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(Sportschießen)
Nachwuchs zeigte sich in Topverfassung
Sportschützen bei Polish Open erfolgreich
Natascha Hiltrop siegt in Stettin
Der internationale Wettkampf „Polish Open“ in Stettin war für die Sportschützen des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) der erste ernsthafte Leistungsvergleich im Jahr 2009. Acht Nationen haben die Chance genutzt eine entsprechende Standortbestimmung in den unterschiedlichen Luftdruckdisziplinen durchzuführen.
Für diesen Ländervergleich wurden von Cheftrainer Uwe Knapp insgesamt sieben Athleten nominiert. Neben etablierten Sportschützen wurden auch Nachwuchsschützen eingeladen um ihnen die Chance zu geben erstmals internationale Luft zu schnuppern. Für das Trainerteam Knapp/Gohres hat der Neuaufbau des Kaders der Abteilung Sportschießen im Deutschen Behindertensportverbandes absolute Priorität. Im Hinblick auf die Paralympischen Spiele 2012 in London ist dieser Schritt unerlässlich.
Und genau diese Nachwuchsschützen konnten sich in beeindruckender Art und Weise in Szene setzen. Allen voran zeigte die erst siebzehnjährige Natascha Hiltrop aus dem hessischen Heringen ihre Nervenstärke. In der Disziplin Falling Target Rifle (FTR1), ein Klappscheibenwettbewerb der auf Zeit geschossen wird, konnte sie die gesamte Konkurrenz hinter sich lassen. Im Finale setzte sich Hiltrop geben Anja Maurer aus Oberstenfeld und Waldemar Andruszkiewicz aus Polen durch. Dies war der erste große Erfolg für Natascha Hiltrop auf der internationalen Bühne.
Für einen weiteren Wettbewerb bei den Gewehrschützen wurden Anja Maurer und Natascha Hiltrop nominiert. In der Disziplin R3 – Luftgewehr Englisch Match mussten 60 Wertungsschüsse abgegeben werden. Nach der Qualifikation hat sich Anja Maurer aus Oberstenfeld für das Finale qualifiziert. Mit 595 Ringen und Platz sechs blieb sie aber hinter ihren eigenen Erwartungen zurück. Ihre Qualifikationsplatzierung konnte Maurer mit 104,0 Ringen im Finale aber bestätigen.
Die Pistolenschützen starteten mit der Disziplin Falling Target (FTP). Innerhalb von 100 Sekunden mussten 3 Wertungsschüsse abgegeben werden, wobei drei unterschiedlich große Ziele getroffen werden mussten. Der Lochdurchmesser dieser Ziele beträgt 24, 16 und 11mm.
Die deutschen Starter waren Frank Heitmeyer, Christine Stöckl und Frank Wunderlich. Nach der ersten Runde war für Stöckl (Weiden) und Wunderlich (Lemwerder) der Wettkampf bereits beendet. Frank Heitmeyer aus Bad Essen hingegen machte seine Sache sehr gut. Der Sportschütze aus den Osnabrücker Land erreichte in beeindruckender Manier das Finale. Erst hier musste er sich den beiden Polen Filip Rodzik und Wycjciech Kosowski geschlagen geben. Heitmeyer wurde mit Bronze belohnt.
In der Disziplin R5 – Luftgewehr liegend der Schadensklasse II starteten Michael Brengmann aus Hambuch und Reinhold Görg aus Morbach.
Beide Sportschützen konnten jedoch nicht überzeugen. Dennoch wurde das Finale von Brengmann mit 596 Ringen und dem Bronzerang erreicht. Für Reinhold Görg standen am Ende nur 591 Ringen zu Buche.
Eine sehr gute Startserie erwische Christine Stöckl in ihren Luftpistolenwettkampf. Sie eröffnete mit 92 Ringen. Mit 95 Ringen in der zweiten Serie baute sie ihren Vorsprung aus. Nach einem massiven Leistungseinbruch im dritten Durchgang des Wettkampfes kamen ihre Gegnerinnen wieder auf Tuchfühlung an Stöckl heran. Am Ende der Qualifikation lag Christine Stöckl nur hauchdünn in Front. Diesen Vorsprung konnte sie im Finale glücklich verteidigen und wurde Polish Open Siegerin 2009 in der Disziplin P2 mit 362 Ringen.
Für Michael Brengmann und Reinhold Görg wurde der Wettbewerb R4, Luftgewehr stehender Anschlag in der Schadensklasse II zu einer wichtigen Standortbestimmung für das Sportjahr 2009. Brengmann erreichte mit einer Klasseleistung von 598 Ringen als Erster das Finale. Reinhold Görg kam mit 593 Ringen auf Rang den zweiten Platz. Auch im Finale bestach Brengmann mit 104,1 Ringen gefolgt von Görg mit 103,8 Ringen. Drittplatzierter wurde der Belgier Luc Dessart.
Die Pistolenschützen mussten auch mit der fünfschüssigen Luftpistole in der Disziplin P5 antreten. Hierbei wurden acht Wertungsserien a 5 Schuss auf die Luftpistolenscheibe abgegeben. Für den DBS starteten Frank Heitmeyer und Christine Stöckl. Bis zur Hälfte des Wettkampfes führte Stöckl komfortabel. Aber dann wurde Frank Heitmeyer immer stärker und konnte sich am Ende mit 348 Ringen gegenüber Stöckl und der gesamten Konkurrenz durchsetzen. Drittplatzierter wurde der Ungar Gyula Gurisatti.
In der Schadensklasse II sind Michael Brengmann und Reinhold Görg in der Disziplin Falling angetreten. Beide Deutschen Teilnehmer konnten sich durch einen Sieg in der Vorrunde direkt für das Finale qualifizieren. Michael Brengmann blieb fehlerfrei und Reinhaold Görg erreichte mit 9 von 10 Treffern den Einzug ins Finale. Brengmann zeigt seine derzeitige mentale Stärke und dominierte das Teilnehmerfeld nach Belieben. Mit der Idealtrefferzahl von 10 war Michael Brengmann der Sieg in der Disziplin nicht zu nehmen. Platz zwei ging an Georgina Callingham aus Großbritannien vor Reinhold Görg aus dem pfälzerischen Morbach.
Bei den Frauen in der Disziplin R2 – Luftgewehr stehend kämpften zwei deutsche Frauen um die Medaillen. Beide Starterin haben sehr nervös begonnen. Natascha Hiltrop konnte den Übergang von der Probe zur ersten Wettkampfserie erstaunlich gut gestalten. Sie erreicht 99 Ringe und übernahm die Führung vor Paralympicssiegerin Veronica Vadovicova. Hiltrop konnte den Wettbewerb trotz eines dreiwöchigen Krankenhausaufenthalts offen gestalten. Erst zum Ende des Wettkampfes hat der Trainingsrückstand seine Spuren hinterlassen. Mit 384 Ringen konnte Natascha Hiltrop als Drittplatzierte in das Finale einziehen.
Anja Maurer hatte dagegen große Mühe in den Wettkampf zu finden. Aber auch sie konnte sich steigern und erzielte mit einer kämpferischen Leistung noch respektable 377 Ringe.
Im Finale konnte Hiltrop ihren Platz behaupten und wurde hinter der Slovakin Vadovicova und Deanne Coates aus Großbritannien hervorragende Dritte.
Den Abschluss der Wettkämpfe machten die Luftpistolenschützen Frank Heitmeyer und Frank Wunderlich. Wunderlich kam gut in den Wettkampf und schoss sehr ausgeglichen. In der dritten Serie passierte ihm ein Missgeschick. Zuviel Druck auf dem Abzug, eine 5 war die Folge. Zwar konnte Wunderlich zwei weitere hohe Serien folgen lassen, am Ende musste er sich aber mit nur 540 Ringen zufrieden geben.
Besser erging es Frank Heitmeyer. Nach schwachem Beginn konnte er sich deutlich steigern und erreichte mit 558 Ringen das Finale. Getragen von seinen guten Ergebnissen bei dieser internationalen Veranstaltung hatte er den dritten Platz vor Augen. Im Finale musste sich Heitmeyer nur dem Polen Filip Rodzik und dem Ungarn Gurisatti beugen.
Insgesamt zeigten sich die Trainer Uwe Knapp und Manfred Gohres mit ihren Schützlingen zufrieden. Als Standortbestimmung zeigten besonders die Neulinge ihre Stärken, die jetzt für die anstehenden großen Wettkämpfe aufgebaut werden.
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