"Natürlich geht man ans Limit"

netzathleten: In diesem Bereich ist der Skisport in den letzten Jahren immer dynamischer geworden…
Maria Riesch: Ja, eben. Deswegen sind lange Beine und damit lange Hebel auch von Vorteil. Wenn man beweglich ist.

netzathleten: Als Topstar im DSV-Team, wie sieht Dein Alltagsleben während der Saison aus? Kannst Du auch mal abends mal die „Piste“ gehen?
Maria Riesch: So gut wie gar nicht. Ich bin im Winter eigentlich nur unterwegs. Maximal gehen wir mal auf ein Glas Wein weg, wenn wir wissen, dass wir am nächsten Tag frei haben und man einfach mal raus muss. Das ist aber sehr selten, weil wir zumeist im Stress sind.

netzathleten: Du weißt die Regeneration also zu schätzen?
Maria Riesch: Absolut. Ich fahre vier Disziplinen, trainiere jede Woche und habe am Wochenende die Rennen. Dann komme ich sonntags spät in der Nacht heim und muss montags Mittag, spätestens aber dienstags schon wieder weiter. Da ist man froh, wenn man mal einen Tag ausschlafen kann. Da möchte man sich nicht mit einem Kater rumschlagen.

netzathleten: Deine Schwester und Du habt Euch in der gleichen Saison (2006) das Kreuzband gerissen. Habt Ihr Euch daheim gemeinsam pflegen lassen?
Maria Riesch: Nein, ich war schon mit der Reha fertig als sie sich verletzt hat. Bei mir passierte es im Januar, bei ihr im März. Ich saß bezeichnenderweise gerade im Auto auf der Rückfahrt vom Reha-Zentrum Bad Wiessee als mich unsere Mama anrief und sagte, dass sich Susi jetzt auch das Kreuzband gerissen hat. Wirklich kein gutes Jahr für uns.

netzathleten: Damals hast Du wegen der Verletzung die Olympischen Spiele in Turin verpasst. Inwieweit beeinflusst Dich das für die bevorstehende olympische Saison?
Maria Riesch: Ich muss natürlich häufiger daran denken, und ich werde momentan ja auch oft darauf angesprochen. Man lebt ständig mit dem Risiko, dass etwas passieren kann. Letztlich kann ich erst einen Abend vor dem ersten Rennen in Vancouver sagen: Das sind meine ersten Olympischen Spiele. Wenn man sich jetzt aber zu viele Gedanken macht, ist das auch nicht gut. Wie gesagt, das Risiko fährt bei uns immer mit.

netzathleten: Gehst Du manchmal über Deine Grenzen in den Speed-Disziplinen?
Maria Riesch: Man geht natürlich ans Limit, gerade wenn es heiß hergeht, so viel ist klar. Es ist eine Gratwanderung, aber sich im Rennen zurückzunehmen, das geht auf gar keinen Fall. Manchmal kommt es schon mal vor, dass man über das Ziel hinaus schießt aber eigentlich gibt es nur ein Gas: Vollgas.


netzathleten: Zum Abschluss noch eine etwas andere Frage: Kommt nach dem Sport die TV-Karriere?
Maria Riesch: Oha, Du spielst auf meine Auftritte in den Fernseh-Soaps an. Ich hätte schon Lust, etwas in dieser Richtung zu machen. Nicht aber schauspielerisch, da habe ich bei meinen Auftritten im „Marienhof“ und in „Sturm der Liebe“ gemerkt, dass hier nicht mein allergrößtes Talent liegt. Fernsehexpertin oder Moderatorin hingegen würde mich da schon eher reizen, aber bis dahin ist ja hoffentlich noch ein Weilchen hin.

netzathleten: Das wollen wir hoffen, denn das würde bedeuten, dass Du uns noch lange als erfolgreiche Sportlerin erhalten bleibst! Ich danke Dir für das nette Gespräch und wünsche Dir viel Erfolg für die gesamte Saison und vor allem für Vancouver 2010!

Das Interview führte Derk Hoberg

 


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Es gibt 5 Kommentare

Tricia Elwood schrieb am 02.11.11 um 15:43
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Alec Smith schrieb am 02.11.11 um 15:41
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sadf schrieb am 11.07.11 um 03:47
Kristina B. schrieb am 09.10.09 um 16:41
Kristina B.
Maria, wir drücken dir die Daumen - toi,toi,toi!
Martin U. schrieb am 09.10.09 um 16:26
Martin U.
Viel Erfolg für die Olympischen Spiele nächstes Jahr!

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