Die "Königsdisziplin" unter den Ultras stellt in jedem Fall eine große Herausforderung da.
Auch wenn man es als Anfänger eher ruhig und vorsichtig angehen lässt, die "nackte" Distanz fordert ihren Tribut.
...war einfach unglaublich. Letztlich hat alles genauso geklappt, wie ich es mir vorgestellt habe...bis auf die tierischen Schmerzen danach....
Faktisch fordert mich ein harter Marathon, den ich in neuer Bestzeit absolvieren möchte mehr, als die Ultra - Premiere über die "Königs - Distanz".
Den Marathon laufe ich in unter 5.00 MInuten pro KM und bringe die durchschnittliche Herzfrequenz bis auf 165 und den Spitzenwert auf 190.
Biel bin ich eher locker und langsam angegangen. Aber egal, was Du tust, die Distanz belastet Kniee, Knochen, Gelenke, Beine, Füße, Muskulatur, Rumpf...alles.
Mit anderen Worten...ich bin total fertig.
Andererseits auch sehr stolz. Denn auch, wenn ich mehrfach mit dem Gedanken an Aufgabe gespielt habe, habe ich das Ding letztlich gut und souverän durchgezogen.
Mit 11:25h bin ich zudem auch sehr deutlich unter der ohnehin für einen Anfänger schon wagemutigen angestrebten Planzeit von 12h geblieben.
Die Organisation war wie Laufcoach Andreas Butz(www.laufcampus.de) dies in seinem bemerkenswerten Artikel und Laufbericht schreibt, wirklich sehr gut. Alles schweizerisch solide, aber nicht perfekt. Ich habe nicht herausgefunden, wo die Gravur der Medaillen stattfand und wo die angepriesene Massage erfolgte...
Auch wie Butz schrieb, gab es nun reichlich, fast alle 2,5 - 5 KM Verpflegungsstationen, aber diese gaben wirklich nur süßes Zeug (Kekse, Riegel und Obst) aus. Die alternativ gereichte Gemüsesuppe war eher eklig... Getränke gab es reichlich, 2 verschiedene isotonische Drinks, Cola, Wasser und Tee.
Das gleiche wurde dann aber auch im Zelt zum Abschluß gereicht und das war eher armselig. Armselig war aus meiner Sicht aber auch die Tüte mit den Startunterlagen...ein Müsliriegel und etwas Cornflakes...
Ansonsten war es aber Klasse. 3000 Teilnehmer an Halbmarathon, 51 KM - Lauf, Marathon, Kinderläufen und Staffeln und v.a. am 100 KM Lauf brachten eine tolle Atmosphäre. Die Schweizer lieben diese Veranstaltung und feuern die Läufer bis in die Nacht an. Einfach unglaublich.
Das Wetter spielte auch wirklich toll mit:
Etwa 18 Grad zum Start, dann kühlte es sich auf ca. 8 Grad ab und morgens kam die Sonne wieder und wir liefen bei 24 Grad im Ziel ein. Die Stars hatten zumindest den Sonnenschein, allerdings waren sie einige Stunden früher im Ziel und da war es noch etwas frischer.
Die Strecke war facettenreicher und schwieriger als ich gedacht hatte, Landstraße, Feld - und Waldwege. Ein steiler Anstieg nach gut 75 KM raubte vielen Läufern den Nerv und nur gut, dass ich den Laufbericht von Andreas Butz gelesen hatte.
Ich entschied mich dafür, auch nachts keine Jacke zu tragen und hatte tatsächlich mit dem ärmellosen Shirt auch bei 8-10 Grad keinen Kummer. Für den Notfall hatte ich neben dem Toilettenpapier auch Handschuhe in der Gürteltasche.
Nein, das wichtigste Utensil war meine Maglite. Butz hatte zwar geschrieben, dass man diese nur für einen Crosspfad bräuchte, aber ich habe sie auf einer Distanz von 30 KM immermal wieder gebraucht. Definitiv aber auf diesem Crosspfad, der auf einer Länge von 10 KM durch den dichten Wald führte und dass in den sehr frühen Morgenstunden. Der Belag Waldboden, mit dichten Wurzeln und übersät mit dicken Steinen. Wer keine Taschenlampe hing sich einfach bei einem "Lampenträger" ran.
Nächstes Jahr geht es wieder dort hin...
Rundherum eine gelungene Veranstaltung, die ich nur empfehlen kann. Etwas ganz besonderes.
Jeder sollte sich das einmal vornehmen, sportlich ein Highlight und der gewaltige 100 KM Rundkurs ist wirklich attraktiv und abwechslungsreich, manchmal sogar anspruchsvoll.
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