Tennis: Verlierer bewegen häufiger den Kopf gettyimages -- John McEnroe bei den French Open 1984
Neue Studie zum nonverbalen Verhalten bei Profi-Tennisspielern

Tennis: Verlierer bewegen häufiger den Kopf

  • Redaktion
Die Wutausbrüche des ehemaligen US-amerikanischen Tennisspielers John McEnroe sind legendär – aber auch bei Nick Kyrgios, Alexander Zverev, Serena Williams und Co. muss schon mal ein Tennisschläger dran glauben. Emotionen und nonverbales Bewegungsverhalten sind eng miteinander verknüpfte Prozesse. Bislang existieren jedoch nur unzureichende Informationen über die spontanen nonverbalen Äußerungen als Reaktion auf das Erleben positiver und negativer Emotionen, also bei Sieg oder Niederlage bei Sportwettkämpfen.
Eine neue Studie der Abteilung für Neurologie, Psychosomatik und Psychiatrie des Instituts für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation der Deutschen Sporthochschule Köln hat nun herausgefunden: Im Gegensatz zu bisherigen Annahmen äußern sich Verlierer nonverbal stärker als Gewinner. „Verlierer führen mehr spontane nonverbale Kopfbewegungen nach Punktverlust im Tennis aus als nach Punktgewinn. Die nonverbalen Kopfbewegungen werden nach oben sowie seitwärts, Kopfschütteln, ausgeführt“, erklärt Wissenschaftler Dr. Ingo Helmich.

Analysiert wurden 17 professionelle, männliche Tennisspieler (mittleres Alter: 28,1 Jahre) an fünf offiziellen Spieltagen der ersten deutschen Bundesliga der Saison 2018. Das gesamte spontane nonverbale Kopfbewegungsverhalten wurde während des Wettkampfes zwischen den Punkten auf Video aufgezeichnet und von zwei trainierten und zertifizierten Bewertern mit Hilfe des NEUROpsychological GESture(NEUROGES)Systems, ein standardisiertes Analysesystems für nonverbales Verhalten, im Verhältnis zu gewonnenen oder verlorenen Punkten analysiert.

„Die Ergebnisse geben erstmals ein konkretes Bild nonverbaler Kopfbewegungen von Gewinnern und Verlierern im Sport wieder“, sagt Dr. Helmich. Die Analyse des nonverbalen Bewegungsverhaltens in Bezug auf Emotionen sei relevant, um die Leistung eines Athleten während eines Wettkampfs besser zu verstehen und möglicherweise zu verbessern.

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