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(Marathon)
New York Marathon 2008 - ein Blick hinter die Kulissen eines Laufveranstalters (2.Teil)
Mittwoch, 29. Oktober
Die Ruhe vor dem Sturm. Am Vormittag ein kurzes informelles Treffen, Verteilung der Handkassen, und ein kleiner Tratsch muss natürlich auch sein. Am frühen Nachmittag beginnt der Ansturm auf Manhattan. Um unseren Läufern den perfekten Service zu bieten, stehen ihnen nicht nur sieben Hotels in allerlei verschiedenen Lagen und Preisklassen zur Verfügung, sondern auch eine Reihe unterschiedlicher Fluggesellschaften mit entsprechenden Abflughäfen. Und so erwarten alleine meine Kollegin und ich in unserem Hotel sechs verschiedene Flüge, über den gesamten Nachmittag verteilt. Und zwar derart verteilt, dass es wir es nicht einmal wagen, schnell ums Eck zu Starbucks zu hüpfen uns uns einen Kaffee reinzupressen. Denn garantiert genau in dem Moment kommt der nächste Bus mit der nächsten Ladung Läufer, die alle versorgt und eingecheckt werden wollen.
Murphy's Marathonreisegesetz.
Ausserdem bewahrheitet sich leider wieder einmal der gute alte Grundsatz "never fly United", denn gegen Mittag muss eine Maschine der United Airlines mit technischen Problemen in London unplanmässig zwischenlanden, was dazu führt, dass unsere 80 Kunden an Bord ihren Anschlussflug nach New York nicht mehr erreichen. Zum Glück ist unser Hotel davon nicht betroffen, dafür dürfen die Jungs in New Jersey drüben bis zwei Uhr Früh Überstunden schieben. Da kommt wahre Freude auf!
Donnerstag, 30. Oktober
Der Wecker geht um kurz nach sechs, es ist noch stockfinster. Wir treffen uns in der Lobby zu einem kleinen Lauf. Kein Training mehr, kein Tempo, das wäre Gift so kurz vor dem Marathon. Nur ein bisschen bewegen, joggen in gemütlichem Tempo. Wir laufen die 5th Avenue hinauf, hoch in den Central Park, drehen dort eine kleine Runde bis ins bereits aufgebaute Marathonziel. Es wird viel geredet und viel gelacht, die Stimmung in der Gruppe ist prächtig.
Am späten Vormittag geht es gemeinsam zur Startnummernausgabe, Nachmittags gilt es wieder, schwungweise Neuankömmlinge in Empfang zu nehmen. Dazwischen gibt es immer weider organisatorische Dinge zu klären. Wer holt die restlichen Musicalkarten, die wir aufgrund von Spielplanänderungen nicht mehr verschicken konnten? Wer kümmert sich um die Tischkarten für die Dinner-Cruise nach dem Marathon? Und woher bekomme ich auf die Schnelle noch eine ordentliche Hose fürs Theater, wenn ich nicht in der Sporthose gehen mag?
Aber immerhin reicht heute die Zeit wenigstens noch für einen Kaffee. Vielleicht...
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