Legales Doping? Rote Beete verbessert die Ausdauer Thinkstockphoto.de

Legales Doping? Rote Beete verbessert die Ausdauer

  • geschrieben von  Jörg Birkel
Rote Beete könnte einer Studie zufolge ein wahres Zaubermittel für Ausdauersportler sein. Bei einem Versuch der Universität Exeter verbesserten Probanden ihre Leistung um durchschnittlich 16 Prozent, nachdem sie Rote-Beete-Saft getrunken hatten.

Verantwortlich für den leistungssteigernden Effekt soll nach Angaben des Studienleiters Professor Andy Jones der hohe Nitratgehalt des roten Rübengemüses sein. Nitrat (NO3) wird von Magen und Dünndarm rasch absorbiert und ein Teil gelangt über die Speicheldrüsen wieder in den Mund.

Stickstoffmonoxid steigert die Leistungsfähigkeit

Dort wird Nitrat von Bakterien zu Nitrit (NO2) reduziert und gelangt zurück in den Magen wo es von der Magensäure in das Gas Stickstoffmonoxid (NO) umgewandelt wird. Von da gelangt NO wieder in den Blutkreislauf wo es verschiedene Reaktionen im Körper verantwortlich ist.

Stickstoffmonoxid erweitert beispielsweise die Blutgefäße, reichert das Blut mit Sauerstoff an und verbessert die Durchblutung von Muskeln und Organen. Bei sportlicher Belastung reduziert NO zudem den Sauerstoffverbrauch und damit auch den Energiebedarf des Körpers, so Professor Jones.

„Bei submaximalen Belastungen sank der Sauerstoffverbrauch im Gegensatz zur Kontrollgruppe um 5-10 Prozent“, sagt Jones. „ Bei maximalen Belastungen konnten wir sogar eine Reduzierung um 15-20 Prozent messen.“

Kleine Versuchsgruppe

An dem Versuch nahmen 8 gesunde Männer zwischen 19 und 38 Jahren teil. Die Probanden tranken sechs Tage lang einem halben Liter Rote-Beete-Saft und mussten an den letzten drei Tagen Belastungstests auf dem Ergometer absolvieren. Durchschnittlich hielten die Teilnehmer 11:25 Minuten durch.

Beim Kontrolltest gab es gleichfarbigen Johannesbeersaft zu trinken. Die Probanden machten rund 92 Sekunden früher schlapp. Mittels Atemgasmaske konnte zudem ein um 19 Prozent reduzierter Sauerstoffverbrauch gemessen werden, was ebenfalls auf einen reduzierten Energieverbrauch hindeutet.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Die in Roter Beete enthaltenen Nitrate haben wohl eine blutdrucksenkende Wirkung.

Fazit

Obwohl es bei der Studie im eine relativ kleine Versuchsgruppe handelt, kommen andere Studien zu ähnlichen Ergebnissen. Rote Beete bzw. die darin enthaltenen Nitrate haben offenbar eine leistungssteigernde Wirkung. Umstritten ist derzeit jedoch die Tatsache, dass Nitrate an der Bildung karzinogener (krebserregender) Nitrosamine beteiligt sind.

Die Befürworter des Rote-Beete-Dopings konnten jedoch bisher keinen Zusammenhang zwischen Nitrataufnahme und einem gesteigerten Krebsrisiko feststellen. Ihrer Meinung nach wiege aber die Einnahme der in frischem Gemüse wie der Roten Beete enthaltenen Antioxidantien eine mögliche karzinogene Wirkung von Nitraten auf.

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