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Günzburg (ssch).
Es waren zwar noch rund 20 Minuten zu spielen, doch kaum mehr einer Zuschauer in der Günzburger Rebayhalle hätte auch nur einen Cent auf die Handballer des VfL Günzburg gewettet. Sie lagen zu diesem Zeitpunkt im Bezirksoberliga-Derby gegen den TSV Niederraunau II mit 15:20 zurück, ließen sich in der eigenen Halle auskontern und fanden kein Mittel gegen das Abwehrbollwerk. "Ich habe selbst fast den Glauben an einen Sieg verloren", gestand Trainer Jürgen Kees nach dem Schlusspfiff. Doch er zog rechtzeitig die Notbremse und nahm eine Auszeit.
Vielleicht erinnerte er seine Mannschaft dabei an die stolze Heimserie der VfL hat zuhause seit März 2005 keine Partie mehr verloren , denn was folgte, war eine furiose wie gleichermaßen spektakuläre Aufholjagd der Weinroten.
Doch bis es so weit kam, versprühte der Tabellenführer kaum Glanz. Die Gäste agierten quirliger und hatte mit Max Jeckle zudem einen Schlussmann im Tor, der im Verlauf der Partie zu Höchstform auslief. 10:10 stand es nach 22 Minuten. Selbst als die Gäste sich hauptsächlich mit Lamentieren beschäftigten und Trainer Günther Spengler deshalb sogar eine Gelbe Karte erhielt, behielten sie den Überblick und gingen mit einer 14:13-Führung in die Pause.
Auch nach Wiederanpfiff taten sich die Hausherren schwer mit der aggressiven Spielweise der Gäste. Bis zu besagter Auszeit. Ein Schlüssel zum Erfolg war dabei die Einwechslung von Ömer Yapicioglu. Der nahm auf der halblinken Position das Spiel in die Hand, zeigte zudem das nötige Durchsetzungsvermögen und brachte den VfL Tor um Tor heran. Sechsmal war er erfolgreich und trug dabei ganz erheblich zur bemerkenswerten 8:0-Serie der Günzburger bei.
Nach 53 Minuten hatten die Weinroten, lautstark unterstützt von den Anhängern in der Halle, das Spiel gedreht und lagen mit 23:20 in Führung. Da half auch die offensive Ausrichtung der Niederraunauer Abwehr nichts mehr. Der VfL behielt in der Schlussphase die Nerven und behauptete mit dem 28:25-Sieg die Tabellenführung. "Das war ein hartes Stück Arbeit. Ich bin vor allem auf die Moral meiner Mannschaft stolz", sagte Kees.
VfL Günzburg: Yapicioglu (6), Majsai (6/3), P. Kees (4), Spengler, Bierhals, Rathgeber (je 3), Rennert (2), Sadlo (1).
TSV Niederraunau: Scholz (7/3), Ring (6), Maier (4), M. Waldmann (3), J. Waldmann (2), Hartmann, Thalhofer, Landsperger (je 1).
Stichwörter:
Handball