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© Foto: istockphoto.com/Choreograph
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Spanien und Frankreich machen am Sonntag den EM-Titel 2011 untereinander aus. Die Iberer setzten sich im Halbfinale dank 35 Punkten von Juan Carlos Navarro gegen die Überraschungsmannschaft aus Mazedonien durch (92:80). Frankreich bezwang Russland in einer umkämpften Partie mit 79:71.
Navarro verdirbt nächste Sensation Mazedoniens
Mazedonien schreibt die Cinderella-Story dieser EM, das war schon vor dem Halbfinale gegen Spanien klar. Wie der Balkanstaat im Viertelfinale, im Angesicht der grünen Hölle von Vilnius, Gastgeber Litauen ausgeschaltet hatte, wird auf lange Zeit ein Gesprächsthema in Basketball-Europa bleiben. Und beinahe wäre dem Basketball-Zwerg im Halbfinale gegen Topfavorit Spanien der nächste Streich gelungen.
Von Beginn an überzeugten die Mazedonier mit denselben Attributen, die schon gegen Litauen ihr Spiel ausgemacht hatten: In der Defensive zeigten die Osteuropäer viel Einsatz und Leidenschaft und präsentierten wechselnde Verteidigungssysteme. Im Angriff bewies Mazedonien viel Geduld, um sein Schicksal mit ablaufender 24-Sekunden-Uhr dann immer wieder in die Hände von Bo McCalebb zu legen. Der wuselige US-Guard war einer der Hauptgründe, wieso Mazedonien sich nach einem erstmals größeren Vorsprung der Spanier (28:18) zurückkämpfte: Mit seinem schnellen Antritt wusste McCalebb auch gegen die langen Iberer immer wieder erfolgreich abzuschließen. Weil außerdem Pero Antic mehr als einen schwierigen Dreier einnetzte, ging Mazedonien sogar mit einer Führung (44:45) in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel hatte Juan Carlos Navarro genug gesehen. Der spanische Guard nahm das Spiel nun in die Hand: Egal, ob per Step-Back-Dreier, Mitteldistanzwurf oder die gefürchteten „Bombas“ - Floater aus der Halbdistanz -, Navarro war nicht zu stoppen. Insgesamt 19 Zähler markierte der Routinier vom FC Barcelona im dritten Viertel und war damit maßgeblich daran beteiligt, dass sich Spanien zum zweiten Mal in diesem Spiel deutlich absetzen konnte (71:62).
Und dieses Mal gab der amtierende Europameister die Führung nicht mehr aus der Hand. Während bei Mazedonien allmählich die Kräfte schwanden, glänzte Spanien zwar nicht, zog jetzt aber mehr Nutzen aus den Vorteilen am Brett: Sowohl Pau Gasol (22 P, 17 R) als auch sein Bruder Marc (11 P, 10 R) markierten ein Double-Double. Der Matchwinner beim 92:80-Erfolg war aber zweifellos Navarro, der 35 Zähler erzielte.
Spanien steht damit zum dritten Mal in Serie im EM-Finale. Nach der Niederlage gegen Russland (2007) und dem Titelgewinn in Polen (2009) können die Iberer am Sonntag die EM-Trophäe verteidigen.
Parker und Batum führen Frankreich ins Finale
Russland gegen Frankreich - das sollte mehr werden als nur das Duell der beiden NBA-Stars Andrei Kirilenko und Tony Parker. Obgleich beide bis dato die Schlüsselfiguren für ihre jeweilige Mannschaft waren, gab es auf beiden Seiten auch andere entscheidende Faktoren für den Halbfinal-Einzug. Frankreich überzeugt seit Turnierbeginn mit einem nie gekannten Teamspirit und kann an Parkers Seite weitere Schlüsselspieler begrüßen - wie Nicolas Batum, der in der Schlussphase des Viertelfinales mit zwei entscheidenden Körben zum Held wurde. Russland hingegen schaltete die ambitionierten Serben im Halbfinale mit einer erstickenden Press-Verteidigung und ausgeglichenem Offensivspiel aus.
Von Beginn an entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Während Tony Parker „Les Bleus“ in der Anfangsphase mit neun Punkten auf seine Schultern hievte, wusste Russland mit schnellem Passspiel zu gefallen. Nach zwei Dreiern von Parker und Batum erspielte sich Frankreich kurz vor der Halbzeit erstmals einen deutlicheren Vorsprung (39:31). Russland schaltete in der Verteidigung nun allerdings einen Gang hoch und hielt vor allem Tony Parker vom Punkten ab - bis Mitte des dritten Viertels gelangen Frankreich nur noch vier weitere Zähler (43:40).
Ohnehin wurde die Begegnung mit fortschreitender Spieldauer immer umkämpfter: Einfache Punkte wurden nicht mehr erlaubt, offene Würfe gab es auf beiden Seiten kaum; dementsprechend wurde um jeden der wenigen Punkte gekämpft. Ein Dreier von Batum war dann Ende des dritten Viertels aber die Initialzündung für einen 10:2-Lauf der Franzosen: Nach einem weiteren Dreier des starken Batum und zwei Korblegern führte „Les Bleus“ mit 53:45.
Ein Layup durch Ali Traore bescherte Frankreich zu Beginn des Schlussabschnitts dann erstmals eine zweistellige Führung (57:47). Russland fand seinerseits kaum noch ein Rezept gegen die französische Defensive. Auf einen Zwischenspurt der Russen zum 61:55 reagierten bei Frankreich erneut prompt Parker und Batum, die den vorigen Vorsprung umgehend wieder herstellten. Auch in der Folge trugen diese beiden ihr Team: Parker, der immer wieder mit Ablauf der Schussjahr unglaubliche Würfe einnetzte, und Batum, der dank seiner Athletik immer wieder am russischen Korb für Furore sorgte. Vier Parker-Punkte in Folge zum 73:64 (39. Minute) entschieden das Spiel endgültig. Zusammen markierten der Guard der San Antonio Spurs (20 P) und Batum (19 P) 51 der 79 französischen Zähler beim 79:71-Sieg.
Im Finale stehen sich demnach am Sonntag Spanien und Frankreich gegenüber. Sport1 überträgt das Endspiel ab 20.00 Uhr live!
Joshua Wiedmann, crossover-online.de
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