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(Eishockey)
Die Detroit Red Wings schlagen Pittsburgh in Spiel sechs mit 3:2 und gewinnen zum vierten Mal seit 1997 die wichtigste Trophäe im Eishockey.
Als die Detroit Red Wings im Frühjahr 1998 ihren zweiten Stanley Cup in Folge geholt hatten, ist viel darüber diskutiert worden, ob und warum sie die nächste Dynastie in der NHL sein könnten. Zehn Jahre später haben sie es nun mit dem 3:2 Erfolg im sechsten Spiel gegen die Pittsburgh Penguins und dem erneuten Gewinn des Cups nach 2002 bewiesen.
Als Dynastie im Sport wird – zumindest in Nordamerika - eine Mannschaft bezeichnet, die über einen bestimmten Zeitraum in ihrer Sportart dominiert. Der Gewinn mehrerer Titel in kurzer Zeit ist natürlich oberste Voraussetzung. Solche Dynastien hat es im Eishockey von den Ottawa Senators in den 1920ern bis hin zu den Edmonton Oilers um den kanadischen Superstar Wayne Gretzky in den späten 1980ern vielfach gegeben.
Detroit hat sich dieses Prädikat in einem Jahr, in dem sie das Finale ebenso wie die Playoffs und den gesamten Verlauf der regulären Saison dominiert haben, mehr als verdient. Zwar wehrten sich die noch jungen Penguins in der Finalserie nach Kräften, letztendlich aber ging der Titel ebenso gerechtfertigt an Detroit wie der 3:2 Sieg im letzten Spiel, der durch Brian Rafalski, Valtteri Filppula und Henrik Zetterberg sicher gestellt wurde. Die Tore für erneut nur beinah auf Augenhöhe spielende Pittsburgher erzielten der zuvor enttäuschende Evgeni Malkin und Marian Hossa.
Dass der elfmalige Stanley Cup Sieger für den Gewinn der vier letzten Titel ganze elf Jahre gebraucht hat, spielt aber dennoch ebenso wenig eine Rolle, wie die Tatsache, dass heuer nur noch fünf Akteure aus der 1997er Mannschaft auf der Trophäe verewigt werden. Denn durch die Expansion der Liga und den verstärkten Einfluss europäischer Spieler ist das Niveau in der Zwischenzeit zu hoch um vier Stanley Cup Siege in vier oder fünf Jahren feiern zu können.
Ganz im Gegenteil zeichnet sich die moderne Dynastie dadurch aus, über einen längeren Zeitraum trotz Spielerwechseln und endenden Karrieren ein starkes Team zu behalten. Genau das hat die Führung der Red Wings über die letzten Jahre verstanden wie kein anderes Management. Sie gehören jedes Jahr zu den besten Mannschaften der regulären Saison, das Erreichen der Playoffs ist selbstverständlich. Man kann das auch als Langlebigkeit bezeichnen.
Und diese wird durch eben jene dauerhaft guten Leistungen erreicht, wie sie Nicklas Lidstrom beispielhaft an den Tag legt. Der 38-Jährige Schwede gehört seit 16 Jahren zu den besten Verteidigern der Liga. Dafür wurde er nun damit belohnt, als erster europäischer Kapitän den Stanley Cup überreicht zu bekommen.
Zum anderen ist es aber auch nötig, Talente erkennen zu können, bevor andere es tun. Auch hier macht Detroit keiner etwas vor. So sind die drei besten Playoff-Scorer der Wings Johan Franzen, der unwiderstehliche Pavel Datsyuk und Henrik Zetterberg von allen anderen Mannschaften im Draft mehrfach übergangen worden, ehe Detroit sich ihre Dienste sicherte. Zetterberg wurde gar erst an 210. Stelle ausgewählt. Nun ist er als zweiter Europäer zum wertvollsten Spieler der Playoffs gewählt worden. Der erste war – genau – Nick Lidstrom im Jahr 2002.
Bedenkt man nun, dass der frisch gebackene Champion Lohnausgaben hat, die mehr als 25 Millionen Dollar unter der Gehaltsobergrenze liegen, kann einem um die Spannung in den nächsten Jahren angst und bange werden. Hat man allerdings diese Finalserie auch nur halbwegs aufmerksam verfolgt, so weiß man, dass Pittsburgh als besseres und reiferes Team in die kommende Spielzeit gehen wird. Denn diese Jungs haben die wichtigste Lektion im Eishockey gelernt: Wie es ist, das Finale zu verlieren. Gut möglich, dass sich hier eine Wachablösung angekündigt hat.
Bild von Sentrawoods1 auf flickr.com
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