Mit Rang zwei in der Regionalliga Südwest ist die 1. Herrenmannschaft in die neue Dritte Liga aufgestiegen. Dass dies letztlich sehr knapp war, interessierte am letzten Spieltag keinen mehr. Denn für die SGR war die Saison eine gnadenlose Berg- und Talfahrt. Grandiose Siege wechselten sich mit enttäuschenden Niederlagen ab, sodass die Mannschaft von Trainer Carsten Schmidt bis zum letzten Spieltag
Denn die sieben Teams zwischen Rang zwei und acht trennten zum Schluss nur sechs Punkte. Mit dem Saisonendspurt von drei Siegen haben sich die Schmidt-Schützlinge letztlich sogar noch die Vizemeisterschaft gesichert, Rang vier war für die sichere Drittliga-Qualifikation nötig.
Die Liste der Verletzungen im SGR-Kader der abgelaufenen Saison war ellenlang und füllte sich schon in der Vorbereitung. Tim Wacker hatte sich zunächst die Hand gebrochen und später einen Bänderriss erlitten; Marcel Kopperschmidt fiel durch einen Fingerbruch zehn Wochen aus; Timo Streitenberger fehlte verletzungs- und/oder studienbedingt; Sascha Gornik trainierte zwar oft, fehlte aber bei vielen Partien in der Rückrunde aufgrund von beruflichen Verpflichtungen. Grundstein für den zweiten Platz waren neben der starken Siegquote in den fünften Sätzen (fünf von sieben) der herausragende Teamgeist und die Lockerheit.
Für die neue Dritte Liga Süd gibt es auf Rodheimer Seite gute und schlechte Nachrichten. Zuspieler Hannes Gruppe hat den Verein aus privaten und beruflichen Gründen verlassen, ebenso ist Youngster Philippe Linsenbold an seinen neuen Studienort gezogen. Weitere Abgänge sind mit Mittelblocker Ulrik Sürken, Tim Breitenfelder und Robert Leuner zu verzeichnen, die in das SG-Oberligateam wechseln. Im Gegenzug kommt der Bundesligaerfahrene Thomas Fuhrmann aus der Zweiten in den Drittliga-Kader. Zwei "echte" Neuzugänge bringen neuen Wind: Libero Patrick Hehl vom TV Bommersheim wird die Annahme und Abwehr verstärken sowie Maro Schossée der letztes Jahr noch Reservist beim TV Waldgirmes war und dort zuspielte. "Patrick und Maro sind wichtig für das gesamte Team, da sie Schlüsselpositionen einnehmen und das Team führen müssen", so Schmidt.
In der Vorbereitung konnte sich die SG Rodheim ein eigenes Bild über die Verfassung der Mannschaft machen. Primär feilte Schmidt dabei an der Abstimmung zwischen Angriff und Zuspiel aber auch Annahmeschwerpunkte wurden gesetzt. Neben der Teilnahme am Hessenpokal, bei dem im Halbfinale Schluss war, konzentrierte sich die SGR lediglich auf ein Tagesturnier. Leider fielen Tim Wacker, Timo Streitenberger und Sascha Gornik teils verletzungsbedingt aus, so dass die Ergebnisse kaum Anhalt zu einer Momentaufnahme bieten. Dennoch zieht Schmidt aus den Wettbewerbssituationen im Pokal seine Rückschlüsse und wird sein Team entsprechend auf den Liga-Beginn vorbereiten.
Was die SG Rodheim sportlich erwartet, ist schwer zu sagen. Die Liga wurde völlig neu zusammengewürfelt. Mit den alten Bekannten TSV Speyer, Eintracht Wiesbaden, TuS Kriftel, TG Rüsselsheim II, TV Waldgirmes kommen mit dem DJK Aalen, TSV Stuttgart, TV Rottenburg II, TSV Bühl II neue Gegner auf die Wetterauer zu. Das Format Dritte Liga wird sicherlich die eine oder andere Überraschung bereithalten. Bleibt zu hoffen, dass die SGR nicht so viele Verletzte zu beklagen hat wie in der abgelaufenen Saison und so die Erwartungen erfüllen kann.
Logistisch gesehen können die Rodheimer auf ihr neues Sportzentrum am Ortsausgang Richtung Petterweil zurückgreifen, die über eine bundesligataugliche Halle verfügt und den Zuschauern ausreichend Platz zum Anfeuern gibt.
Mit dem ersten Heimspiel am 23. September gegen den TSV Speyer startet die Saison im Sportzentrum Rodheim.
Der Kader: Thomas Fuhrmann (MB), Sascha Gornik (AA), Patrick Hehl (L), Marcel Kopperschmidt (MB), Maro Schossée (Z), Alexander Schuld (MB), Robert Stodtmeister (D), Timo Streitenberger (D), Johannes Voeske (AA), Tim Wacker (D), Co-Trainerin (seit 2010) Sabrina Kopperschmidt, Trainer (seit 2011) Carsten Schmidt
Bild im Anhang: v.l.n.r: Co-Trainerin Sabrina Kopperschmidt, Johannes Voeske, Maro Schossée, Tim Wacker, Timo Streitenberger, Alexander Schuld, Marcel Kopperschmidt, Thomas Fuhrmann, Patrick Hehl, Trainer Carsten Schmidt - Es fehlen: Sascha Gornik, Robert Stodtmeister
Dritte Liga Süd: Regionalliga Süd (Nordbaden Südbaden, Württemberg) und Regionalliga Südwest (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland)
Mit der Dritten Liga will der Deutsche Volleyball Verband ab 2012 die sportliche Lücke zwischen den Regionalligen und 2. Bundesligen verringern.
Die Dritten Ligen setzen sich aus den Absteigern der 2. Bundesligen, den Regionalligameistern, die sich über das Aufstiegsturnier nicht für die 2. Bundesliga qualifizieren konnten, und vier bis fünf weiteren Mannschaften der jeweiligen Regionalligen zusammen. Insgesamt sollen 12 Teams an den Start gehen.
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