Trinken wir zu viel? – Wie viel Wasser braucht der Mensch

Trinken wir zu viel? – Wie viel Wasser braucht der Mensch

Wir müssen jeden Tag 1,5 bis 2 Liter trinken, damit der Körper genug Flüssigkeit hat. So zumindest lautet die Empfehlung vieler Ärzte und Ernährungswissenschaftler. Eine reine Erfindung der Werbung, sagt die schottische Medizinerin Margaret McCartney. Wer hat nun Recht?

Schon lange bekommen wir eingeimpft, dass wir genug trinken sollen. Vor allem Kinder und Senioren bekommen immer den mahnenden Zeigefinger gezeigt, wenn sie weniger als die als Minimum geforderten 1,5 Liter Wasser getrunken haben. Doch kaum einer hinterfragt die Menge Flüssigkeit, die der Körper wirklich braucht.

Dass der Organismus mindestens 1,5 Liter Wasser braucht, ist das Ergebnis einer Werbekampagne. So zumindest lautet die Aussage der schottischen Medizinerin Margaret McCartney. Für sie ist vor allem der französische Nahrungsmittelkonzern „Danone“, der unter anderem auch die Mineralwasser „Volvic“ und „Evian“ vertreibt, mit seiner Kampagne „Hydration for Health“ dafür verantwortlich, dass wir zumindest gefühlt immer am Rande der Dehydrierung stehen.

In dieser Kampagne macht Danone auf die angeblichen schwerwiegenden Folgen von Flüssigkeitsmangel aufmerksam, zu denen die Entstehung von Gefäßkrankheiten, Gallensteinen oder Nierenschäden gehören, und fordert dazu auf, die ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit zu einem grundlegenden Bestandteil der Gesundheitsversorgung zu machen. McCartney kritisiert im renommierten „British Medical Journal“ dabei, dass diese Warnungen von vielen Medizinern und Medien widerspruchslos übernommen werden.

Braucht der Mensch gar nicht 1,5 Liter?


Doch laut McCartney ist nicht bewiesen, dass der Mensch wirklich 1,5 Liter braucht. Auch ältere Menschen, die oft weniger Durst haben, sollen nicht unbedingt davon profitieren, wenn sie mehr trinken, wie häufig behauptet wird. Hier geht sie auf klaren Konfrontationskurs zu Danone.



In Großbritannien werden Schüler dazu aufgefordert, acht Gläser Wasser am Tag zu trinken. Für McCartney ist das „bewiesener nonsense“. Das hat auch Heinz Valtin in seiner 2002 im „American Journal of Physiology“ veröffentlichten Kritik geschrieben. Valtin zu Folge gibt es nicht nur keine wissenschaftlichen Beweise, dass wir so viel trinken müssen, es könne vielmehr sogar gefährlich sein. Zum einen könnte durch zu viel Flüssigkeit der Elektrolythaushalt gestört werden, zum anderen bekommen die Menschen ein schlechtes Gewissen, wenn sie unter dem angeblich gesunden Mindestmaß bleiben.

Auch im „Journal of the American Society of Nephrology“ schlagen Negoianu und Goldfarb in die gleiche Kerbe. Der beiden Wissenschaftler zu Folge gibt es keinerlei Beweise, dass es gesund ist, so viel zu trinken. Auch die bisherigen Studien, auf die sich Danone und andere Trink-Befürworter beziehen, berufen sich auf Studien, die weder repräsentativ noch auf den gesunden Teil der Bevölkerung zurückzuführen sind.

Tatsächlich kann übermäßiges Trinken auch Nierenprobleme verursachen oder Infektionen der Harnwege begünstigen. Zudem ist der Schlaf gestört, wenn wir nachts öfter aufstehen müssen, um uns zu erleichtern.

Wie viel wir trinken müssen ist eine Frage, die so noch nicht zu beantworten ist. Dahingehend sind sich die Wissenschaftler einig. Es reicht aber nicht den Menschen zu sagen, dass sie einfach mehr trinken sollen. Hier spielt man nur den Wasserverkäufern in die Karte.

Hier geht’s es zum Original-Artikel

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Es gibt 10 Kommentare

manu schrieb am 02.09.13 um 15:23
Mindestens 30 bis 40 Milliliter Wasser pro kg Körpergewicht. ( Körpergewicht x 0,03= Wasser am Tag) Das bedeutet bei 50 kg Körpergewicht 2 Liter Wasser pro Tag, bei 75 kg 2,5 Liter und bei 100 kg 3,0 Liter. Und hier wird von Wasser gesprochen, nicht von Kaffee, Softdrinks oder Alkohol. Das klingt jetzt vielleicht viel, und zugegeben, für einen „Wassertrink-Anfänger“ ist es das auch. Aber man kann das richtige Trinken lernen, und nach einiger Zeit, ist es das normalste der Welt, und so sollte es ja auch sein.
moin schrieb am 18.03.13 um 08:23
heftig wie kann mann so viel trinken wie der mensch
mimmm schrieb am 18.03.13 um 08:22
laba
Yinyer schrieb am 14.05.12 um 12:26
Wegen den Diskussionen hier mit 2 3 liter trinken oder nicht:Grundse4tzlich gilt, dass der Kf6rper weidf, was er bacruht und sich das auch hot. Aber man sollte als gesunder mensch ca. 1 1/2 bis 2 Liter am tag trinken. ausnahmen gelten ffcr z.B. Nierenkranke, weil die Nieren so viel Wasser nicht mehr verarbeiten kf6nnen und es dann zu folgeerkrankungen kommen kann. Also: Viel trinken ist wichtig, aber man kann auch zu viel Wasser trinken! gesunde Nieren sollten tgl. nicht mehr als 5 L. bekommen.
natural28 schrieb am 15.10.11 um 21:32
natural28
Das Durstgefühl ist ähnlich wie das Hungergefühl ein natürlicher Instinkt , der den meisten Menschen leider heutzutage verloren gegangen ist. Demzufolge sollte man nur trinken, wenn man auch wirklich Durst hat. Die Wassermenge, die der Mensch benötigt, ist individuell sehr verschieden und u.a. von Ernährungsgewohnheiten, Belastungszuständen etc. abhängig... Wer sich "natürlich" ernähert, verspürt selten ein Durstgefühl und muss relativ wenig zusätzliche Flüssigkeit trinken, denn die zugeführte Nahrung enthält bereits große Mengen vom "besten" Wasser aus dem der Mensch ja immerhin zu 70% besteht! Auch sollte man sich vor Augen halten, dass Wasser (wie es heute überall vorzufinden ist) zu viele anorganische Mineralstoffe enthält, die der menschliche Körper überhaupt nicht verarbeiten kann - da anorganisch!...werden diese nicht ausgeschieden, lagern sie sich logischerweise ab. Wer keine Vorstellung davon hat, was das für das Gefäßsystem bedeutet muss nur mal einen Teekessel oder Wasserkocher von innen betrachten ;-) Auch hängt das "wieviel man trinkt/trinken muss" mit dem "was man so alles isst" zusammen. Die Masse der Menschen nimmt hauptsächlich (hoch)konzentrierte Nahrung zu sich. Konzentriertes muss oft verdünnt werden, um die Wirkung abzuschwächen - in diesem Fall die Wirkung der ganzen Schlacken und Giftstoffe aus der konzentrierten Nahrung. Wäre dies nicht der Fall, wäre der Körper in kürzester Zeit massiv vergiftet. Also Leute...fangt endlich an euch gesund zu ernähren und ihr braucht über das "wieviel muss ich denn nun trinken?" nicht mehr groß nachdenken bzw. nachzulesen ;-)
Isi Schneider schrieb am 04.09.11 um 11:30
Isi Schneider
Hab mir grad mal den original "Artikel" angeschaut. Aber hallo, das ist einfach mal nur eine Stellungnahme einer schottischen Ärztin, keine Studie, nix wissenschaftliches. Zwar ganz gut aufgebaut, aber allein die Tatsache dass es übers BMJ frei abrufbar ist bietet schon Grund, an der Seriosität ein bisschen zu zweifeln. Im BMJ kann man normalerweise nur über einen Bibliothekszugang recherchieren wenn man einen "richtigen" Artikel abrufen will. Hat man diese Möglichkeit nicht, muss man ganz schön löhnen. Gibt eine schottische Ärztin ihren persönlichen Senf zu einem Thema ab, so entbehrt das jeglicher wissenschaftlicher Grundlage, dann kann man das schonmal frei zugänglich machen um im Gespräch zu bleiben. Meine Meinung...
Fiona A. schrieb am 26.08.11 um 15:38
Fiona A.
Also ich trinke immer viel zu wenig,oft nur 0,5 Liter am Tag, -und das schon seit dem ich denken kann. Aber dehydriert bin ich noch nicht!
Isi Schneider schrieb am 23.08.11 um 18:49
Isi Schneider
Wasserverkäufer? So ein Quatsch! Hab einen eigenen Wasserhahn daheim ;-)
Manfred Nüscheler schrieb am 23.08.11 um 13:22
Manfred Nüscheler
Die deutschen Fußballer der Nationalmannschaft trinken 6 (sechs) Liter täglich. Und sind damit doch ziemlich erfolgreich, auch wenn sie bei der WM und EM meistens "nur" Zweiter oder Dritter werden. 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag sind für einen sportlichen Menschen wohl das Minimum. http://www.netzathleten.de/Nachrichten/Die-perfekte-Fitness-der-deutschen-Fussballer/Fussball/4382427768411786020/a
Andreas Pohl schrieb am 23.08.11 um 10:52
Ich habe mich ohnehin diesem Stress nie ausgesetzt, eine fremdbestimmte Menge an Wasser pro Tag zu konsumieren. Ich trinke immer dann, wenn ich Durst habe, und mit dem Begriff "Durst" umfasse ich auch jedes kleinste Verlangen nach Getränk: einen trockenen Hals, einen schlechten Geschmack, selbst allein den Wunsch, einfach nur nach dem Glas Wasser zu greifen, das auf dem Tisch bereit steht. Natürlich weiß ich, dass das Durstempfinden ein trügerisches ist, so greife ich im Zweifel eher öfter zum Wasser, bei körperlicher Betätigung und bei warmem Wetter ohnehin vermehrt. Auch zum Glas Wein, Bier oder Whisky sollte jeweils auch ein Glas Wasser getrunken werden - nicht weil es mir jemand als Regel auferlegt, sondern weil mir der Alkohol dann besser bekommt - und ich dann auch weniger davon zu mir nehme. Aber ein pauschales Mindestmaß an Wasser pro Tag zu trinken habe ich seit jeher abgelehnt und werde das auch weiterhin tun. Und mir geht es gut dabei.

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