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Eric Frenzels Kolumne

Wir wollen mehr!

  • Eric Frenzel
Der zweite Staffelwettbewerb der Saison in Chaux-Neuve hat wieder die norwegische Staffel als Sieger gesehen. Es fällt mir nicht schwer, diese Leistung anzuerkennen, doch der Wille ist da, diese Reihenfolge auf den olympischen Strecken umzukehren.
Die Norweger sind im Moment das Maß der Dinge. Sie stellen in Jan Schmid den Führenden im Gesamtweltcup und haben mit Jürgen Graabak und Magnus Riiber zwei weitere Spitzenleute in der Staffel. Der Grund der diesjährigen Dominanz liegt auf der Schanze. Die drei genannten Norweger springen derzeit in einer eigenen Liga und sie rufen dieses Potential mit großer Sicherheit ab. So ist das eben, wenn die Sprünge gelingen, es entwickelt sich auf der Schanze ein eigene Dynamik, ein Flow, wie wir Kombinierer gerne sagen. Die Sprünge der deutschen Mannschaft liegen dagegen unter dem, was wir zu leisten imstande sind und die Diskrepanz zwischen den Norwegern und den Deutschen auf der Schanze ist eine ausreichende Grundlage für die rot-blauen Athleten, die Staffel in der Loipe nach Hause zu laufen. Einen leichten Vorteil für die deutsche Staffel beim Laufen vermag ich schon zu sehen, aber die Vorsprünge durch das Springen sind schlicht zu groß, sollte es nicht einmal einen Leistungszusammenbruch eines norwegischen Athleten geben. Natürlich freuen wir uns am Ende des Tages, dass Vinzenz Geiger im Zielsprint furios den Finnen abschütteln konnte und dass die Franzosen auf Abstand blieben… Doch wir alle wollen mehr und vor allem wollen wir alle in Südkorea mehr: Wir wollen olympisches Gold verteidigen – auch wenn es schwer wird.

Nach dem nächsten Wettkampf, dem Nordic Combined Triple in Seefeld, wird die deutsche Mannschaft auf den Start beim Weltcup im japanischen Hakuba verzichten und sich nach Oberstdorf in Klausur begeben. Um genauer zu sein in Schanzen-Klausur.
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Der letzte Vorbereitungslehrgang auf deutschem Terrain vor der Abreise Anfang Februar nach Nordkorea wird sich ganz und gar auf das Springen konzentrieren. Es wird umfassend analysiert werden und jedes Element des Springens wird bei jedem Athleten noch optimiert werden. Wir haben bis zum olympischen Wettkampf gut drei Wochen Zeit; in dieser Phase kann man sich noch vieles erarbeiten. Gut ist, dass die Laufform bei allen stimmt. Auch bei meinem Zimmergenossen und Freund Björn Kircheisen, der in Chaux-Neuve noch auf den Olympia-Zug aufspringen konnte. Er wird in Südkorea seine fünften Olympischen Spiele bestreiten, was für einen Kombinierer wohl rekordverdächtig ist.

Wir alle haben noch Arbeit vor uns, bevor wir in das olympische Stadion von Pyeonchang einziehen.

Euer
Eric

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