Stefan |
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14690 Aufrufe | 1 Kommentar | 24.08.2009 |
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© Foto: picture-alliance
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"Eine exzellente WM. Es war wunderschön. Berlin hat in allen Punkten meine Erwartungen erfüllt", lobte Lamine Diack (Senegal), Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, die 12. Leichtathletik-WM.
Die Weltmeisterschaft war ein voller Erfolg. Sowohl für den Sport, den Deutschen Leichtathletik Verband (DLV) und die Stadt Berlin. Dementsprechend fielen auch die Kommentare der Größen aus Sport und Politik aus. Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB): "Ich bin begeistert, wie die deutschen Leichtathleten sich aus dem Tief herausgezogen haben. Wir haben neue Siegertypen gesehen, die auch für Olympia in London 2012 hoffen lassen."
Bundesinnenminister Wolfang Schäuble stellte fest: „Die Leichtathletik hat mehr Aufmerksamkeit verdient, als sie vor der WM hatte" und Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister der Stadt Berlin resümierte kurz und prägnant: „Berlin hat gewonnen.“
Wowereit hatte dem Überflieger der WM, Usain Bolt, gestern noch ein mehrere Tonnen schweres Mauerstück, mit Bolts Konterfei als Graffiti, zur Erinnerung an die WM überreicht.
DLV-Chef Clemens Prokop meinte: "Wir haben die Leichtathletik in faszinierender Weise erlebt. Und der deutschen Mannschaft ist es gelungen, weite Teile der Bevölkerung zu begeistern, die Einschaltquoten beim Fernsehen waren sensationell."
1984 Athleten aus 201 Ländern haben an der WM teilgenommen. Einer war der unumstrittene Star unter ihnen. Usain Bolt wird in die Geschichte eingehen. Er ist der erste Sprinter, der ein Olympia-Triple bei der WM wiederholt und zudem in zwei Disziplinen Weltrekord läuft.
Er verbesserte die Weltrekorde auf 9,58 Sekunden über 100 Meter und 19,19 über 200 Meter. Sein drittes Gold gewann er mit der jamaikanischen 100 Meter Staffel. "Ich will Jahr für Jahr Champion werden, das ist meine Motivation", sagte der „menschgewordene Blitz“, wie er mittlerweile genannt wird. Er strich Prämien in Höhe von 333.000 Dollar für seine Titel und Weltrekorde ein und war damit auch der Topverdiener der WM.
Den dritten Weltrekord von Berlin lieferte die Polin Anita Wlodarczyk, die im besten Frauen-Hammerwurf-Finale aller Zeiten mit 77,96 Metern vor Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt) Gold geholt hatte.
Stark präsentierte sich in Berlin wie schon vor zwei Jahren bei der letzten WM in Osaka (Japan) der Wurfbereich mit Gold für Diskuswerfer Robert Harting (SCC Berlin) und Speerwerferin Steffi Nerius (TSV Bayer 04 Leverkusen), Silber für Kugelstoßerin Nadine Kleinert (SC Magdeburg) und Hammerwerferin Betty Heidler (LG Eintracht Frankfurt) sowie Kugelstoß-Bronze für Ralf Bartels (SC Neubrandenburg).
Hart erkämpftes Silber durfte die Leverkusener Siebenkämpferin Jennifer Oeser mit nach Hause nehmen. Bronze gewannen im Hochsprung sowohl Ariane Friedrich (LG Eintracht Frankfurt), als auch Raul Spank (Dresdner SC). Die Fahnen der deutschen Läuferinnen und Läufer hielt die 4x100-Meter-Staffel der Frauen mit einem weiteren dritten Platz hoch.
Zwei Athletinnen konnten ihren eigenen Eintrag in den deutschen Rekordbüchern erneuern. Betty Heidler steigerte ihre nationale Bestmarke ebenso wie die Potsdamer Hindernisläuferin Antje Möldner, die sich in Vor- und Endlauf verbesserte.
Zu den Helden der WM zählt auch Australiens verletzt zum Wettkampf angetretener Olympiasieger Steven Hooker, der als erster Stabhochspringer mit nur einem gültigen Versuch (5,90 m) Gold gewann.
Umstrittenste Siegerin war die Südafrikanerin Caster Semenya, die Gefahr läuft, nach einem Geschlechtstest in wenigen Wochen ihr Gold über 800 Meter an Janeth Jepkosgei (Kenia) zu verlieren.
Die große Verliererin der WM war zweifelsohne Jelena Issinbajewa aus Russland. Der haushohen Favoritin unterlief im Finale ein "salto nullo".
Erfolgreichstes Team waren einmal mehr die USA mit zehn Titeln vor Jamaika (7), Kenia und Russland (je 4). Ansonsten lag nur Polen (2/4/2) vor Deutschland, das Sechster im Medaillenspiegel wurde. Kenia gewann das Läufer-Duell klar gegen Äthiopien, Russland war erneut Europas stärkste Nation. Jamaika ist der Aufsteiger dieser WM. Von Rang acht im Medaillenspiegel 2007 in Osaka, verbesserte man sich auf Rang zwei. Als Sprintnation Nummer eins haben sie die USA bereits abgelöst.
Mehr Edelmetall hatte der DLV zuletzt 1999 (4/4/4) in Sevilla gewonnen, mehr Gold 2001 bei insgesamt nur sieben Medaillen (3-3-1) in Edmonton/Kanada.
Diesen Schwung will man von Seiten des DLV mitnehmen. „Die Begeisterung, die wir erleben durften, gibt uns Mut für die Europameisterschaft im nächsten Jahr und das nächste strategische Ziel Olympia 2012“, sagte DLV Präsident Clemens Prokop und blickte unmittelbar nach dem Ende der WM schon wieder in die Zukunft.
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