Sabine Spitz
Sabine Spitz

Sabine Spitz

Mountain Bike / Olympiasiegerin 2008, Weltmeisterin Mountainbike Marathon 2009, Europameisterin Cross Country 2007/ 2008, Europameisterin Marathon 2007

Sabine Spitz ist am 27.12.1971 in Bad Säckingen. Seit 1994 übt sie das Mountainbiking professionell aus. Zuvor arbeitete sie im Chemielabor. Zu ihren Disziplinen gehört neben dem Marathon, das Cross-Country und das Rad-Querfeldein. Sabine fährt derzeit im Team central Sabine Spitz pro Team. Sabine wurde vom DOSB mit der „IOC-Trophy 2009 for Sport and the fight against doping“ ausgezeichnet.

„Fair, oder gar nicht!“ – Olympiasiegerin Sabine Spitz im Interview

„Fair, oder gar nicht!“ – Olympiasiegerin Sabine Spitz im Interview

Mountain Bike Olympiasiegerin Sabine Spitz spricht über ihren Kampf gegen das Doping, ihre Auszeichnung vom IOC, den sie für ihren Einsatz bekommen hat, und über die Notwendigkeit, mit Entschiedenheit und Härte bei Doping durchzugreifen.

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netzathleten: Du wurdest kürzlich vom DOSB mit der „IOC-Trophy 2009 for Sport and the fight against doping“ ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch dazu. Was war das für ein Gefühl, diesen Preis entgegenzunehmen.
Sabine Spitz: Ich war sehr überrascht, als ich davon erfahren habe, dass ich diese Auszeichnung bekomme. Ich freue mich sehr darüber und sehe es auch als Bestätigung dafür, dass man mit dem schwierigen Thema offen und offensiv umgehen muss, um die Situation zu verbessern. Ich sehe es auch als eine gewisse Anerkennung für den Mountainbikesport, der sich in diesem Punkt klar vom Straßenradsport abgrenzt.

netzathleten: Der Preis kommt ja nicht von ungefähr, du hast dir schon seit Jahren einen Namen als Verfechterin des fairen Sports ohne Doping gemacht.
Sabine Spitz: Für mich war Doping im Sport – wie es eigentlich für alle Sportler sein sollte – immer in absolutes No Go, egal welche Konsequenzen damit verbunden waren. Doping steht im klaren Widerspruch zu Fairplay und den Werten, für die der Sport stehen sollte. Genau das habe ich auch immer so kommuniziert. Man kann im Sport nur sauber erfolgreich sein. Zumindest wenn man ehrlich sich selbst gegenüber ist. Davon bin ich fest überzeugt.



netzathleten: Auch wenn deine Haltung offiziell mit keinem Argument auszuhebeln ist, bist du sicherlich oft unter der Hand auf Widerstand gestoßen. Wie anstrengend kann eine so offene Haltung gegenüber der Öffentlichkeit und damit auch gegenüber anderen Sportlern sein? Welche Erfahrungswerte hat man?
Sabine Spitz: Es gibt natürlich immer auch kritische Stimmen, die man sich auch anhören sollte. Insgesamt habe ich aber keine wirklich negativen Erfahrungen gemacht. Manche finden es geheuchelt, manche naiv, wie auch immer. Für mich gilt, dass der Sport ohne Betrügereien sein sollte und finde es wichtig, dass man sich dafür einsetzt.

netzathleten: In den letzten Jahren gab es in beinahe jeder Sportart Doping-Gerüchte und tatsächliche Nachweise. Wie hast du diese Entwicklung beobachtet?
Sabine Spitz: Das ist grundsätzlich eine gute Entwicklung, weil es zeigt, dass das Netz enger wird, die Tests ausgefeilter sind und sich keiner mehr sicher sein kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass Doper erwischt werden, ist heute höher als noch vor ein paar Jahren. Neben der Einsicht ist die Abschreckung die wichtigste Waffe gegen das Doping. Gewiss machen viele Negativmeldungen den Sport erst einmal unglaubwürdig und stellen diesen unter Generalverdacht, was eigentlich fatal und falsch ist. Langfristig ist es aber die einzige Chance für den Hochleistungssport, um zu überleben.

netzathleten: In Deutschland gibt es bereits einige Doping-Verfolgungs-Instanzen. Eine viel beklagte Methode dabei ist das ADAMS-System. Viele Sportler fühlen sich verfolgt und in ihrer Freiheit beschnitten. Was denkst du darüber?
Sabine Spitz: Ich kann das kaum nachvollziehen. Ich fühle mich weder verfolgt noch in meiner Freiheit beschnitten. Allerdings will ich das nicht verallgemeinern. Jeder hat seinen eigenen Lebensstil und für manche ist es vielleicht tatsächlich ein Problem, wobei ADAMS ja gerade auch alle Möglichkeiten bietet, sehr kurzfristig auf ungeplante Situationen zu reagieren. Manchmal habe ich das Gefühl, dass das Thema in Öffentlichkeit dramatisiert wird, um Aufmerksamkeit zu generieren. Um im Training effizient und zielorientiert kontrollieren zu können, muss der Aufenthaltsort der Athleten bekannt sein. Daran führt keine Weg vorbei.


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Es gibt 6 Kommentare

bquipu schrieb am 23.12.11 um 19:20
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Julia Ruff schrieb am 27.01.10 um 13:50
Julia Ruff
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Florian L. schrieb am 19.01.10 um 10:21
Florian L.
Super Interview! Gute Fragen und noch bessere Antworten...
Floh

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