|
|
|
Foto: keine Quelle wurde angegeben
|
|
(Laufen)
Ein ruhiger Sonntagvormittag-Lauf wird überraschend mit einem aufregenden Moment garniert. HT16-Triathlet Jens Frede trifft bei seiner Trainingseinheit in den Wolfsburger Wäldern auf ein Wildschwein.
Es gibt Zeitgenossen, die sagen: "Lange Läufe, besonders im Winter, sind öde und langweilig." Von wegen! Die Natur hat immer etwas in der Hinterhand, um den Frischluftsportler zu belohnen. Meist tut sie das für diejenigen, die alle Sinne aufsperren um im Wald alles aufzunehmen, was um sie herum passiert.
Manchmal gibt es auch diese Extra-Erlebnisse, von denen man noch tiefer beeindruckt ist als sonst. Für mich war es dieser sonntägliche Lauf in Wolfsburg. In meiner Heimatstadt lässt es sich vorzüglich durch die Natur laufen, denn die Stadt mit etwa 130.000 Einwohnern ist im wahrsten Sinne eine grüne Stadt. Egal wo man wohnt, der nächste Wald oder die Grünanlage ist nur wenige Schritte entfernt. Ein Stadtteil, der Steimker Berg ist sogar in einen Wald hineingebaut worden.
Genau deshalb lauf ich so gern hier. Meine Strecke, die etwa 14 Kilometer lang ist und sich eigentlich sehr nah am Zentrum befindet, wird kaum von Autos gestört (hört, hört - und das in der Autostadt). Für mich, der sonst durch Hamburg läuft und sich mit vielen Ampeln herumärgert, macht das einen gehörigen Unterschied und ist sie wie ein Läuferparadies.
Ein zweiter Grund für die Attraktivität dieser Strecke ist neben den Hotspots aus meiner Jugend(ehemalige Schulen, Sportplätze usw.) auch die Natur, weil ein Großteil der Strecke durch Wolfsburgs Wälder führt. Dort genieße ich das Vogelgezwitscher und einmal habe ich sogar ein Reh gesehen. Doch noch nie sah ich vorher so nach an einem Wohngebiet ein Wildschwein.
Dabei hatte ich schon öfters die Indizien für die Existenz von Wildschweinen in der VW-Stadt gesehen, wie durchgepflügte Rasenplätze. Sogar Fernsehteams sind wegen diesen Wildschweinen schon extra nach Südostniedersachsen gekommen. Aber in Natura, am hellichten Tage ist mir noch kein Borstentier erschienen.
Jetzt war es soweit. Ich lief bereits eine halbe Stunde, da hörte ich es zuerst rascheln und auf einmal stand eine Sau etwa 50 Meter von mir entfernt da und reckte seine Nase in die Luft, um mich zu wittern. Scheinbar roch ich schon jetzt zu sehr nach Schweiß, dass sie im nächsten Moment die Beine in die Hand nahm und auf der anderen Seite des Weges verschwinden wollte. Nur leider stand ihr ein gefällter Baum im Weg, den sie mit voller Wucht rammte. Als die Sau merkte, dass sie an dieser Stelle nicht weiterkam, lief sie zurück auf den Weg und sah anschließend eine andere Stelle die für die Flucht geeigneter war.
Ich war wie geschockt und beobachtete das Treiben vor mir mit angehaltenem Atem. Weit und breit war kein anderer Mensch zu sehen. Auf der Bildfläche nur ich und das Wildschwein. Zum Glück schien das Tier mehr Angst vor mir zu haben als ich vor ihr. Richtig gefährlich sind Wildschweine, soweit ich weiß auch nur, wenn sie Frischlinge im Schlepptau haben. Dafür ist es im Februar zu früh...oder täusch ich mich?
Den Rest der Strecke konnte ich dann jedenfalls recht unbehelligt weiterlaufen und außer ein paar Gänse, Kaninchen, Krähen und einem Buntspeht sind mir keine weitern Wildtiere mehr begegnet. Aber soviel Wildleben reicht auch für einen Lauf.
Stichwörter:
Duathlon,
HT16 Triathlon-Team Hamburg,
Jens Frede,
Laufen,
Triathlon,
Wolfsburg