Massage nach dem Sport –Entzündung und Regeneration thinkstockphotos.de

Massage nach dem Sport –Entzündung und Regeneration

  • Christian Riedel
Nach einem anstrengenden Training tut eine Massage gut. Sie entspannt und lockert die Muskeln. Wie kanadische Wissenschaftler nun herausgefunden haben, kann eine Massage direkt nach dem Sport auch das Entzündungsrisiko verringern.

Meistens kommen nur Profisportler in den Genuss einer Massage nach dem Training. Doch auch Amateure und Hobbysportler sollten sich nach dem Sport durchkneten lassen. Die Massage nach dem Sport hat viele Vorteile, wie kanadische Wissenschaftler der McMaster University in Hamilton betonen. Eine Massage beugt demnach Entzündungen vor und beschleunigt die Regeneration erschöpfter Muskeln.

Schon immer wurde der Massage nach dem Sport viele positive Eigenschaften zugeschrieben. Schmerzen sollen gelindert, Zerrungen verhindert und Verspannungen gelockert werden. Außerdem soll eine Massage den Heilungsprozess beschleunigen. Dass eine Massage zur Entspannung beiträgt, bestreitet auch niemand. Doch lange war nicht klar, was das Durchkneten der Muskeln auf zellulärer Ebene bewirkt. Genau das haben Wissenschaftler um Justin Crane nun untersucht.

Einseitige Massage

Für Ihre Studie mussten elf junge Männer jeweils 70 Minuten ein hartes Fitnesstraining absolvieren. Nach dem Training konnten die Probanden zunächst zehn Minuten Pause machen bevor sie zehn Minuten am Oberschenkelmuskel Musculus quadriceps massiert wurden. Um eine Vergleichsmöglichkeit zu haben, wurden die Testpersonen aber nur an einem Muskeln massiert, das andere Bein blieb unberührt. Die Forscher nahmen direkt vor der Massage, direkt danach und nach weiteren zweieinhalb Stunden eine Gewebeprobe aus beiden Oberschenkmuskeln.

Mehr Energie, mehr Protein

Bei der Analyse der Proben stellten die Forscher fest, dass der massierte Muskel mehr Aktin ausschüttet. Aktin ist ein Strukturprotein, das beim Aufbau des Gewebegerüsts der Zelle eine wichtige Rolle spielt. Je mehr Aktin vorhanden ist, desto schneller kann sich eine Zelle erholen und Strukturschäden reparieren. Dies war aber nicht der einzige positive Effekt. Auch die Zahl der Mitochondrien, die so genannten Kraftwerke der Zellen, nahm in den Zellen im massierten Gewebe deutlich zu.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass sich eine Zelle besser erholen kann und schneller wieder Energie hat, wenn sie nach dem Sport massiert wurde.

Auch das Entzündungsrisiko nimmt anscheinend dank der Massage ab. So stellten die kanadischen Forscher fest, dass die Zellen weniger entzündungsfördernde Botenstoffe ausschütten, wenn sie manuell stimuliert wurden. Nun hoffen dir Forscher, mit den Erkenntnissen Sportverletzungen besser und schneller behandeln und den Einsatz von Schmerzmitteln reduzieren zu können.

Justin Crane (McMaster University, Hamilton) et al.: Science Translational Medicine, doi: 10.1126/scitranslmed.3002882

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