womensoccer.de "Immer auf Ballhöhe" |
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2847 Aufrufe | 09.03.2010 |
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© Foto: pixelio.de/Uwe-Steinbrich
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(Fußball) Alle elf verbleibenden Saisonspiele der Frauenfußball-Bundesliga wollte der 1. FFC Frankfurt gewinnen, so die Devise von Trainer Sven Kahlert. Doch der FC Bayern München ließ die hessischen Hoffnungen gleich zum Rückrundenauftakt wie eine Seifenblase platzen.
Der angepeilte Platz 2 und die Teilnahme an der Champions League sind für Frankfurt in weite Ferne gerückt.
Vor 520 Zuschauern im Sportpark Aschheim feierten effiziente Münchnerinnen einen glücklichen, aber nicht unverdienten 2:1 (1:0)-Sieg. Die frühe Führung durch Isabell Bachor (7.) glich Kerstin Garefrekes Anfang der zweiten Halbzeit aus (56.), doch die eingewechselte Vanessa Bürki (70.) sorgte für die Entscheidung.
„Wir hätten das Spiel klar gewinnen können. Unser größtes Manko war, dass wir die Torchancen nicht genutzt haben“, so ein maßlos enttäuschter Frankfurter Trainer Sven Kahlert. Bayern-Trainer Günther Wörle meinte: „Wir haben Glück gehabt, dass wir zum richtigen Zeitpunkt den zweiten Treffer erzielt haben, das Tor von Vanessa Bürki war fantastisch.“
Die mehrfach indisponierte und oftmals zu weit aufgerückte Frankfurter Viererkette – einzig Sara Thunebro wusste mit klugen Pässen zu gefallen – machte den Offensivkräften der Bayern allerdings das Leben auch zu einfach. Mit einem klugen wie simplen Pass hebelte Stefanie Mirlach früh die gegnerische Defensive aus, Bachor bedankte sich und hob den Ball zur frühen Führung ins Netz. Und wäre Nina Aigner wenige Minuten später etwas eigennütziger gewesen, anstatt den Ball nach innen zu legen und die Münchnerinnen in der Vorwärtsbewegung noch etwas entschlussfreudiger, hätte man sich in Frankfurt bereits in den ersten 20 Minuten nicht über einen höheren Rückstand beklagen dürfen.
Danach kam Frankfurt besser ins Spiel und erarbeite sich ein spielerisches Übergewicht, doch in der Chancenverwertung war man zu unkonzentriert und konnte aus der Überlegenheit vor der Pause kein Kapital schlagen. So vergaben unter anderem Birgit Prinz und Kerstin Garefrekes beste Einschussmöglichkeiten. „Die Abgezocktheit vor dem Tor müssten wir eigentlich haben“, monierte Kahlert nach der Partie. Nach dem Ausgleich von Garefrekes, die nach einem Gewühl im Strafraum aus kurzer Distanz abstaubte, keimte kurzzeitig Hoffnung auf, die Frankfurterinnen schienen einem zweiten Treffer näher.
Doch die Schweizer Nationalspielerin Vanessa Bürki, von der sonst eher unauffälligen Julia Simic gefühlvoll steil geschickt, überwand nur Augenblicke nach ihrer Einwechslung Nationaltorhüterin Nadine Angerer mit einem platzierten, wenngleich nicht unhaltbaren Schrägschuss. „Es war ein spannendes Spiel, wir haben bis zum Schluss an uns geglaubt“, freute sich Bürki, die aber einräumte, dass auch der Gegner als Sieger hätte vom Platz gehen können. Doch der Münchner Sieg hätte auch höher ausfallen können, hätte Angerer einen Bürki-Schuss nicht noch mit den Fingerspitzen um den Pfosten gedreht und in der Schlussphase ein weiteres Mal glänzend reagiert.
Der FCR 2001 Duisburg kam auf Kunstrasen zu einem ungefährdeten 3:0 (1:0)-Sieg gegen den FF USV Jena. Der japanische Neuzugang Kozue Ando sorgte kurz vor der Pause vor 753 Zuschauern für die Führung (39.), zwei Treffer von Jennifer Oster (54. und 76.) machten den Sieg perfekt. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie sich auf ein Geduldsspiel einstellen muss – und diesmal haben die Spielerinnen auch nicht so schnell die Geduld verloren wie in Essen“, so Duisburgs Trainerin Martina Voss-Tecklenburg. Da das Spiel von Tabellenführer 1. FFC Turbine Potsdam beim Hamburger SV ausfiel, übernahmen die Duisburgerinnen vorerst die Tabellenführung in der Frauenfußball-Bundesliga.
Das Konzept von Jenas Trainerin Heidi Vater ging nur eine knappe Halbzeit lang gut: „Wir wollten den Spielfaden der Duisburgerinnen so gut wie möglich unterbrechen; denn sonst hast du gegen diese spielstarke Mannschaft keine Chance.“ In Duisburg blickt man nun bereits auf das Champions-League-Duell gegen Arsenal in der MSV-Arena, für das bisher nur enttäuschende 1 500 Tickets abgesetzt wurden. Voss-Tecklenburg appelliert: „Da brauchen wir jeden Fan.“
Der SC Freiburg kam zu einem überraschend klaren 4:1 (2:1)-Sieg gegen den bisherigen Tabellenvierten SC 07 Bad Neuenahr. Die Gastgeberinnen ließen sich auch durch den 0:1-Rückstand von Peggy Kuznik (21.) nicht aus dem Rhythmus bringen, Juliane Maier (25.), Martina Moser (38.), Susanne Hartel (60.) und die eingewechselte Mele French (87.) drehten die Partie zugunsten der Breisgauerinnen, die damit im Abstiegskampf wieder Morgenluft wittern.
Freiburgs Trainer Edgar Beck freute sich: “Wir sind heilfroh, dass wir mal wieder drei Punkte zuhause geholt haben, in unserer Situation konnten wir eigentlich nichts mehr verlieren. Kompliment an meine Mannschaft, dass sie nach dem blöden 0:1 nicht umgefallen sind, sondern einfach probiert haben, weiterzumachen. Wir müssen schon noch einiges aufholen, es tut einfach mal gut, dass wir für die harte Arbeit auch mal belohnt worden sind.” Bad Neuenahrs Trainer Thomas Obliers räumte ein: “Wir haben sehr gut angefangen. Im weiteren Verlauf war Freiburg dann aber einfach aggressiver, wir haben die entscheidenden Zweikämpfe verloren.”
Aufsteiger Tennis Borussia Berlin schnupperte gegen die SG Essen-Schönebeck vor 150 Zuschauern lange an einem Punktgewinn, doch Sofia Nati sorgte mit ihrem späten Siegtreffer (90.) für einen 2:1 (1:1)-Erfolg der Gäste. Caroline Hamann hatte ihr Team in Führung gebracht (28.), die Gastgeberinnen durch Franziska Liepack schnell ausgeglichen (32.).
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