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© Foto: Picture Alliance
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(Motorsport)
Stefan Bradl aus Zahling bei Augsburg hat es geschafft: Trotz Sturz in Runde vier beim letzten Rennen der Moto2-Saison in Valencia holt er den ersehnten WM-Titel nach Deutschland. Sein letzter verbliebener Konkurrent, Marc Marquez (SPA), musste bereits vor dem Wettkampf verletzungsbedingt absagen.
Marquez hätte Bradl allerdings nur noch mit einem Sieg auf Rang 2 verdrängen können, wenn dieser schlechter als mit dem 13.Platz abgeschnitten hätte. Zu diesem Show-Down ist es aber nicht gekommen, was den 21-jährigen Bradl nicht lange ärgerte. Zwar hätte der Fahrer des Kiefer-Racing-Team die Entscheidung lieber auf der Rennstrecke im direkten Duell erkämpft, konnte sich aber auch so riesig freuen. Dabei vergaß er nicht, seinem kürzlich tödlich verunglückten Kollegen aus der Moto GP-Klasse, Marco Simoncelli (ITA), die Ehre zu erweisen und widmete ihm seinen Titel.
Simoncellis Landsmann und Motorad-Legende Valentino Rossi gratulierte Bradl zum WM-Titel und prophezeite dem Talent, dass es bei dieser einen Meisterschaft nicht bleiben wird. In welcher Klasse Stefan Bradl kommende Saison auf Titeljagd gehen wird ist noch unklar. Der Moto2-Champion würde gerne in die höchste Klasse, die Moto GP, aufsteigen. Dieses Vorhaben scheitert im Moment allerdings noch an der Finanzierung.
Die Hoffnung, dass es vielleicht doch noch klappt, gibt Bradl nicht so schnell auf. Und dank seiner Entwicklung in den vergangenen Jahren darf der Kalex-Pilot zu Recht träumen. 2007 war er kurz davor nach Problemen mit seinem damaligen Rennstall seine Motorrad-Karriere hin zu werfen. Dann gewinnt er im gleichen Jahr die spanische 125er-Meisterschaft und empfiehlt sich durch einige gute Rennen als Gastfahrer in der WM-Serie als im Team der Brüder Stefan und Jochen Kiefer in Idar-Oberstein. Drei Jahre später hält er nach vier Saisonsiegen und mit insgesamt 274 Punkten den WM-Siegerpokal in der Hand.
Es ist der erste Motorrad-WM- Titel für einen Deutschen seit Dirk Raudies 1993 die Meisterschaft gewann. Auch den Papa Helmut Bradl, Vize-Weltmeister 1991, hat Sohnemann Stefan nun übertrumpft. Der zweite deutsche Pilot in der Moto2, Max Neukirchner, belegte im letzten Rennen der Saison Rang neun und wurde in der WM-Wertung somit noch Zwanzigster.
In der 125er-Klasse musste Sandro Cortese seinen dritten Platz im Gesamtklassement aufgrund eines Sturzes in Valencia an den Tagessieger Maverick Vinales aus Spanien abgeben. Doppelt ärgerlich, denn ein Platz auf dem WM-Podium hätte ein weiterer Platz für einen deutschen Fahrer in dieser Klasse für die kommende Saison bedeutet. Ob der 21-jährige Cortese, der diese Saison zwei Grand Prix gewinnen konnte, auch weiterhin für das Racing-Team Germany an den Start gehen wird, ist noch nicht sicher. Der 18-jährige Jonas Folger aus Mühldorf am Inn (Team Red Bull Ajo Motorsport) landete nur zwei Plätz hinter Cortese auf Rang sechs der Weltmeisterschaft. Die beiden weiteren deutschen Starter, Marcel Schrötter und Toni Finsterbusch, wurden 15. und 29.. Den Titel in der 125er-Klasse holte sich der Spanier Nicolas Terol.
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