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© Foto: picture-alliance
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Die Stimmung war wieder überwältigend gestern. Kein Wunder, gab es doch gleich zwei Medaillen am Samstag zu bejubeln. Bronze für die 4x100 Meter-Staffel der Frauen und Silber für Betty Heidler im Hammerwerfen.
Betty Heidler, Titelverteidigerin aus Frankfurt, hätte Weltrekord werfen müssen, um Gold zu gewinnen. Dies war der Polin und Weltjahresbesten Anita Wlodarczk gleich zu Beginn des Wettbewerbs gelungen. Für Betty gab es schlussendlich aber immerhin den Deutschen Rekord und der reichte für die Silbermedaille. Ein tolles Ergebnis. Auch der vierte Platz von Kathrin Klaas ist eine kleine Sensation.
Dass Betty nicht aus den Laufdisziplinen kommt hat man gemerkt: Auf ihre Ehrenrunde ging sie nämlich samt Deutschlandfahne in die falsche Richtung. Wir haben uns köstlich amüsiert auf der Tribüne - mal etwas anderes.
Die Frauen-Staffel brachte das Stadion zum kochen. Die vier haben toll gewechselt und restlos überzeugt. Das Quartett zählt somit bei den Europameisterschaften im nächsten Jahr zu den großen Favoriten. Endlich auch eine Medaille in den Laufdisziplinen, das freut mich natürlich besonders.
Gejubelt und gefeiert wurde dann auch wieder mit Berlino, dem Maskottchen der WM. Man kann wohl längst nicht mehr sagen, dass er der heimliche Star der WM ist - er hat sich selbst zu einem der Topstars der WM entwickelt. Nach seinen Zusammentreffen mit seinem “besten Freund” Usain Bolt, aber auch mit all den anderen Siegern, die ihn schulterten, umwarfen oder sonstiges mit ihm anstellten, wird man ihn wohl nicht so schnell vergessen, wie den hosenlosen Löwen bei der Fußball-WM.
Auch der Marathon war ein tolles Erlebnis am gestrigen Tag. Er bietet denjenigen, die es nicht ins Stadion geschafft haben großartigen Sport. Dementsprechend viele säumten auch die Strecke, die Stimmung war auch hier einmalig. Ich traf dort zufällig auf einen alten Bekannten, so eine Art Vorbild aus meiner Jugend in Osnabrück. Für mich ist die WM wie ein großes Familienfest der Leichtathletik.
Mit Ariane Friedrich bin ich vorgestern vom Stadion zurück ins Hotel gefahren. Sie erzählte mir, dass sie froh sei, nun alles hinter sich zu haben, der Druck sei riesengroß gewesen. Sie ist wirklich sehr glücklich über ihre Medaille, deshalb feierten wir auch noch ein bisschen ihr bronzenes Berlin-Andenken.
Da so langsam fast Sportler alle ihre Wettbewerbe hinter sich gebracht haben und die Ergebnisse des DLV sich wirklich sehen lassen können, wird die Stimmung natürlich immer gelöster. Das merkt man vor allen Dingen Abends, im WM -Club, wo für die meisten Athleten der Abend oder besser gesagt die Nacht startet.
Heute steht der letzte Tag einer tollen WM an. Bilanz ziehen wir erst danach, Medaillen haben wir aber schon heute mehr als vor zwei Jahren in Osaka. Das Ergebnis aus Peking im vergangenen Jahr verschweigen wir großzügig an dieser Stelle.
Bis zum nächsten Mal
Euer Jan Fitschen
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