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(Fußball)
Vor dem Halbfinale gegen die Türkei gibt es das obligatorische Rätselraten um die Aufstellung des deutschen Teams.
Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack brachte es gestern auf den Punkt. Vor wichtigen Spielen „möchte man natürlich so wenig wie möglich verraten.“ So verweigern denn auch Bundestrainer Joachim Löw und sein Assistent Hans-Dieter Flick bereits in der dritten EM-Woche mit Engelsgeduld sämtliche Aussagen zu geplanten Aufstellungen.
Das gibt natürlich in der Öffentlichkeit ordentlich Raum für Spekulationen. Dieser Tage in besonderem Maße durch die Rückkehr von Torsten Frings sowie die erfolgreiche Änderung des Systems im Viertelfinale gegen Portugal verstärkt.
So gibt es nun verschiedene Möglichkeiten, wie die deutsche Mannschaft gegen die Türkei beginnen kann. Zum einen sagt man: „Never change a winning team!“ Das würde also bedeuten, dass der eigentlich unumstrittene Frings zunächst auf der Bank Platz nimmt und Simon Rolfes wieder gemeinsam mit Thomas Hitzlsperger die Aufgaben im defensiven Mittelfeld übernimmt.
Ganz im Sinne eines „Never change a winning tactic!“ könnte aber auch Torsten Frings an der Seite eines der beiden zurück in die Mannschaft rücken. Somit wären die Stabilität vor der Abwehr gewährleistet und für Ballack erneut alle Freiheiten im Offensivspiel gegeben.
Mit zwei offensiv ausgerichteten Außenspielern – hier geht sicherlich nach dem Auftritt gegen Portugal an Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger kaum ein Weg vorbei – ließe sich gegen einen defensiv eingestellten Gegner zudem spontan auf 4-3-3 umstellen. Das käme auch Miroslav Kloses und Ballacks Kopfballstärke entgegen.
Des Weiteren kann bei diesem Personal zum alt gedienten 4-4-2 zurück gewechselt werden. Podolski würde dann mit Klose den WM-Sturm auferstehen lassen und einer der zentral Defensiven übernähme die Außenposition. Sowohl Frings als auch Hitzlsperger haben dort reichlich Erfahrung.
In der Abwehr sollten Philipp Lahm links sowie Christoph Metzelder und Per Mertesacker in der Zentrale wohl gesetzt sein. Auf der rechten Seite hingegen könnten der gegen Portugal starke Arne Friedrich oder der in der Vorrunde im Mittelfeld zumeist überzeugende, offensivstärkere Clemens Fritz auflaufen.
Ganz andere Probleme hat im Gegensatz dazu der türkische Trainer Fatih Terim. So muss er neben seinem rotgesperrten Torwart Volkan Demirel auch auf Emre Asik, Tuncay Sanli und Arda Turan verzichten, die im Viertelfinale gegen Kroatien jeweils ihre zweite gelbe Karte sahen.
Hinzu kommen laut Terim noch eine Reihe verletzter (Emre Belözoglu, Arda Turan und Kahveci Nihat) und angeschlagener Spieler (Tümer Metin, Kazim Kazim und Ugur Boral), so dass der Coach gar die Möglichkeit in Betracht zieht seinen dritten Torwart Tolga Zengin im Sturm aufzubieten.
Der Chefscout der deutschen Nationalmannschaft, Urs Siegenthaler, bewertet die Schadensmeldungen jedoch auch als Understatement. Im Gegensatz ist er überzeugt, „es spielen außer den Gesperrten fast alle mit.“ Ist im Endeffekt auch gar nicht so wichtig, denn eins steht fest: Wer auch immer für die Türkei auf dem Feld steht, wird mit all seinem Herzblut bis zur letzten Sekunde kämpfen.
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