Verständigung hinterrücks – Parlez-vous Beachvolleyball?

: Verständigung hinterrücks – Parlez-vous Beachvolleyball?

Was bedeuten diese ominösen Handzeichen, die die Beachvolleyball-Spieler bei jedem Aufschlag hinter ihrem Rücken anzeigen? Die Beachvolleyballer Florian Lüdike und Markus Böckermann klären auf.

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Da lächelt mir mein Kontrahent von der anderen Feldseite aus freundlich ins Gesicht und ich weiß ganz genau, dass er mit seinen Händen hinter dem sonnengebräunten Rücken gerade anzeigt, wie er und sein Team-Kollege mich am besten austricksen wollen. Ganz übel kann ich es ihm nicht nehmen, weiß ich doch genau, dass sich der Spieß gleich umdrehen wird. Schließlich gehört diese „Handzeichen-Verschwörungstaktik“ doch zu jedem Beachvolleyball-Match.

Auf viele Außenstehende, die den Sport eher spaßeshalber betreiben oder noch am Anfang ihrer Beach-Karriere stehen, ergeben die Handzeichen der Beachvolleyball-Spieler keinen Sinn. Florian Lüdike und Markus Böckermann, aktuell auf Platz 10 der Deutschen Beach-Volleyball-Rangliste, erklären Euch im Folgenden die wichtigsten Zeichen der Handzeichen-Sprache.

Sinn und Zweck der Handzeichen beim Beachen

Die Handzeichen sind in allererster Linie ein Kommunikations-Element. Kommuniziert werden dabei die Taktik zwischen Abwehr- und Blockspieler. Die jeweiligen Handzeichen des Blockspielers zeigen an, auf welcher Spielfeldhälfte er den gegnerischen Angreifer blocken möchte. Diese Information ist wichtig für den hinten stehenden Abwehrspieler. So erfährt er nämlich welche Feldseite er bei harten Angriffen der Gegenseite noch decken muss.

Die Bedeutung der Handzeichen beim Beachen

Der Blockspieler hat verschieden Möglichkeiten, wie er einen Block stellt. Er kann beispielsweise einen Linienblock, einen Diagonalblock, einen direkten Block auf einen hart geschlagenen Ball, einen direkten Block auf einen Shot (leichter Angriff mit der offenen Hand) oder gar keinen Block stellen. Direkt blocken bedeutet dabei, dass man direkt den Ball und nicht die Spielfeldzonen blockt. Dementsprechend gibt es auch fünf gängige Handzeichen, die beim Beachen üblich sind.

 

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Es gibt 8 Kommentare

Maria P. schrieb am 06.07.09 um 14:58
Maria P.
Hallo Mark,
ich stimme mit Chris überein. Das Handzweichen, welches Du beschreibst zeigt einen "Spread-Block" (oder auch "Split-Block") an. Es gibt hierfür kein einheitliches Zeichen, da diese Art zu blocken schon sehr speziell und somit Teameigen ist. Ziel ist es dabei alle Bälle die links und rechts dicht neben dem Block vorbeigehen würden zu blockieren. Im Hochleistungsbereich wird diese Blockart aber eher selten gesehen.
Chris schrieb am 06.07.09 um 14:05
@ Mark

Was du beschreibst, ist ein sogenannter "Split-Block", bei dem man die Arme weit auseinander führt, um sowohl longline als auch diagonal möglichst viel Raum abzudecken.

Allerdings kenne ich niemanden, der dieses Handzeichen verwendet, um einen Split-Block anzukündigen. Vielmehr wird der kleine Finger meist hinzugenommen, um dem Mitspieler vorzuschlagen, wohin er den Aufschlag spielen soll. Andere wackeln dafür mit dem Block-Finger, was allerdings u.U. im Schatten auf dem Boden unter dem Blocker zu erkennen ist. (Es gibt wirklich Spieler, die auf so etwas achten.) Darum die Lösung mit dem stillgehaltenen kleinen Finger. Das Fingerwackeln deutet bei manchen Spielern zudem einen Fake-Block (also einen angetäuschten Block) an.

Dazu gibt es regionale Unterschiede: Kein Block = Faust und Ballblock = offene Hand ist nach meiner Erfahrung vor allem im nördlichen Deutschland gebräuchlich. Ich kenne Spieler aus Bayern und BaWü, die es jedoch genau umgedreht verwenden.
Mark schrieb am 24.06.09 um 23:45
Hallo zusammen,

eine Ergänzung hätte ich: Zwei Finger (Kleiner Finger und Zeigefinger) = Versuch, Zwei Seiten abzudecken, aber genau den Platz über dem eigenen Kopf als Blockspieler frei zu lassen - oder?

VG

Mark
Maria P. schrieb am 22.06.09 um 18:11
Maria P.
Hallo Leute,
nachdem ich nun soviele Comments bekommen habe, die die Begrifflichkeit meines Artikels als teils zu schwer erachten, will ich Euch ein paar Fachbegriffe in unser Lexikon verlinken. Einfach auf das Wort klicken, das Ihr erklärt haben möchtet, dann könnt Ihr die jeweilige Definition nachlesen. Viele Grüße, Maria Poursaiadi.
Michael Balser schrieb am 17.06.09 um 15:33
Michael Balser
Ah, verstehe. Danke
chri schrieb am 17.06.09 um 15:21
Ein shot ist ein leichter schlag und kann ohne probleme über den block gespielt werden
Michael Balser schrieb am 15.06.09 um 15:53
Michael Balser
Muss zugeben, so ganz hab' ich das noch nicht verstanden. Du schreibst:

"Florian: Mit diesem Zeichen deutet der Blockspieler an, dass er beide Gegenspieler Linie blockt.
Markus: Damit haben die Angreifer nur noch die Möglichkeiten eines harten Diagonalschlages oder eines Linien-Shots."

Aber der Blockspieler blockt doch auf Linie, oder? Warum koennen die Angreifer dann noch Linie spielen?
Fritz W. schrieb am 14.06.09 um 20:26
Fritz W.
Der Artikel bringt endlich mal Licht ins Dunkel, obwohl mir das jonglieren mit den Fachbergiffen ziemlich schwer fällt

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