Das Piriformis-Syndrom: Prävention und Therapie

Das Piriformis-Syndrom: Prävention und Therapie

Wenn Sie Schmerzen im Gesäßbereich verspüren, die bis in den hinteren Oberschenkel ausstrahlen, dann leiden Sie womöglich an einem Piriformis-Syndrom. Alicia Filley, eine Expertin für Fitness und Gesundheit, erklärt die Ursachen dieser Erkrankung und was Sie gegen die Schmerzen im Gesäß tun können...

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Der Piriformis-Muskel liegt in der tiefen Schicht der Hüftmuskulatur unterhalb der Gesäßmuskeln. Dieser Muskel setzt an der vorderen Fläche des Kreuzbeins an, zieht sich durch das Foramen ischiadicum majus (großes Sitzbeinloch) und setzt am großen Rollhügel (Trochanter major) des Oberschenkelknochens an (s. Abb. 1). Der Piriformis dient bei gestreckter Hüfte als Außenrotator und bei gebeugter Hüfte als Abduktor.

Der Ischiasnerv ist der größte Nerv im menschlichen Körper. Er hat seinen Ursprung im Rückenmark in Höhe des 4. Lendenwirbels bis 3. Kreuzwirbels. Dieser Nerv liegt in unmittelbarer Nähe vom Piriformis-Muskel, und bei den meisten Menschen ist seine Austrittsstelle im Becken direkt unterhalb des Piriformis-Muskels. Aber chirurgische Beobachtungen und Untersuchungen an Leichen zeigen, dass diese beiden Muskeln bei 22 % der Menschen anders angeordnet sind (s. Abb. 1).



Das Piriformis-Syndrom ist eine Reizung des Ischiasnervs, die durch eine Entzündung des Piriformis-Muskels entsteht. Die Symptome sind ein stechender Schmerz im Gesäß oder ein starker Nervenschmerz, der bis zur Mitte des hinteren Oberschenkels ausstrahlen kann. Gelegentlich treten auch ein Taubheitsgefühl und Kribbeln auf, die bis in die Wade und Zehen reichen können. Neben diesen Symptomen können auch lumbale Rückenschmerzen auftreten, die bei längerem Sitzen schlimmer werden. Da die Symptome beim Piriformis-Syndrom ähnlich sind wie bei einem Bandscheibenvorfall, bei dem eine Bandscheibe auf den Ischiasnerv drückt, muss auf jeden Fall eine gründliche ärztliche Untersuchung erfolgen, um einen solchen auszuschließen.

Wenn eine Bandscheibenerkrankung diagnostiziert wird, was bei älteren Lauf- und Radsportlern häufig der Fall ist, kann trotzdem nicht ausgeschlossen werden, dass ein Piriformis-Syndrom ursächlich für die Schmerzen ist. In Kalifornien untersuchten Forscher 239 Patienten, die an einer Ischialgie litten, die nicht in Zusammenhang mit der Bandscheibe stand.(2) Viele dieser Patienten waren im Vorfeld an der Lendenwirbelsäule operiert worden, weil man als Ursache für die Schmerzen einen Bandscheibenvorfall vermutet hatte. Bei der hier untersuchten Gruppe von Patienten konnten durch die Operation die Schmerzen allerdings nur wenig oder gar nicht gelindert werden. 42 % der Personen, bei denen letztendlich ein Piriformis-Syndrom diagnostiziert wurde, klagten über lumbale Rückenschmerzen. Da häufig eine Ausschlussdiagnose gestellt wird, lässt sich die tatsächliche Häufigkeit des Piriformis-Syndroms in der Bevölkerung nur schwer feststellen.

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Es gibt 4 Kommentare

Praxis für Osteopathie schrieb am 30.08.11 um 14:59
das einzige was beim Piriformissyndrom wirklich hilft ist die hochenegetische Stosswelle (radiale Stosswelle hilft weniger). Wir haben in unserer Praxis sehr hohen Therapieerfolg mit dieser Technik! 02832930110
dr.hecht schrieb am 08.04.11 um 06:15
die ursache bei piriformis- schmerz. beim laufen od. bergwandern wird der schienbeinmuskel stark beansprucht verhärtung, ist die stossdämpfung nicht mehr gegeben. das einzige was hilft, ab zum osteopaten, 06642182489 birgit. hat mir nach 2 jahren leiden geholfen,
Elisabeth Sorger schrieb am 04.03.11 um 16:13
Nach einem anstrengenden halben Jahr und konkret nach einer riesen Wanderung bekam ich starke Hüft- und Oberschenkelschmerzen. 5 Monate lang haben Orthopäden diese als LWS-Syndrom behandelt - ohne Erfolg. Seit 3 Wochen bin ich in einer Schmerztherapäitischen Behandlung (Stoßwellen, Triggerakupunktur und Triggerpunkte Therapie) Leider habe ich noch keine deutliche Besserung obwohl ich auch aktiv mit Gymnastik mitwirke. Wer könnte eine effektive Behandlung und Vorgehensweise vorschlagen. Vielen Dank voraus Elisabeth
Carola schrieb am 20.01.11 um 13:39
Danke schön für diese Beiträge hier, habe grad wieder ein wenig Hoffnung gewonnen es könnte sich auch darum handeln :)

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