Training und Stand des Sports in Deutschland
Das Cheerleader-Training
Cheerleading ist ein Knochen-Job, auch wenn man sich gerne vom Glanz und Glorie des Sports, von dem Dauerlächeln der Mädchen und Jungen und den bunten Pompons gerne täuschen lässt. Die permanente Akrobatik, begleitet von Tanzeinlagen, das Heben und Gehobenwerden, das Durchdrücken der Beine, wenn man eine Pyramide bildet und schließlich das Werfen und Geworfenwerden der einzelnen Teammitglieder, fordert dauernde körperliche Höchstleistungen und Konzentration ab und birgt durch die Geschwindigkeit des Sports immanente gesundheitliche Gefahren. Meterhohe Stürze von den menschlichen Pyramiden oder bei den jeweiligen Würfen, gehören zum Cheerleader-Alltag genauso, wie blaue Flecke im Gesicht eines Profiboxers.
Dementsprechend umfangreich gestaltet sich auch das Trainingsprogramm von Cheerleadern. „Auf Wettkampfebene belaufen sich die Trainingszeiten auf zwei bis viermal Mal die Woche und bis zu vier Stunden pro Einheit. Neben Kraft und Ausdauer werden Tänze, die sogenannten Rufe wie Cheers und Chants, Sprünge mit festgelegten Arm- und Beinhaltungen, Bodenturnen, Baskettosse (freie Würfe bei denen eine Person in der Luft ein akrobatisches Element ausführt), Stunts (statische Elemente, an denen entweder ein Mann und eine Frau, oder vier Frauen die eine weitere Frau halten beteiligt sind) und Pyramiden (statische Elemente, welche aus mehr als fünf Personen und bis zu drei Körperlängen hoch sein können bestehen)“, sagt Nicole Osthoff. Für eine Kür arbeiten die Teams teilweise bis zu vier Monate, bis sie endgültig steht.
Von Anerkennung keine Spur
Trotz zahlreicher Bemühungen um die Etablierung des Cheerleading in Deutschland, bleibt diese Sportart weiterhin ein absoluter Exot. Als eine von vielen Randsportarten erfährt sie nur wenig Aufmerksamkeit in den Medien und bei Sponsoren. Daher bewegt sich das Cheerleading in unseren Gefilden auch „nur“ auf einem höheren Amateurlevel und steht leistungstechnisch noch lange nicht auf einer Ebene mit dem amerikanischen Vorbild. „Es fehlen uns schlichtweg Gelder für professionelle Trainingsörtlichkeiten und somit ist die Leistung immer nur so gut, wie die Möglichkeiten, die sich bieten“, erklärt Nicole Oshoff. Trotzdem kann man die bisherige Entwicklung durchaus als einen Grundstein für noch zu erreichende Niveaus im Cheerleader-Sport verstehen. Es bleibt zu hoffen, dass durch den Einsatz und den Kampfgeist der heutigen Athleten in Zukunft ein größeres Publikum den Zugang zu diesem anerkennenswerten Sport findet.
Maria Poursaiadi
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