labors für Bioaktive Aromastoffe, Veronika Somoza, rufen einige natürliche Aromen ein Sättigungsgefühl hervor.

Kann man sich satt riechen?

Eine laufende Studie des Wiener Labors, das im März eröffnet wurde, ist über sieben Jahre angelegt. In diesem Zeitraum werden auch Tests durchgeführt, bei denen die Probanden Lebensmittel mit bestimmten Aromen verkosten. Ihnen wird währenddessen Blut abgenommen, welches nach Sättigungsmarkern untersucht wird. Eine andere Langzeitstudie soll das Gewicht und den Körperfettanteil von Versuchspersonen im Auge behalten. Wichtig ist Somoza, dass sie keine künstlichen Aromen untersuchen und züchten, sondern bioaktive Stoffe in natürlichen Lebensmitteln erkennen, die sättigend wirken.

Aktuelle Studienergebnisse belegen die Wirkung von Aromen wie Pfefferminz, Zitrusfrüchte, Lavendel und Chili auf das Essverhalten des Menschen. Die Forscher des NIZO Food Research bewerten vor allem gründliches Kauen als wichtig, weil dabei Aromamoleküle freigesetzt werden, die dem Gehirn ein Sättigungsgefühl übermitteln. Aber auch schon einfaches Riechen von Aromen kann sättigen. Nach Studienergebnissen von Dr. Alan Hirsch, dem Gründer der „Smell & Taste Treatment and Research Foundation“ in Chicago reicht bereits der Geruch des Essens, um die Übermittlung des Sättigungsgefühls an das Gehirn zu senden. Das „Hungerzentrum“ im Gehirn ist also offenbar mit dem „Riechzentrum“ an der Nasenwurzel verbunden. Sobald im „Hungerzentrum“ genügend Nervenimpulse ankommen, wird das Hungergefühl abgeschaltet. Empfängt das Gehirn jedoch keine oder falsche Geruchssignale, hat man weiter Hunger und isst dementsprechend auch mehr.

Verschiedene Anwendungsgebiete

Die verschiedenen Düfte haben dabei auch unterschiedliche Anwendungsgebiete in der Aromatherapie. So eignet sich nach Aussagen von Ernährungswissenschaftlern Pfefferminz besonders bei Heißhungerattacken. Zusätzlich wird durch Pfefferminz die Verdauung angekurbelt.

Vanille stärkt die Nerven, Lavendel entspannt

Die Produktion von Serotonin kann durch Vanilleöl angeregt werden und dieser Stoff stärkt die Nerven und macht glücklich. Genauso setzt auch der Duft von Zitrusfrüchten, wie vor allem Orange, dieses „Glückshormon“ frei und hält außerdem wach. Bergamotte hilft bei seelischen Durchhängern, Rosmarin wirkt anregend und Lavendel sowie Zimt entspannend.

Aromen beeinflussen Gewichtseinschätzung

In einer weiteren Studie von Dr. Alan Hirsch machten er und sein Team erstaunliche Ergebnisse: Frauen, die blumig-würzige Parfums tragen, wurden von den befragten Männern durchschnittlich knapp zwei Kilo leichter eingeschätzt als ihr tatsächliches Gewicht. Männer, denen dieser Geruch besonders gefiel, schätzten die Frauen sogar mehr als fünf Kilo leichter ein.

Natürlich ersetzt solch eine Aromatherapie keinen Diätplan, denn gesunde Ernährung und Sport ist die entscheidende Kombination. Dennoch werden mit Aromen getränkte Taschentücher als neuer Diättrick gehandelt. Allerdings sollte man dabei nicht zu Schokoladenduft greifen, der habe wohl die entgegengesetzte Wirkung. Und falls alle Stricke reißen, kann Frau ja zu einem blumig-würzigen Parfum greifen.