Kalzium – der Schlankmacher istockphoto.com

Kalzium – der Schlankmacher

  • Redaktion
Wer abnehmen will, muss sich richtig ernähren. Mit kleinen Ernährungs-Tricks kann man den Gewichtsverlust auch beschleunigen. Zu den ergänzenden Nährstoffen zählt das Kalzium. Der Mineralstoff soll ein wahrer Schlankmacher sein.

Mit bestimmten Nährstoffen kann man im Körper viel erreichen. Proteine helfen beim Muskelaufbau, Omega-3-Fettsäuren stärken das Herz und Kalzium hilft beim Abnehmen.

Es ist zwar noch umstritten, ob es wirklich so genannte „Fatburner“ gibt, die das Körperfett von sich aus zum Schmelzen bringen. Es gibt aber Hinweise, dass Kalzium so ein Fettverbrenner sein könnte.

Dank Kalzium 5kg abnehmen

 

Dass Kalzium beim Abnehmen hilft, hat auch eine aktuelle Studie an der Laval Universität in Kanada ergeben. Der Studie zufolge hat etwa die Hälfte aller Menschen mit starkem Übergewicht einen Kalzium-Mangel. Die Untersuchung zeigte, dass Übergewichtige, die während einer Diät rund 1.200mg Kalzium zu sich nahmen, im Schnitt rund 5kg mehr Gewicht verloren, als eine entsprechende Kontrollgruppe ohne erhöhte Kalzium-Zufuhr. Die Forscher vermuten, dass der Körper Kalziummangel durch eine erhöhte Zufuhr von anderen Nährstoffen ausgleichen will.

Eine erhöhte Kalzium-Aufnahme soll das Schilddrüsenhormon PTH (Parathyroid Hormon) stimulieren, welches für eine verminderte Kalzium-Aufnahme in den Fettzellen sorgt. Weniger Kalzium in den Fettzellen soll nun die so genannte Lipolyse stimulieren. Dadurch sollen Fettzellen schmelzen und die Fettsäuren oxidieren.

Fettverbrennung: Körper benötigt Kalzium

 

Ob das wirklich funktioniert, ist umstritten. Eines kann aber mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden: Um Fett zu verbrennen benötigt der Körper Kalzium und Vitamine. Hat der Körper zu wenig Kalzium, ist die Fettverbrennung gestört. Anstatt dass Fett abgebaut wird, lagert es sich an den typischen Problemzonen an.

Die Theorie besagt, dass schon unsere Höhlen bewohnenden Vorfahren empfindlich auf Kalzium reagierten. Zu wenig Kalzium deutete auf eine drohende Hungersnot hin. Der Körper fuhr daraufhin den Stoffwechsel herunter und legte gleichzeitig Fett-Depots an, um den Körper auch bei Nahrungsmangel ausreichend mit Energie versorgen zu können.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nimmt man zu wenig Kalzium zu sich, glaubt der Körper an eine Hungersnot und trifft entsprechende Vorsichtsmaßnahmen, die man auf den Hüften sehen kann.


In einer weiteren Theorie nehmen Ernährungswissenschaftler an, dass zu wenig Kalzium die Produktion des Hormons Calcitriol anregt. Dies wiederum führt zu einer gesteigerten Fettspeicherung im Körper.

Auch eine Studie der University of Tennessee (USA) hat den engen Zusammenhang zwischen Kalzium und der Fettverbrennung untersucht. Das Resultat: Kalziumreiche Milchprodukte unterstützen die Fettverbrennung. Allerdings sollte man laut Studienleiter Hang Shi auf fettarme Milchprodukte wie Magerquark, entrahmte Milch oder Hüttenkäse setzen, wenn man abnehmen will. Denn fettreiche Produkte behindern laut den Studien-Ergebnissen den Abnehm-Effekt von Diäten. Fettarme Produkte hingegen haben wohl einen deutlich höheren Nutzen als bisher angenommen.

Spezielle Fett-Mäuse

 

Den Wissenschaftlern war bereits bekannt, dass Kalzium eine regulierende Rolle beim Fettstoffwechsel spielt. Der Mineralstoff ist nämlich nicht nur für die Speicherung, sondern auch für den Abbau von Lipiden mitverantwortlich. Die Studie konnte nun zeigen, dass eine Fettzelle umso schneller zur Energiegewinnung herangezogen wird, je mehr Kalzium darin enthalten ist.

Für ihre Studie züchteten die Forscher eine spezielle Mäuserasse, die zur Fettzunahme neigt. In der Vorbereitung fütterten sie die Nager sechs Wochen lang mit Nahrung, die zur Hälfte aus Fett und zur Hälfte aus Kohlenhydraten bestand. Nach der Fütterungsphase hatten alle Mäuse einen Körperfettanteil von mindestens 27 Prozent.

Nach der Fütterungsphase wurden die Mäuse auf Diät gesetzt. Dabei wurden sie in vier Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe bekam normale Nahrung, die mit Kalzium angereichert war. Die zweite Gruppe bekam mittlere Mengen an getrockneter, fettarmer Milch. Die dritte Gruppe wurde mit hohen Dosen der getrockneten, fettarmen Milch gefüttert. Die vierte Gruppe war die Kontrollgruppe, die mit kalorienreduzierter Kost ohne zusätzliche Kalziumzufuhr gefüttert wurde.

70 Prozent weniger Körperfett

 

Das Ergebnis zeigte die positiven Auswirkungen von Kalzium auf den Diät-Erfolg. Denn im Vergleich zur Kontrollgruppe nahmen alle Kalzium-gefütterten Mäuse deutlich mehr ab. Die Mäuse der Kontrollgruppe reduzierte sich der Körperfettanteil um rund 8 Prozent. Bekamen die Nager aber Kalzium-Präparate, reduzierte sich der Körperfettanteil um bis zu 42 Prozent.

Die besten Ergebnisse hatten die Mäuse, die ihr Kalzium aus der Milch gezogen haben. Sie konnten ihren Körperfettanteil um bis zu 69 Prozent verringern. Dabei zeigte sich, dass die Mäuse umso mehr abnahmen, je mehr Milch sie bekamen.

Die Forscher haben zudem einen Anstieg der Körperkerntemperatur (Thermogenese) festgestellt, wenn die Mäuse viel Kalzium bekamen. Durch diesen Anstieg erhöht sich der Kalorienverbrauch auch im Ruhezustand. In weiteren Untersuchungen wollen die Forscher nun herausfinden, ob der Effekt auch beim Menschen so deutlich eintritt.

Egal ob Fatburner oder nicht. Jeder Mensch braucht eine gewisse Dosis Kalzium am Tag. Kalzium stärkt die Knochendichte und die Hirnleistung. Bei Kalziummangel drohen Osteoporose, Arteriosklerose, Herzinfarkt und eine nachlassende Hirnleistung. Der Tagesbedarf liegt bei einem Erwachsenen bei rund 1.000mg. Hauptvorkommen des Mineralstoffes sind Milch und Milchprodukte.

Für die Fettverbrennung hilft es aber nicht, die Tagesdosis zu übertreffen. Überschüssiges Kalzium wird vom Körper ausgeschieden.

Ob Kalzium nun der Fatburner ist oder nicht, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass man die empfohlene Tagesdosis einnimmt, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Und wenn man noch etwas Fett verbrennt, ist das zumindest ein willkommener Nebeneffekt.

Christian Riedel

Copyright © 2017 netzathleten