(Triathlon)
Am vergangenen Sonntag, 12. Juli, so gegen Neun Uhr abends bin ich auf dem blauen Teppich im Triathlonpark in Roth angekommen und habe mit einer Endzeit von 13:22:35 meinen ersten Triathlon vollendet.
Mit der Schwimmzeit von 1:42 bin ich nicht so ganz häppi, hätte auf fünf bis zehn Minuten weniger gehofft. Andererseits wars Wasser mit 19,5Grad nicht gerade kuschelig warm und trotz Neo 'saugts' doch ganz gut und für Experimentierfreudige einfach mal Hände und Füße entsprechend lang & 'warm' zu baden und danach versuchen Kompressionsstrümpfe anzuziehen
. Bin auch ziemlich fies an Land getorkelt, wenn mir spontan jemand Führerschein und gleich dazu auch das Wahlrecht entzogen hätte, hätte ich vollstes Verständnis gehabt
. Dafür war mir nicht übel wie nach zwei meiner vorherigen drei (ähhh ...) Freiwasser-Trainings, und in den immerhin 11min in der ersten Wechselzone mit gescheit Abtrocknen (damits mir aufm Rad nicht *noch* kälter wird), einem Ausflug ins Dixiland und einem ersten Happen Essen hat Süßwassermatrose Achim sich gut erholt. Als ich noch im Wechselzelt war kam schon der erste Staffelschwimmer durchgerannt - also das Minimalziel erreicht nicht von einem Staffelschwimmer eingeholt zu werden der eine Stunde nach mir gestartet war!
Also ab aufs Rad das ehrlich gesagt schon recht einsam auf dem 'Parkplatz' stand - war um 7:30Uhr zum Schwimmen gestartet und es kam nur noch die letzte Startgruppe 5min danach, die mich erkennbar an andersfarbigen Badekappen zum größten Teil natürlich überholt haben (relativ kollisionsfrei, da hatte ich schon Schiß vor). Nach ein paar Kilometern auf dem Rad kam 'Chrissie' [Wellington, die Startnummern tragen die Vornamen] an mir vorbeigeschossen, die später eine neue Langdistanz-Weltbestzeit aufstellen sollte. Meine 85km Rückstand lassen sich aber immerhin gut zur Hälfte damit erklären dass Frauen und Profis (und Rentner) 70 Minuten vor mir gestartet waren
.
Habe mich auf dem Rad erstmal aufs Essen und Trinken konzentriert und habe die kommenden 180km auch ordentlich was in mich 'reingeschaufelt, das ist sonst nicht so meine Stärke, vielmehr ist 'RiegelImAutoVergessen' ja meine Lieblingsdisziplin
: Zwei Powerbars, 8 oder 9 halbe Bananen, 200g Gel, 4 Salzkapseln und 8 große Flaschen Iso. Letzteres war vielleicht eher schon etwas zuviel (und teilweise fand' ichs auch dünn angerührt), mußte auch mal an den Straßenrand ...
Auf dem Rad gings insgesamt 6:01 besser als gedacht, Schneeweißchen (siehe Bild) ist schier geflogen. War in der Vorbereitung drei Wochen vorher einmal die Radlrunde von 85,5km in wenige Sekunden unter drei Stunden gefahren und hatte nicht das Gefühl das zweimal zu können. Geschweige denn vorher noch zu schwimmen und nachher zu laufen! Das habe ich danach probiert, wars erste Koppeltraining für mich (hoffe das 'drei Wochen vorher' im vorhergehenden Satz ist schon wieder vergessen ...
...), war *echt* fies, gar nicht so sehr die Beine aber die Schuuuuhuulteeeheern ...
Das mit den Zuschauern in Roth und um ist echt der Hammer! Da wird echt fränkische Gastlichkeit in Form von Biertischen, Bänken und auch Sofas bis an den Straßenrand getragen und es wird gejubelt und geklatscht bis die Pfoten glühen. Apropos 'glühende Pfoten': Habe es mir nich nehmen lassen wann immer es ging die hingehaltenen Hände von groß & klein abzuklatschen und da war so mancher 'Volltreffer' dabei, Polizisten inklusive
. Der Solarer Berg ist dann der Oberhammer: Immerhin war die Spitze ja schon über eine Stunde zum zweiten Mal durch als ich das erste Mal vorbeikam, aber das war schon unglaublich, und Bayern 3 hat da eine Riesenparty abgezogen. Der Berg ist weder lang noch steil, aber trotzdem habe ich beide Male beim 'Reinfahren ganz bewußt meine größte Übersetzung genommen um nicht zu überziehen (genauso in Greding den Kalvarienberg hinauf). Erst sind noch Absperrgitter aufgestellt aber wenn die enden ist zwischen den Leuten so wenig Platz dass überholen kaum noch geht, Einerspalier wie bei der Tour de France hinauf nach l'Alpe d'Huez!
Die erste Radrunde hatte ich in etwas unter 2:55 beendet, da habe ich mich dann schon gefragt ob *das* nicht zu schnell war ... Mein Pulsmesser hat aber behauptet dass es o.k. sei, im Schnitt 15Schläge pro Minute weniger als drei Wochen vorher ... Die zweite Runde war dann in etwa 2:53 vorbei und danach gehts noch 8km bis in Radziel. Wer sich jetzt über die Zeiten wundert: Bin im Training immer mit schon ziemlich abgefahrenen Reifen auf den FeldWaldUndWiesen-Laufrändern und ohne Tria-Aufsatz gefahren, so wie es jetzt aussieht bringts schon eine ganze Menge.
Die vielenvielen Helfer (genau so viele wie Teilnehmer!!!) kommen in dieser Geschichte noch gar nicht vor und das ist nicht in Ordnung, nur eins von vielen möglichen Beispielen: Beim Absteigen vom Rad zur Wechselzone bekommt man gleich das Rad abgenommen, ein anderer ruft die Startnummer aus, der nächste flitzt los und holt den Beutel mit den Laufsachen und im Wechselzelt ist bei den meisten jemand gewesen der beim Zusammenpacken der abgelegten Radsachen geholfen hat. Waaahnsinn!
Also umgezogen und, unglaublich aber wahr: Ich konnte auf Anhieb laufen, richtig laufen!!! Auch kein Streß in den Schultern, Fritz Buchstaller der mich nur zehn Tage vorher (ääähhh ... *hüstel* ...) in Hilpoltstein in seinem Radgeschäft aufs Rad 'gesetzt' hatte (also Sattel- und Lenkerposition komplett neu eingestellt), hatte hervorragende Arbeit geleistet! Konnte zwar nicht besonders schnell laufen, aber das konnte ich auch schon im Training nicht wirklich ;-) , und so war der erste Halbmarathon nach 2:25 vorbei, nicht mal drei Minuten langsamer als beim Halbmarathon Anfang Mai in Ingolstadt.
Leider mußte ich bei km 22 mal für 'groß', und danach bin ich nicht so richtig wieder in Schwung gekommen, da sagen mir die Zwischenzeiten dass ich allein dafür und zwischen km 21 und 25 über zehn Minuten habe 'liegen lassen'. Geht danach in Haimpfarrich leicht bergauf, dann durch ein Waldstück bergab und in Eckersmühlen wieder auf Asphalt leicht wellig bis zum zweiten Wendepunkt. Das war für den Kopf die schwierigste Zeit, da habe ich nämlich gepeilt dass meine 'Idealzeit' von 13 Stunden doch noch 'flöten' geht und da wurde es auch unerwartet sonnig, habe an jeder Verpflegungsstation immer so viele Schwämme genommen wie ich bekommen konnte - hatte mich ob des bedeckten Himmels und ein paar Tropfen beim Radeln zum Laufen in schwarz gehüllt.
Bißchen frustrierend fand ich dass es Leute vor und neben mir gab die immer mal wieder gegangen sind und die ich trotzdem nicht überholen konnte. Habe dann von km 36 bis 37 auch mal probiert zu gehen und ob ich danach schneller laufen kann - war nicht und so habe ich das für die letzten 5km auch nicht mehr probiert, die '13einhalb' wollte ich dann schon noch 'haben', nach km 29 sind meine Kilometerzeiten auch kontinuierlich wieder schneller geworden
. Insgesamt wars Laufen mit 5:19 zwar auch nicht toll, aber ich bin bis auf den einen Kilometer alles komplett durchgelaufen ohne Gehpausen, und das ist schon mal fein. Hätte gehofft schneller laufen zu können, hätte aber auch mehr Gehpausen befürchtet und so herum ists mir lieber!
Der letzte Kilometer war einfach großartig! Es hat ab der Lände leicht geregnet, aber das war völlig egal. Es sind mir einige 'endversorgte' (so heißt das in Roth
) Finisher entgegengekommen die mich nochmal super angefeuert haben nachdems ab km 32 schon eher einsam war (fränkische Abendbrotzeit war ja auch schon lääängst erreicht). Geht auch nochmal leicht bergauf (wovor ich Respekt hatte), auch völlig egal, nochmal links, recht, links und rechts Richtung Triathlonpark, dann kommen die Absperrgitter und schließlich auf den letzten 50m der blaue 'Quelle'-Teppich, juchhhuuuu, geschafft!!!
Und dann stand da tatsächlich Felix Walchshöfer! Hatte das vorher zwar erzählt bekommen dass der Organisator jedem Finisher persönlich die Medaille umhängt, aber es hat mich dennoch sehr gefreut, andere würden vielleicht eher ihre VIPs bespaßen. Habe leider keine Medaille mehr bekommen (soll per Post kommen), denn das Wetter war zu gut :-) ! Überwiegend bedeckt und trocken, nicht zu warm, nicht zu kalt und daher so viele Finisher wie nie zuvor.
Felix hatte bei der Streckenbesichtigung im Mai ein wie ich fand sehr schönes Trikot gefahren und da habe ich mich beim ihm einerseits für seinen schönen Wettkampfbericht aus Wanaka bedankt und ihn andereseits gefragt obs das Trikot auch zu kaufen geben wird. Da habe ich aber auch noch zu ihm gesagt dass ich schon das Gefühl hätte mir das Trikot erst verdienen zu müssen und das Bild mit dem roten Challenge-Trikot in meinem Fotoalbum ist von Montag!
Im Ziel erstmal einen Becher EAF gekippt, zehn Minuten hingesetzt, Duschen gegangen (auf dem Weg in die Dusche ist mir *echt* kalt geworden ...), heißheißheiß geduscht, konnte mir trotz allem danach im Stehen die Socken anziehen *yeah*, leider nur eine sehr kurze Massage ergattert (der Helfer wollte heim, kann ich schon verstehen), zu Fuß zum Auto, Schneeweißchen 'befreit' und Schwimm- und Laufbeutel geholt (da war dann schon das Abschlußfeuerwerk) und nachdem die 5km um Roth herum zur Wechselzone im Auto gut gingen nix wie heim und nicht neben den triefenden Beuteln nochmal im Auto schlafen. So wirklich viel mehr Muskelkater als nach dem Halbmarathon in Ingolstadt habe ich weder am Montag noch am Dienstag - das führe ich aber auch darauf zurück dass in Roth eher mehr als weniger als 30km auf Schotter zu laufen sind. Wäre ja schon neugierig wie das so ist, ein Marathon ohne 183,8km warmschwimmen und -fahren
, würde aber den Asphalt fürchten.
Am Morgen im Bus zum Schwimmstart hatte ein Australier neben mir gesessen. Wir haben uns ein bißchen unterhalten, er hat mir erzählt dass er sogar ein Fahrrad mitgebracht hat und sagte selber dass das schon etwas verrückt sei (auch wenn er das Radl bei seinem Sohn in Frankfurt lassen wollte) und ich habe ihm geantwortet "Even my very active 'Climbing Family' at home in Munich thinks I'm crazy!"
.
Das Startgeld für 2010 habe ich am Montag schon überwiesen
!
Stichwörter:
Quelle Challenge Roth,
Triathlon