New York Halbmarathon 2019 – Der Lauf Meike Neitz, Shoe4Africa

New York Halbmarathon 2019 – Der Lauf

  • Meike Neitz
Ich verfolgte keine Laufstrategie bei meinem ersten New York Halbmarathon, sondern genoss einfach die vielen Läufer um mich herum und die besondere Atmosphäre. Ich spürte, dass es ein guter Lauftag war: Die ersten Kilometer liefen flüssig, ich war entspannt und irgendwie berührt von der Bewegung in der Masse. Ich genoss die Musik, die ich mir mitgebracht hatte, nahm aber auch immer wieder meine Stöpsel aus dem Ohr, um die Menschen am Rand beim Anfeuern zu hören.
Meike Neitz berichtet für netzathleten.de über ihre erste Teilnahme am New York Halbmarathon. In Teil 1 und Teil 2 ihres Erfahrungsberichts lest Ihr mehr über die Anmeldung, Training und ihre unmittelbaren Vorbereitungen auf das Ereignis.

Zunächst ging es also durch Brooklyn durch an der Flatbush Avenue entlang bis zur Manhattan Bridge. Über die Brücke mit Blick auf die Skyline Manhattans zu laufen war unbeschreiblich! Und meine Nebenläufer waren zwar ambitioniert, nahmen sich aber trotzdem hier und da die Zeit, um ein Foto zu machen. Echter Lauf-Tourismus eben. Ich wollte meinen Lauf-Fluss nicht unterbrechen und lief durch. Ich hatte meinen Rhythmus gefunden und war einfach nur glücklich, dabei zu sein. Die Luft war „crisp“ als könnte man sie zerschneiden und es wehte ein ordentlicher Wind, aber ich war so benommen, dass ich die Kälte kaum spürte. In Manhattan angekommen liefen wir den East River Drive entlang Richtung Midtown. Zugegeben, das war nicht der ansehnlichste Streckenverlauf und es gab kaum Zuschauer dort, also konzentrierte ich mich auf meinen Takt, meine Musik und ließ den Gedanken freien Lauf. Die Zeit verging schnell und ich erinnere mich noch, wie überrascht ich war, als ich die 10k-Marke knackte. Schon die Hälfte geschafft?!

ny halbmarathon

Einmalig wurde es wieder, als wir an der 42nd Street ankamen und die Strecke uns in das Herz Manhattans führte: Hier schützten die Gebäude uns vor dem Wind und es waren tausende Leute zum Anfeuern auf den Straßen. Ich klatschte alle Kinderhände ab, die ich kriegen konnte, und freute mich über den zusätzlichen Ansporn.


TIPP: In Midtown sitzen die ersten Fotografen. Da sie am Rand der Strecke sitzen, positioniere Dich entweder am besten ganz rechts oder ganz links wenn Du Interesse an guten Bildern hast. Diese werden noch am Abend des Lauftages online gestellt (www.marathonfoto.com) und du kannst sie entweder anhand Deiner Startnummer oder Deines Namens suchen. Du hast dann die Möglichkeit, einzelne Fotos ($25) oder ein ganzes Fotopaket ($99) zu kaufen.

Nach dem Einlauf in die Stadt ging alles superschnell: Schwupps liefen wir über den Time Square (ohne Worte!) und kamen am Central Park an. Hier spielte eine Band und die Zuschauer umsäumten in noch größerer Anzahl die Straße. An der Ostseite des Central Parks liefen wir in diesen ein, hatten noch ein paar seiner kleinen Hügel zu bewältigen, und dann ging es auch schon auf die Zielgerade zu. Rechts und links die Fahnen aller teilnehmenden Nationen, dazu laute Musik aus den Lautsprechern. Ich hatte noch Kraft für einen letzten Endspurt bevor ich erschöpft aber glücklich ins Ziel einlief.

shoe4afrika neitz

Direkt wurden uns dort die Medaillen und wärmende Umhängefolien ausgehändigt. Benommen taumelte ich den Auslaufweg entlang, war noch in der Lage ein paar Fotos vor den Plakatwänden zu schießen und meinen Goodiebag entgegen zu nehmen, bevor ich meine Sachen an den Trucks abholte und mich am Straßenrand niederließ um erstmal zu verschnaufen und zu dehnen. „Did it! Did it!“ rumorte es in meinem Kopf.


TIPP: Das Ziel ist unmittelbar am Columbus Circle und natürlich ist hier die Hölle los, da alle Familienmitglieder und Freunde „ihre“ Läufer abholen wollen. Dafür ist praktischerweise direkt hinter der Ausgabe der eigenen Sachen eine „Family-Reunion-Zone“ eingerichtet worden. Hier kann man sich ganz einfach bei A treffen und sollte sich nicht verfehlen.

POST-RUN

Es hätte noch die Möglichkeit gegeben, die „Aftershow-Party“ von Adidas zu besuchen, die ab 13 Uhr stattfand, aber ich war ausgekühlt und freute mich daher vor allem auf eine warme Dusche und leckeres Essen in New York. Ein kaum zu beschreibendes Glücksgefühl gepaart mit wohliger Erschöpfung begleitete mich noch den ganzen Tag. In der NYRR-App konnte ich meine Nettozeit einsehen und stellte überrascht fest, dass ich meine geplante Laufzeit um 8 Minuten unterboten hatte. 2:02 Stunden – das hätte ich niemals für möglich gehalten!

Also stimmt es doch: New York verleiht Flügel…!

Alle Interessierten finden hier sämtliche Infos und Statistiken zum Lauf von 2019



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