Cheerleading – Trübe Hupfdohlen oder wahrer Sport?
Coole Moves, strahlendes Lächeln und sexy Outfits könnten sicherlich einige Attribute sein, die einem beim Wort „Cheerleading“ einfallen. Jedoch sind dies längst nicht alle Punkte, die das Cheerleading ausmachen, auch wenn man von dem einen oder anderen amerikanischen High-School Film in diese Richtung geleitet wird. Was hinter diesem Sport steckt und in welchen Dimensionen er hier in Deutschland praktiziert wird könnt Ihr hier erfahren.
Der Begriff „Cheerleading“
Das Wort „cheer“ in Cheerleading kommt aus dem Englischen und bedeutet Anfeuerung. Ein „Cheer“ ist sportfachbegrifflich als eine Kombination aus Worten und Bewegungen zu verstehen. Er wird meist in den Spielpausen, Auszeiten und anderen Unterbrechungen angestimmt und besteht meist aus mehreren Zeilen, die sich reimen. „Cheerleading“ ist damit also der „Sport des Anfeuerns“. Im Laufe der Zeit wurde das reine Anfeuern durch akrobatische und tänzerische Elemente erweitert.
Es begann in den USA
Das Cheerleading ist eine amerikanische Erfindung. Dort blickt man auf eine mehr als hundertjährige Geschichte des Sports zurück. In der Anfangsphase war das Cheerleaden – man mag es kaum glauben – eine reine Männerangelegenheit.
Die ersten Cheerleader waren eine Art „Einheizer“. Ihre Aufgabe bestand darin, das Publikum zu animieren und die Mannschaften mit Schlachtrufen zu unterstützen. Nach und nach wurden auch tänzerische Darbietungen eingebaut.
Erst in den 1920er Jahren sollten die ersten Frauen den Zugang zum Cheerleading finden. Das Markenzeichen der Cheerleader, die bunten, glänzenden Pompons, erschienen zum ersten Mal in den 30er Jahren. Bis heute gehören sie als Stilelement zur Cheerleader-Darbietung dazu.
Bis in den 60er Jahren gehörte Cheerleading in keine Leistungsklasse, denn bis dahin war noch nicht an Wettkämpfe zu denken. 1967 gab es meisterschaftsähnliche Veranstaltungen, wobei die Sieger nicht durch eine anerkannte Jury bewertet wurden, sondern durch einfache Publikums-Umfragen. Erst 1978 wurde die erste richtige Meisterschaft, die „National Collegiate Cheerleading Championsship“, ausgetragen. Seitdem wurde das Niveau des Sports kontinuierlich gesteigert. Das US-Cheerleading ist heute noch eines der leistungsstärksten und dient nacheifernden Sportlern anderer Länder als absolutes Vorbild. Heutzutage wird in den USA Cheerleading sogar als Leistungs-Fach in den Schulen und Universitäten angeboten.
Mit Pompons durch Deutschland
Vor gar nicht allzu langer Zeit nahm die Geschichte des Cheerleader-Sports auch bei uns ihren Lauf. 1980 wurden die ersten Cheerleader-Teams in Deutschland gegründet. „In der Anfangsphase konnte man noch nicht von Cheerleading auf Leistungsebene sprechen. Für die meisten Cheerleader-Teams schlossen sich seinerzeit Freundinnen von Footballspielern zusammen.“, erzählt uns Nicole Osthoff, Bundesjurykommissionsvorsitzende für Cheerleading. Vom anfänglichen „Herumgepuschel“ sind die heutigen deutschen Teams weit entfernt. Dank gezielter Jugendarbeit bringen Cheerleader-Teams mittlerweile, wie ihre amerikanischen Vorbilder auch akrobatische Elemente, wie geworfene Saltis und Schrauben zustande. Dass sich Deutschlands Cheerleader heute von ihrer Leistung her mit Konkurrenten anderer Länder messen lassen, zeigt uns vor allem die Teilnahme an den unterschiedlichsten Wettkämpfen bis hin zur Weltmeisterschaft. Bei der Weltmeisterschaft 2009, welche in Bremen stattgefunden hat, hat Deutschland zweimal Bronze, einmal einen vierten und zweimal einen sechsten Platz erringen können.
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