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Ein wunderschoenes Paralympisches Dorf haben wir hier vorgefunden
Einzug ins Paralympische Dorf
Jetzt sind auch wir in Peking eingetroffen, die Sportschützen des Deutschen Behindertensportverbandes sind in das Paralympische Dorf eingezogen. Nun beginnt die Zeit der Akklimatisierung und die ist bitter nötig. Bereits bei den Olympischen Spielen hat man über Erkrankungen vieler Deutscher Sportler gelesen. Für einige war es sogar so schlimm, dass der Traum vom Edelmetall zerplatzt ist. Kein Wunder. Erst das mistige Wetter in Deutschland, aber das sind wir ja eigentlich gewohnt. Dann ein Flugzeug in dem man erst schwitzt, dann friert. Die Klimaanlage hat ihren Teil dazu beigetragen und den Sitzplatz C 46 in eine Starkwindzone verwandelt. Also Cap aufsetzen, Weste an und hoffen das die Erkältung andere trifft.
Während des Landesanfluges auf Beijing ist die Vorfreude immer mehr angewachsen. Dann Regen, trübe, mal gerade +19 Grad – sind wir nach 10 Stunden Flug in dieser Kiste doch in Hannover gelandet? Typisch norddeutsches Wetter, nur die Luftfeuchtigkeit ist um einiges höher. Wie soll man da Gesund bleiben? Der Hals kratzt und dann noch vier geschlagene Stunden für die Waffendeklaration. Mein Hals wurde immer dicker. Auf einmal waren die Halsschmerzen wie weggeflogen. Wir sind im Olympischen Dorf eingetroffen und alles war wieder gut. Auf zum ersten Rundgang, schnell noch etwas in der kostenlosen 24 Stunden Kantine essen, dann erst mal auspacken.
Die Koffer sind randvoll, tolle Sachen die wir bei der Einkleidung bekommen haben. Der Schrank platzt aus allen Nähten, wofür habe ich eigentlich Privatsachen mitgenommen? In diesem Augenblick habe ich mich auf mein Bett gesetzt und ich wurde nachdenklich. Total aufgedreht, fast schon überdreht. Was ist eigentlich los mit mir. Kann es Momente geben die Schöner sind als diese? In diesem Augenblick habe ich den Traum realisiert zum zweiten Mal an Paralympischen Spielen als Cheftrainer dabei zu sein. Ein tolles und erhabendes Gefühl.
Ach ja, denn Schießstand haben wir heute auch zum erst mal gesehen. Mir ist dieses Bauwerk bereits aus dem Jahre 2006 bekannt, als Rohbau. Eigentlich wollten wir unsere ersten Trainingsschüsse abgeben. Die ersten Eindrücke waren dann aber so überwältigend, dass wir uns lieber erst mal auf eine dreistündige Sightseentour begeben haben. Gesehen haben wir aber noch lange nicht alles. Dies ist ein Schießstand mit ganz anderen Dimensionen. München oder Suhl sind unsere Vorzeigeschießstände in Deutschland, diese Range ist einfach anderes. Man muss dieses Bauwerk, die Gesamtanlage einfach nur gesehen haben.
Mit diesen Eindrücken sind wir zurück ins Olympische Dorf gefahren, waren eigentlich noch benebelt von dem Gesehenen. Bei Norbert Gau hätte dies fast fatale Folgen gehabt. Beim „Essen fassen“ ist ihm die heiße Suppe vom Tablett gerutscht. Folge: Verbrennungen ersten Grades. Wenn man als Rollstuhlfahrer mit heißen Flüssigkeiten unterwegs ist, dann kann man sich ja vorstellen, wo es weh getan hat. Glück im Unglück kann man nur sagen. Aus einer kleinen Unachtsamkeit hätten wie in diesem Fall schwerwiegende Folgen erwachsen können. Unser Mannschaftsarzt Dr. Küper war sofort zur Stelle und hat die Erstversorgung übernommen. Nach kurzer Zeit kam dann die Entwarnung. Norbert Gau wird seine Wettkämpfe hier in Beijing bestreiten können. Er darf es in den kommenden Tagen nur nicht übertreiben. Schonung ist angesagt.
Uwe Knapp
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