Das erste Mal – Große deutsche Sportpremieren

Das erste Mal – Große deutsche Sportpremieren

Es gibt für alles ein erstes Mal. Im Sport dauert es manchmal nur ein bisschen länger, bis man einen lang erhofften Erfolg feiern kann. Netzathleten erinnert an große deutsche Sportpremieren. Angefangen beim zeitlosen Klassiker, dem „Wunder von Bern“, über den ersten Wimbledon-Sieg eines Deutschen bis hin zu einem mittlerweile gefallenen Helden.

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Große Premieren, davon gibt es in der Geschichte des deutschen Sports mittlerweile unzählige. Doch das eine oder andere „erste Mal“ sticht noch etwas heraus. Sei es, weil der erste Triumph so lange auf sich warten ließ. Sei es, weil die Veranstaltung so bedeutend ist. Manchmal sind diese sogar immer noch von nationaler Bedeutung, ein klassischer Fall von „Wo bist du gewesen als es passierte“.



Natürlich ist die Auswahl der netzathleten-Redaktion wieder streitbar. So mancher mag ein Ereignis vermissen, manch anderer wird kritisieren, dass der eine oder andere Triumph (womöglich) unter zweifelhaften Umständen zu Stande gekommen ist.

1930: Max Schmeling wird Schwergewichts-Weltmeister im Boxen


Max Schmeling landet immer auf einem vorderen Platz, wenn es darum geht, den größten deutschen Sportler aller Zeiten zu ermitteln. Und zwar zu Recht. Der 2005 im Alter von 99 Jahren verstorbene Berliner war wahrscheinlich das erste große Sportidol der Deutschen. Sein sportlicher Ruhm liegt in zwei Kämpfen begründet: seinem Sieg gegen den großen Joe Louis im Jahre 1936, und dem, weswegen Schmeling in dieser Rangliste auftaucht.

Am 12. Juni 1930 kämpfte Schmeling im New Yorker Yankee Stadium gegen den US-Amerikaner Jack Sharkey um die vakante Weltmeisterschaft im Schwergewicht. Hierbei kam es gleich zu mehreren Premieren. Nicht nur, dass Schmeling an diesem Abend den Schwergewichtstitel als erster Deutscher erringen konnte. Auch die Art und Weise wie er dies tat, ist bis heute einmalig: Schmeling erhielt in der 4. Runde einen Tiefschlag und konnte nicht mehr weiterboxen. Kontrahent Sharkey wurde dafür disqualifiziert und Max Schmeling zum neuen Weltmeister erklärt. Gerüchteweise soll dieser Kampf übrigens der Auslöser für die Einführung des Tiefschutzes im Boxen gewesen sein… Weiterhin war Schmeling der erste Nicht-US-Amerikaner, der sich die Krone des Boxsports aufsetzen konnte. Und er ist bis heute der einzige Deutsche, der sich einmal mit dem Schwergewichtsgürtel schmücken durfte – obwohl es mittlerweile fünf an der Zahl gibt.

Kleiner Wermutstropfen: Schmeling konnte seinen Titel nur einmal erfolgreich verteidigen und verlor ihn im Rückkampf gegen Sharkey 1932 wieder.

1954: Das Wunder von Bern – Deutschland wird erstmals Fußball-Weltmeister


Was ist nicht alles schon über den ersten WM-Titel einer deutschen Fußball-Nationalmannschaft geredet und geschrieben worden, vom „Säuglingsschrei der Bundesrepublik“ bis zum „Wir sind wieder wer“. Auch das „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen, Rahn schießt, Tor, Tor, Tor“ ist mittlerweile auch die Menschen ein Begriff, die für Fußball nichts übrig haben.

Zahlreiche Mythen ranken sich um diesen WM-Titel von Bern, das 3:2 nach 0:2-Rückstand gegen die hochfavorisierten Ungarn im strömenden Regen. Wem hat man ihn nun zu verdanken? Trainer Herberger, der im Vorrundenspiel gegen die Ungarn seine B-Elf auflaufen ließ, welche 3:8 verlor und dafür gesorgt hat, dass dieselben Ungarn im Finale auch die deutsche Bestbesetzung vielleicht etwas unterschätzt haben? Dem Wetter (so genanntes „Fritz-Walter-Wetter“), welches das Kombinationsspiel der Ungarn erschwerte? Dem Zeugwart Adi Dassler, der kurz zuvor die Schraubstollen erfunden hatte, welche den deutschen Spielern einen besseren Halt boten? Verteidiger Werner Liebrich, der im Vorrundenspiel Ferenc Puskas, den Star der Ungarn, so schwer abgegrätscht hat, dass dieser erst wieder im Finale auflaufen konnte? Oder vielleicht doch dem Klatschmohn-Doping, dem Puskas die Deutschen Jahre später bezichtigt hatte, für das es jedoch keine Beweise gab?

 

Man wird es wohl nie klären können. Am Ende stehen die Fakten: Seit dem 4. Juli 1954 ist Deutschland – mit kleineren Unterbrechungen – eine Fußballmacht. Der erste WM-Titel ist zum Glück nicht der einzige geblieben. Aber vielleicht war er ja der schönste.

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