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Basketball-EM: Sieg Deutschland zum Abschluss

06.09.2011
Basketball-EM: Sieg Deutschland zum Abschluss
© Foto: picture-alliance
 

Mit dem Sieg gegen Lettland kann Deutschland sein Selbstbewusstsein wieder etwas aufbauen. Dafür kann sich Dirk Bauermann bei Heiko Schaffartzik bedanken. Frankreich sichert sich im bisher besten Spiel der EM den ersten Platz in Gruppe B.

Spiele vom 5. September 2011

Gruppe A


Großbritannien gegen Polen 88:81

Nachdem Polen gestern mit einem überraschendem Sieg gegen die Türken fast schon in der Zwischenrunde war, vergaben sie heute gegen die bisher schwachen Briten doch noch den Einzug in die nächste Runde. Besonders Luol Deng schien etwas gegen eine weitere Niederlage seines Teams einzuwenden haben. Mit 28 Punkten, 14 Rebounds, sechs Assists und zwei Steals fegte er die Polen fast im Alleingang aus dem Turnier.

Schlüsselstatistik: Polen verlor das Rebound-Duell mit 46:25.


Spanien gegen Türkei 57:65

Die Türken haben mit einem Sieg gegen Turnierfavorit Spanien ihre letzte Chance auf einen Einzug in die Zwischenrunde wahrgenommen. Die Spanier, die Pau Gasol schonten, müssen dagegen die erste Niederlage im Turnier hinnehmen. Dabei sah es bis rund fünf Minuten vor Schluss ganz nach einem Sieg der Spanier aus, die zwar nie hoch, aber doch konstant führten. Dann aber übernahmen Ender Arslan und Ömer Asik das Spiel und brachten ihre Mannschaft auf 57:57 heran. Im Anschluss gelang beiden Teams offensiv nicht mehr viel, erst durch je einen Dreipunktewurf von Ömer Onan 3:47 vor Ende und dann 52 Sekunden vor Schluss durch Hedo Türkoglu setzten sich die Türken entscheidend ab.

Schlüsselstatistik: Spanien traf nur vier von 17 Dreipunktewürfen.


Portugal gegen Litauen 69:98

Wenig Gegenwehr zeigten die Portugiesen gegen den Gastgeber. Mit 29 Punkten Differenz gingen sie chancenlos unter und verabschieden sich so ohne einen einzigen Sieg aus dem Turnier.

Schlüsselstatistik: Portugal traf 35,5 Prozent aus dem Feld, Litauen 60,4 Prozent.

Gruppe B


Israel gegen Italien 96:95

Mitfavorit Italien verabschiedet sich mit nur einem Sieg aus dem Turnier. Eine Sekunde vor Ende der regulären Spielzeit rettete Andre Bargnani (26 Punkte und elf Rebounds) sein Team noch in die Verlängerung, doch in der Verlängerung behielt Israel die Nase vorn. Die Israelis sind aber ebenfalls aus dem Turnier ausgeschieden. Bester Mann der Sieger war Guy Pnini mit 22 Zählern. Er verwandelte 1:37 Minuten vor dem Ende der Verlängerung auch einen entscheidenden Dreipunktewurf, der den Triumph sicherte.

Schlüsselstatistik: Italien verbuchte 15 Ballverluste in diesem Spiel.


Lettland gegen Deutschland 80:81

Eigentlich ging es in diesem Spiel um nichts mehr, außer vielleicht die Ehre. Lettland wollte nämlich nicht ohne Sieg aus dem Turnier scheiden und Deutschland wollte die Gelegenheit nutzen, um vor der unglaublich schweren Zwischenrunde noch einmal Selbstbewusstsein zu tanken. Am Ende war es wieder einmal Heiko Schaffartzik, der Deutschland mit zwei Wahnsinnsdreiern den Sieg rettete.

In der ersten Hälfte offenbarten sich die gleichen Schwächen wie schon gegen Serbien: In der Defensive wurde zu langsam rotiert und so bekamen die Letten immer wieder freie Würfe nach Penetrationen zum Korb. In der Offensive taten sich die Deutschen lange Zeit gegen die Zonenverteidigung von Lettland sehr schwer. Es fehlte oft der nötige Zug zum Korb, um Lücken in die Zone zu reißen und so entweder direkt am Brett zu punkten oder auf den freien Werfer durchzustecken.

Erst in der zweiten Halbzeit, ohne Dirk Nowitzki und Chris Kaman, die geschont wurden, kam die deutsche Auswahl besser ins Spiel und erkämpfte sich eine Zehn-Punkte-Führung. Vor allem Tibor Pleiß konnte etwas Selbstbewusstsein tanken, auch wenn er körperlich unter dem Brett immer noch überfordert scheint.

Die Letten ließen sich aber nicht abschütteln und kamen dank Rihards Kuksiks (27 Punkte) und Dairis Bertans (15 Punkte) wieder ins Spiel. Zusammen trafen sie sieben von elf Dreipunktewürfen. Eine Minute vor Schluss lag Deutschland mit vier Punkten zurück. Dann schlug die Stunde des Heiko Schaffartzik, der in zwei Angriffen in Folge je einen Dreier verwandelte. Deutschland hat nun zwar drei von fünf Spielen der Vorrunde gewonnen, kann aber keinen Sieg in die Zwischenrunde mitnehmen. So müssen gegen die Spanier, die Türkei und Litauen mindestens zwei und je nach Verlauf der anderen Gruppenspiele sogar drei Siege her. Keine leichte Aufgabe.

Schlüsselstatistik: Lettland traf nur 16 von 27 Freiwurfversuchen.

Für Deutschland spielten:


Name Verein Punkte
Robin Benzing München 11
Steffen Hamann München 4
Johannes Herber Frankfurt 2
Jan-Hendrik Jagla München 2
Chris Kaman LA Clippers 11
Dirk Nowitzki Dallas 11
Tim Ohlbrecht Frankfurt -
Tibor Pleiß Bamberg 11
Heiko Schaffartzik Berlin 11
Sven Schultze Berlin 6
Philipp Schwethelm München 4
Lucca Staiger Berlin 8


Serbien gegen Frankreich 96:97

Das Spitzenduell um den Sieg in Gruppe B entwickelte sich zum bisher besten Spiel des Turniers. Frankreich und Serbien spielten vor allem offensiv auf sehr hohem Niveau, ließen den Ball sehr gut laufen und zeigten Basketball vom Feinsten. Erst in der Verlängerung fand die Partie mit den Franzosen einen Sieger.

Auf Seiten Frankreichs war es zuerst vor allem Tony Parker (24 Punkte), der das Spiel dominierte, doch im weiteren Verlauf sank dessen Wurfquote immer weiter (30 Prozent bei 6/20 FG). Für die Serben sprang immer wieder Marko Keselj (25 Punkte) in die Bresche, der sieben seiner neun Dreiern traf. Ansonsten suchte Aufbau Milos Teodosic oft erfolgreich Nenad Krstic, der 22 Zähler auflegte. In der Verlängerung musste Serbien aber auf seinen Star-Aufbau verzichten, da er mit fünf Fouls auf die Bank musste. Das Spiel blieb bis zur letzten Sekunde spannend. Nach zwei erfolgreichen Freiwürfen führten die Franzosen mit zwei Zählern bei noch 19 Sekunden auf der Uhr. Serbien gelang es, den Ball direkt unter den Korb zu bringen, wo Dusko Savanovic völlig frei war. Doch der verlegte den Korbleger und so zieht Frankreich mit zwei Siegen in die Zwischenrunde ein.

Schlüsselstatistik: Tony Parker traf nicht gut aus dem Feld, doch von der Linie war er mit 12/12 Freiwürfen treffsicher.

Gruppe C


Finnland gegen Montenegro 74:69

Das Team vom ehemaligen Bundestrainer Henrik Dettmann kann nach einem Sieg über Montenegro und der gleichzeitigen Niederlage der Kroaten den Einzug in die Zwischenrunde feiern. Mit einer sehr ausgeglichenen Teamleistung setzten sich die Finnen letztlich durch. Vor allem die Bankspieler überzeugten in den wichtigsten Phasen des Spiels. Petri Virtanen brachte die Finnen im dritten Viertel zurück ins Spiel, als er bei einem Sieben-Punkte-Rückstand der Finnen zwei Dreier in Folge verwandelte.

Schlüsselstatistik: Finnland sammelte 21 Offensivrebounds.


Griechenland gegen Kroatien 74:69

Mit einem Sieg wären die Kroaten in die Zwischenrunde eingezogen, doch ihnen versagten die Nerven. Bei den Griechen war es immer wieder Antonis Fotsis, der mit fünf erfolgreichen Dreipunktewürfen eine Führung der Kroaten verhinderte. Unterstützung erhielte er von Konstantinos Vasileiadis, der ebenfalls 17 Punkte sammelte. Kroatien schied nach dieser Niederlage aus.

Schlüsselstatistik: Kroatien traf nur vier von 17 Dreipunktewürfen.


Mazedonien gegen Bosnien und Herzegowina 75:63

Bosnien und Herzegowina hätte mit einem Sieg noch in die Zwischenrunde einziehen können, doch so sicherte sich Mazedonien überraschenderweise den Gruppensieg und nicht etwa die Griechen. Den Triumph besiegelte Mazedonien mit einem 14-0-Lauf zu Beginn der zweiten Hälfte.

Schlüsselstatistik: Mazedonien verteilte 18 Korbvorlagen, Bosnien und Herzegowina nur neun.

Gruppe D


Georgien gegen Bulgarien 69:79

Georgien fand kein Mittel gegen Bulgariens EJ Rowland, der 25 Punkte sammelte und fünf von sechs Dreipunktewürfen traf. 4:15 Minuten vor dem Ende sah Georgien trotzdem noch wie der sichere Sieger aus, denn sie führten 67:62, doch dann setzte Bulgarien zu einem starken 14:0-Lauf an und sicherte sich den Sieg.

Schlüsselstatistik: Beide Teams leisteten sich viele Ballverluste, Georgien mit 22 aber noch fünf mehr als Bulgarien (17).


Slowenien gegen Russland 64:65

Auch das Duell um den ersten Platz in Gruppe D entwickelte sich zu einem Krimi. Erst mit 0,2 Sekunden Rest auf der Uhr entschied Sergey Monya das Spiel mit einem Distanzwurf zugunsten von Russland. Monya hatte zuvor keinen einzigen seiner sechs Würfe getroffen. Das gesamte Spiel zuvor hatte Slowenien geführt.

Schlüsselstatistik: Russland traf nur 41,7 Prozent seiner Freiwürfe, trotzdem gewannen sie.


Ukraine gegen Belgien 74:61

Die Ukraine setzte sich im zweiten Viertel entscheidend mit einem kurzen 12:2-Lauf ab. Diesen Vorsprung konnte Belgien nie wieder aufholen. Keines der beidenTeams konnte allerdings in die Zwischenrunde einziehen.

Schlüsselstatistik: Belgien traf lediglich 41 Prozent aus dem Feld.

Bestleistungen des Spieltags:


Punkte: 28 (Luol Deng, GB)
Rebounds: 16 (Vyacheslav Kravtsov, UKR)
Assists: 10 (Heiko Schaffartzik, GER)
Steals: 6 (Tony Parker, FRA)
Blocks: 3 (Chris Kaman, GER; Antonios Fotsis, GRE)
Dreier: 7 (Marko Keselj, SER)

Florian Lindemann, crossover-online.de

Hier findet ihr alles weitere zur Basketball-EM 2011

Nachdem Deutschland die Zwischenrunde erreicht hat, warten harte Brocken. Hier gibt der deutsche Trainer Dirk Bauermann seine Einschätzungen: crossover-online.de



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